Nutzen Supply Chain Manager bereits die ganze Bandbreite neuster Technologien zur Digitalisierung ihrer Lieferketten? Sind Sie fit genug für das Internet der Dinge? BME und Hochschule Fulda haben darauf die passenden Antworten gesucht.

„Digitalisierung in Supply Chains“ heißt eine gemeinsame Online-Erhebung des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) und der Hochschule Fulda. Angesprochen wurden 251 Supply Chain Manager und Führungskräfte in angrenzenden Bereichen wie IT, Logistik, Produktion oder Materialfluss. Gefragt wurde, wie intensiv elektronische Lösungen wie beispielsweise Blockchain, Cloud Computing, 3D-Druck oder künstliche Intelligenz für die Digitalisierung der Lieferketten genutzt werden.

Ergebnisse überraschen

So seien viele der aktuellen Digitalisierungstechnologien wie Roboter und Automatisierung oder selbstfahrende Fahrzeuge den befragten Supply Chain Managern zwar bekannt. Dennoch gebe es elektronische Lösungen wie Digitaler Zwilling, Uberization of freight oder Low-cost Sensor Technology, die von ihnen kaum oder gar nicht genutzt würden. Knauer appelliert deshalb an die Entscheidungsträger, bestehende Wissenslücken schnell zu schließen. Ansonsten bestehe insbesondere für KMU die Gefahr, den Digitalisierungszug zu verpassen. Darüber hinaus müsse das Berufsbild des Supply Chain Managers künftig einen stärkeren Bezug zum industriellen Internet der Dinge als bisher haben.

Die Antworten zum Stand der Anwendung digitaler Technologien in Supply Chains ergaben ein ernüchterndes Bild. Einzig Cloud Computing, Roboter und Automatisierung sowie – mit Abstrichen – Big Data Analytics werden nach Angaben der Umfrage-Teilnehmer umfassend eingesetzt, analysiert Huth.

Alle anderen Digitalisierungstechnologien spielten derzeit noch keine große Rolle. Mit Blick auf die Zukunft sei allerdings eine Intensivierung der Digitalisierungsbestrebungen denkbar. Dennoch bleiben die befragten Unternehmen – zumindest in den kommenden zwei Jahren – auch hier bis auf die drei genannten Technologien zurückhaltend.

Die Implementierung und Nutzung von Digitalisierungstechnologien ist immer auch eine Frage des Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Derzeit erwarten die meisten Umfrage-Teilnehmer noch keinen ausreichenden Mehrwert, der die hohen Investitionskosten rechtfertigt.

Trotzdem kann es mittelfristig sinnvoll sein, bereits jetzt Digitalisierungstechnologien im eigenen Unternehmen umzusetzen. Auf diese Weise lassen sich die von Industrie 4.0 ausgehenden Wettbewerbsvorteile frühzeitig nutzen, sagte Huth in Düsseldorf. Dazu zählen laut Online-Erhebung vor allem Kosten- und Zeiteinsparungen sowie Qualitäts- und Flexibilitätssteigerungen.

Fehlende Personalressourcen sowie Datenschutz- und Cyber-Security-Gründe sind die größten Hemmnisse bei der Digitalisierung

Befragt nach möglichen Hemmnissen bei der Digitalisierung nannten die Supply Chain Manager fehlende Personalressourcen sowie Datenschutz- und Cyber-Security-Gründe.

Treiber und Hemmnisse sollten bei Digitalisierungsbestrebungen stets im Vorfeld ausreichend berücksichtigt werden. Dies kann beispielsweise im Rahmen einer Kraftfeldanalyse erfolgen, so Knauer.

Mit Blick auf das wichtige Thema Fachpersonal empfehlen die Autoren der Umfrage, Stellenprofile anzupassen oder auch neu zu konzipieren. Es gehe dabei nicht mehr allein um Know-how im Supply Chain Management, sondern auch – und deutlich intensiver als bisher – im Bereich der digitalen Transformation. Der Kontakt zu Hochschulen biete vor allem KMU die Möglichkeit, frühzeitig Kontakt zu Absolventen aufzubauen und damit „frisches Wissen“ in das eigene Unternehmen zu holen.

Foto:Pixabay-geralt

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