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Häfen verschärfen Zugang: LKW brauchen ab Ende März digitales Abholrecht

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Die Digitalisierung im Hafen erreicht die letzte Stufe: Ab Ende März müssen Transportunternehmen in Hamburg und Bremerhaven zwingend im Secure-Release-Order-Prozess eingebunden sein. Für Speditionen bedeutet das konkrete Änderungen im Tagesgeschäft und neue Pflichten für Fahrer und Dispositio.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die digitale Containerfreistellung über die Plattform German Ports geht in den Regelbetrieb. Mit der sogenannten Stufe 2 der Secure Release Order (SRO) werden nun auch Transportunternehmen und LKW-Fahrer verbindlich in den Prozess integriert.

Konkret gilt:

  • ab 23. März 2026 in Hamburg
  • ab 25. März 2026 in Bremerhaven

Ab diesem Zeitpunkt ist eine Containerabholung an Terminals von Eurogate und HHLA nur noch mit gültigem digitalem Abholrecht möglich, wie die Plattformbetreiber mitteilen.

Was sich im Ablauf konkret ändert

Für die Praxis im Transport ergeben sich zwei zentrale Änderungen:

1. Slotbuchung nur noch mit Abholrecht
Ohne gültige Freistellung kann kein Zeitfenster mehr gebucht werden.

2. Echtzeitprüfung am Terminal
Beim Einfahren wird automatisch geprüft, ob:

  • das Transportunternehmen berechtigt ist
  • und der Fahrer korrekt zugeordnet wurde

Die Legitimation erfolgt über IDP-Systeme wie ImpalaID, Conroo oder Passify.

Mehr Kontrolle entlang der gesamten Kette

Mit der vollständigen Einführung der SRO entsteht erstmals eine durchgängige digitale Prozesskette, von der Freistellung bis zur tatsächlichen Abholung.

Marco Molitor, Vorstandsvorsitzender von dbh, erklärt:

„Durch den hafenübergreifend geltenden einheitlichen Standard wirken die Nordseehäfen dem Drogenschmuggel geschlossen entgegen. 99 Prozent des Containerumschlags werden bereits über German Ports abgewickelt.“

Damit wird ein zentrales Ziel der Einführung erreicht: mehr Sicherheit und weniger Missbrauch im Importprozess.

Was Unternehmen jetzt konkret tun müssen

Für Speditionen und Transportunternehmen ist die Umsetzung keine Option mehr, sondern Voraussetzung für den Zugang zum Terminal.

Wichtig ist laut DAKOSY-Vorstand Ulrich Wrage vor allem:

  • Fahrer müssen in IDP-Systemen korrekt registriert und eindeutig zugeordnet sein
  • Unternehmen müssen in German Ports vollständig eingebunden sein
  • Prozesse in Disposition und Abwicklung müssen digital abgestimmt werden

„Alle Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Fahrer in den eingesetzten IDP-Systemen korrekt registriert und eindeutig zugeordnet sind“, so Wrage.

Besonderheit: Nachlauf wird Teil des Systems

Ein entscheidender Unterschied zum bisherigen Verfahren: Erstmals wird auch der Nachlauf im Hinterland in den Sicherheitsprozess integriert. Wrage betont:

„Unser Prozess betrachtet nicht nur isoliert die Freistellung, sondern integriert alle Beteiligten eines Containerimports nahtlos, transparent und nachvollziehbar in den neuen Standard.“

Hintergrund: Vom PIN zur digitalen Freistellung

Mit der SRO wird das frühere PIN-basierte Verfahren endgültig ersetzt. Seit Oktober 2025 läuft die Umstellung schrittweise, nun ist die letzte Phase erreicht.

Ausnahme bleibt Wilhelmshaven

Am Terminal Wilhelmshaven gilt vorerst weiterhin eine Übergangsregelung, bis das entsprechende Hafensicherheitsgesetz in Niedersachsen in Kraft tritt.

 

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