Die M&A‑Aktivität im globalen Transport‑ und Logistiksektor legte 2025 leicht zu: Die Zahl der angekündigten Transaktionen überschritt erstmals seit 2022 wieder 200 Deals, wie das aktuelle Transport & Logistics Barometer zeigt, das von PwC Deutschland gemeinsam mit Strategy& Germany veröffentlicht wurde.
Zwischen Januar und Dezember 2025 meldeten Unternehmen 207 Deals mit einem Wert von jeweils mindestens 50 Mio. US‑Dollar, gegenüber 199 Transaktionen im Vorjahr. Während der Anstieg der Deal‑Zahl begrenzt blieb, stieg der Gesamtwert der Transaktionen deutlich und erreichte 170,8 Mrd. US‑Dollar nach 96,3 Mrd. US‑Dollar im Vorjahr.
Dieser Sprung wurde vor allem durch eine kleine Zahl sehr großer Transaktionen getrieben. Die geplante Fusion zwischen Norfolk Southern und Union Pacific im Volumen von 70 Mrd. US‑Dollar machte allein mehr als 40 % des gesamten Deal‑Volumens aus. Insgesamt wurden 2025 21 Mega‑Deals mit einem Wert von mindestens 1 Mrd. US‑Dollar angekündigt.
Trotz dieser Schlagzeilenzahlen beschreibt PwC den Markt eher als vorsichtig denn als dynamisch.
„Die Transaktionsaktivität im globalen Transport‑ und Logistiksektor ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Investoren agieren derzeit äußerst selektiv und fokussieren sich auf risikoarme, langfristige Assets“, sagte Ingo Bauer, Leiter Transport, Logistik und Tourismus bei PwC Deutschland.
Diese risikoaverse Haltung zeigte sich besonders deutlich bei infrastrukturbasierten Transaktionen. Deals rund um Flughäfen, Häfen und Straßeninfrastruktur generierten einen Gesamtwert von mehr als 50 Mrd. US-Dollar, wobei Finanzinvestoren eine entscheidende Rolle spielten. Laut PwC waren sie an nahezu der Hälfte aller Infrastrukturtransaktionen beteiligt und wirkten bei Deals mit, die rund 75 Prozent des gesamten Infrastruktur-Dealwerts ausmachten.
Handelsunsicherheit und Digitalisierung verändern Deal-Strategien
Neben der Anlegerzurückhaltung belasteten geopolitische Spannungen und volatile Handelspolitiken weiterhin die breitere M&A-Aktivität. PwC hebt die US-Handelspolitik als wesentlichen Faktor hervor, der Transportströme und langfristige strategische Entscheidungen in der gesamten Branche beeinflusst.
„Die erratische Zoll- und Handelspolitik der USA wirkte sich weiterhin direkt auf Unternehmen der Transport- und Logistikbranche aus“, sagte Burkhard Sommer, Leiter des Maritime Competence Center bei PwC Deutschland. „Unternehmen passten Routen und Verkehrsträger an und änderten Beschaffungsstrategien, um die Auswirkungen von Zöllen so weit wie möglich zu reduzieren.“
Laut Bericht reichten die operativen Reaktionen von vorgezogenen Sendungen und der Umleitung von Fracht über Korridore mit niedrigeren Zöllen bis hin zu Nearshoring sowie der verstärkten Nutzung von Durchreichungs- und Anpassungsklauseln in langfristigen Verträgen.
Während großvolumige Übernahmen unter diesen Bedingungen gedämpft blieben, intensivierte sich die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen. Die Zahl der Joint Ventures und strategischen Allianzen verdoppelte sich nahezu – von 104 im Jahr 2024 auf 193 im Jahr 2025. PwC und Strategy& führen diese Entwicklung vor allem auf die Digitalisierung zurück.
„Digitalisierung ist für Logistikunternehmen keine strategische Option mehr – sie ist Voraussetzung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Sebastian Pieper, Director bei Strategy& Germany. Er wies darauf hin, dass Unternehmen zunehmend auf Partnerschaften, Minderheitsbeteiligungen und gezielte Akquisitionen setzen, um Zugang zu Technologien wie künstlicher Intelligenz und cloudbasierten Systemen zu erhalten.
Mit Blick auf 2026 erwartet PwC, dass die M&A-Aktivität angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheit und einer sich abschwächenden Weltwirtschaft moderat bleibt. Bauer sieht jedoch selektive Chancen dort entstehen, wo organisches Wachstum weiterhin schwierig ist.
„Da organisches Wachstum im aktuellen Umfeld schwierig ist, werden strategische Investoren voraussichtlich weiterhin Fusionen und Übernahmen als Wachstumshebel nutzen“, sagte er und ergänzte, dass Transportinfrastruktur-Assets und digitale Fähigkeiten voraussichtlich zentrale Treiber von Transaktionen bleiben.









