Quelle: Girteka/LinkedIn

Girteka sucht Fahrer jetzt in Südamerika

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Girteka erweitert seine Fahrerrekrutierung erstmals nach Brasilien. Die ersten Kandidaten befinden sich bereits in der Ausbildung, um die Anforderungen des europäischen Straßengüterverkehrs zu erfüllen. Der Schritt steht exemplarisch für eine Entwicklung, die in der Branche zunehmend sichtbar wird: Europas Speditionen suchen immer häufiger weltweit nach Fahrpersonal, um den anhaltenden Fahrermangel abzufedern.

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Die neuen Fahrer durchlaufen die Girteka Drivers Academy. Nach Angaben des Unternehmens bringen die Bewerber bereits Erfahrung im Fernverkehr mit, müssen jedoch zusätzliche europäische Qualifikationen erwerben – unter anderem zu Lenk- und Ruhezeiten sowie zur Berufskraftfahrerqualifikation.

„In der Girteka Drivers Academy haben unsere neuen Fahrer aus Brasilien hervorragende Ergebnisse erzielt, eine große Lernbereitschaft gezeigt und sich sehr engagiert auf die Anpassung an die europäischen Straßenverkehrsvorschriften vorbereitet – einschließlich des Erwerbs von Code 95. Wir freuen uns, dass sie trotz ihrer umfangreichen Erfahrung neugierig, motiviert und bereit sind, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können: das Fahren“, sagte Mindaugas Paulauskas, CEO von Girteka Transport.

Girteka ergänzt, dass die brasilianischen Fahrer sowohl das Trainingsprogramm als auch die Unterstützung durch die Ausbilder bei der Vorbereitung auf den Einsatz in Europa positiv bewertet hätten.

Brasilien wird zum neuen Rekrutierungsmarkt für Europas Transportbranche

Die Einstellung in Brasilien passt in einen Trend, der im europäischen Straßentransport immer deutlicher wird. Transportunternehmen – besonders in Mittel- und Osteuropa – starten ihre Rekrutierung zunehmend außerhalb der Europäischen Union.

Als Argumente nennen Unternehmen vor allem die Erfahrung der Kandidaten im Langstreckenverkehr und ihre Bereitschaft, international zu arbeiten. Häufig beginnt der Prozess inzwischen aus der Ferne: Dokumentenprüfung und Interviews finden statt, bevor überhaupt eine Reise nach Europa ansteht. Vor Ort folgen dann üblicherweise die zusätzlichen Qualifikationen, die nach EU-Vorgaben erforderlich sind.

„Fahrer-Auktionen“: Rekrutierung wird planbarer und abhängiger

Auch die Anwerbung von Fahrern aus Ländern außerhalb der EU wird zunehmend standardisiert und orientiert sich stärker an Nachfrage und Planung. In der Branche ist dabei teils von einem Modell der „Fahrer-Auktion“ die Rede: Kandidaten aus Brasilien werden je nach erwarteter Nachfrage gezielt einzelnen Transportunternehmen zugeordnet.

In diesem Ansatz melden Speditionen ihren voraussichtlichen Personalbedarf bis zu zwölf Monate im Voraus. Darauf aufbauend starten Recruiter Auswahl und Vorbereitung. Die Bewerber durchlaufen mehrere Stufen – von Screening und Training bis zur Vorbereitung auf europäische Bedingungen. Häufig wird außerdem erwartet, dass sie mit einem eigenen Startbudget anreisen, etwa achthundert Euro, um erste Ausgaben nach der Ankunft abzudecken.

Gedacht ist das Modell vor allem für kleinere Unternehmen, die keine großen und kostspieligen Rekrutierungssysteme nutzen. In der Praxis kann es jedoch auch dazu führen, dass Fahrer bereits ab der Anwerbephase eng an einen konkreten Arbeitgeber gebunden sind – und damit in den ersten Monaten in Europa stärker von diesem abhängig werden.

Berichten zufolge nutzen Transportunternehmen in Litauen sowie in Polen, Österreich, Lettland, Italien und Spanien diesen Weg, um Fahrer zu finden.

Gretvėja plant bis zu 200 Fahrer aus Brasilien

Im März kündigte das litauische Unternehmen Gretvėja an, bis zu 200 Fahrer aus Brasilien beschäftigen zu wollen.

Die Rekrutierung übernahm M/Brazil, eine Agentur, die Fahrer für Einsätze in Europa und den Vereinigten Staaten vermittelt. Unternehmensvertreter verwiesen dabei auf Lohnunterschiede zwischen Brasilien und Europa als einen wesentlichen Grund für das Interesse – sowohl auf Seiten der Speditionen als auch bei den Fahrern.

Die Vorbereitung soll sich dabei nicht nur auf Transportvorschriften beschränken: Berichtet wird auch von Sprachtraining sowie Unterstützung bei der Organisation von Alltag und Arbeit in Europa.

Wachsende Kritik an Rekrutierung außerhalb der EU

Mit dem Ausbau der Rekrutierung in Drittstaaten wird die Diskussion über Arbeitsbedingungen und mögliche Abhängigkeiten von Arbeitgebern intensiver.

In vielen Ländern sind Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse an ein bestimmtes Unternehmen gekoppelt. Der Verlust des Arbeitsplatzes kann dadurch schnell zu Problemen beim rechtlichen Status führen.

In den vergangenen Monaten standen zudem Lohnkonflikte im Fokus, die Transportunternehmen mit Fahrern von außerhalb Europas betrafen. Ein Beispiel war ein Protest im Hafen von Rotterdam durch einen Fahrer aus Tadschikistan, der für Gretvėja arbeitete – es ging um ausstehende Zahlungen und die Abrechnung der Arbeitszeit.

Speditionen halten dagegen: Ohne den Zugang zu Arbeitskräften aus Drittstaaten werde es zunehmend schwieriger, Transportleistungen in Europa stabil aufrechtzuerhalten. Der Fahrermangel besteht seit Jahren, und der Nachwuchs auf dem europäischen Markt reicht weiterhin nicht aus.

Wird globale Rekrutierung zum neuen Standard?

Girteka bezeichnet die Rekrutierung in Brasilien als Teil einer langfristigen internationalen Ausrichtung des Unternehmens.

„Wir freuen uns, eine vielfältige und qualifizierte Fahrergemeinschaft aufbauen zu können“, erklärte Girteka.

Der Wettbewerb um Fahrer verlagert sich damit zunehmend auf internationale Märkte. Der Kampf um Fachkräfte aus Südamerika dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

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