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Logistikriesen steigern Gewinne trotz schwacher Frachtnachfrage

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Die weltweit größten Logistikgruppen haben im zweiten Quartal 2026 trotz einer verhaltenen Nachfrage im Straßengüterverkehr und eines volatilen Welthandels deutlich bessere Ergebnisse erzielt. DSV, Kuehne+Nagel, DHL, GXO und C.H. Robinson steigerten ihre Umsätze. GEODIS verbesserte seine EBITDA-Marge trotz schwieriger Bedingungen in Europa und den Vereinigten Staaten auf 10 Prozent.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Zahlen:

  • DSV: Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 23 Prozent auf 76,7 Milliarden dänische Kronen zu. Das EBIT vor Sondereffekten stieg dank der Integration von Schenker um rund 33 Prozent auf 6,26 Milliarden dänische Kronen.
  • Kuehne+Nagel: Der Nettoumsatz wuchs um 8 Prozent auf 6,6 Milliarden Schweizer Franken, das EBIT um 11 Prozent auf 381 Millionen Schweizer Franken. In der Luftlogistik erhöhte sich das EBIT um 35 Prozent.
  • DHL Group: Der Quartalsumsatz stieg um 13 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro, während das EBIT um 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zulegte. Die EBIT-Marge erreichte 8,3 Prozent.
  • GEODIS: Im ersten Halbjahr belief sich der Umsatz auf 5,34 Milliarden Euro, das EBITDA auf 534 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich trotz der anhaltenden Schwäche im Straßentransport leicht auf 10,0 Prozent.
  • GXO: Der Umsatz wuchs im zweiten Quartal um 4,3 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich gewann das Unternehmen im Berichtszeitraum neue Aufträge im Wert von rund 410 Millionen US-Dollar.
  • C.H. Robinson: Der Quartalsumsatz stieg um 19,3 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 18,4 Prozent, obwohl die kombinierten Volumina im Komplettladungs- und Teilladungsgeschäft lediglich um 1,5 Prozent zunahmen.

Die Zahlen weisen auf ein Muster hin, das sich in der gesamten Branche abzeichnet: Wachstum hängt nicht mehr allein von größeren Frachtmengen ab. Entscheidend sind vielmehr Kostendisziplin, Kapazitätssteuerung, Automatisierung, Kontraktlogistik und die Fähigkeit, mit Störungen in globalen Lieferketten umzugehen und daraus wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

DSV profitiert von der Schenker-Integration

DSV erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 76,7 Milliarden dänischen Kronen. Gegenüber dem Vorjahreswert von 62,0 Milliarden dänischen Kronen entspricht das einem Plus von 23 Prozent. Der dänische Logistikkonzern setzte zugleich die Integration von Schenker fort. Der Bruttogewinn stieg von 17,2 Milliarden auf 20,3 Milliarden dänische Kronen.

Das EBIT vor Sondereffekten erhöhte sich im Jahresvergleich um rund 33 Prozent auf 6,26 Milliarden dänische Kronen. Dazu trugen vor allem bessere Ergebnisse in der Luft- und Seelogistik sowie in der Kontraktlogistik bei. Nach Unternehmensangaben gelang die Verbesserung trotz eines schwierigen und stark schwankenden Marktumfelds.

Die Schenker-Integration bleibt nach der Übernahme ein zentraler Faktor für die Entwicklung von DSV. Der Konzern arbeitet daran, Synergien aus der Zusammenführung zu heben und gleichzeitig das operative Geschäft weiter auszubauen.

Nach Vorlage der Halbjahreszahlen präzisierte DSV seine Prognose für das EBIT vor Sondereffekten im Jahr 2026. Das deutet darauf hin, dass der Konzern die Entwicklung des zusammengeführten Geschäfts inzwischen besser einschätzen kann.

Kuehne+Nagel hebt Prognose nach starkem Luftfrachtgeschäft an

Kuehne+Nagel zählte unter den großen europäischen Speditionskonzernen zu den Unternehmen mit der deutlichsten Verbesserung. Der Nettoumsatz im zweiten Quartal stieg gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 6,6 Milliarden Schweizer Franken. Wechselkursbereinigt lag das Plus bei 11 Prozent. Das EBIT nahm um 11 Prozent auf 381 Millionen Schweizer Franken zu, der Nettogewinn um 10 Prozent auf 276 Millionen Schweizer Franken.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Luftlogistik. Der Umsatz wuchs um 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Schweizer Franken, während das EBIT um 35 Prozent auf 154 Millionen Schweizer Franken zulegte. Kuehne+Nagel führte die Verbesserung unter anderem auf Veränderungen im Kundenportfolio und gewonnene Marktanteile zurück, vor allem im Technologiesektor. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 1,1 Millionen Tonnen Luftfracht bewegt.

Auch die Straßenlogistik lieferte trotz des schwierigen europäischen Frachtmarkts bessere Ergebnisse. Der Umsatz erhöhte sich im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 1,0 Milliarden Schweizer Franken, das EBIT um 29 Prozent auf 36 Millionen Schweizer Franken. Nach Angaben des Unternehmens gewann Kuehne+Nagel in allen Regionen Marktanteile. Auch das Zollgeschäft lieferte positive Impulse.

Die Kontraktlogistik steuerte 1,2 Milliarden Schweizer Franken zum Umsatz bei, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das EBIT wuchs um 21 Prozent auf 51 Millionen Schweizer Franken.

In der Seelogistik machte sich die schwächere europäische Exporttätigkeit weiterhin bemerkbar. Effizienzgewinne sowie ein besseres Geschäft auf den Verbindungen zwischen Asien und Europa sowie zwischen Asien und Nordamerika verhalfen der Sparte jedoch zu einem EBIT von 140 Millionen Schweizer Franken bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden Schweizer Franken.

Konzernchef Stefan Paul verwies außerdem auf den rascheren Einsatz von künstlicher Intelligenz im gesamten Unternehmen. Die Anwendungen reichen von der Optimierung interner Abläufe bis zum Einsatz sogenannter KI-Agenten.

Nach den Halbjahreszahlen hob Kuehne+Nagel seine Prognose für das operative EBIT im Gesamtjahr auf 1,35 bis 1,55 Milliarden Schweizer Franken an.

DHL steigert den Gewinn deutlich schneller als den Umsatz

Die DHL Group verzeichnete einen der stärksten Umsatz- und Ergebniszuwächse des Quartals. Der Konzernumsatz nahm im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro zu. Im Vorjahreszeitraum waren es 19,8 Milliarden Euro. Das EBIT wuchs mit einem Plus von 30 Prozent deutlich schneller und erreichte 1,9 Milliarden Euro. Dadurch verbesserte sich die EBIT-Marge von 7,2 auf 8,3 Prozent.

DHL erklärte die Entwicklung mit höheren Sendungsgewichten bei DHL Express, knappen Kapazitäten im internationalen Luftfrachtmarkt und der Weitergabe gestiegener Treibstoffkosten. Zusätzlich wirkten sich ein besseres Ertrags- und Kapazitätsmanagement sowie strukturelle Einsparungen im Rahmen des Programms „Fit for Growth“ positiv auf die Profitabilität aus.

DHL Express entwickelte sich besonders dynamisch. Der Umsatz stieg um 21,5 Prozent auf 7,13 Milliarden Euro, das EBIT sogar um 64,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Zeitweise knappe Luftfrachtkapazitäten trugen rund 150 Millionen Euro zum Ergebnis der Sparte bei.

Auch Global Forwarding profitierte von größeren Luft- und Seefrachtmengen sowie stark schwankenden Frachtraten. Der Umsatz wuchs um 17,9 Prozent auf 5,45 Milliarden Euro, das EBIT um 21,9 Prozent auf 240 Millionen Euro.

Ein gemischteres Bild zeigte die Kontraktlogistik. DHL Supply Chain steigerte den Umsatz dank Zuwächsen in allen Regionen um 12,9 Prozent auf 4,72 Milliarden Euro. Das EBIT sank jedoch um 12,1 Prozent auf 305 Millionen Euro. Der Vergleich wurde durch positive Einmaleffekte im Vorjahr verzerrt.

DHL hatte seine Jahresprognose bereits im Juli angehoben und erwartet für 2026 nun ein EBIT von mehr als 6,5 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern mindestens 6,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der freie Cashflow ohne Berücksichtigung von Fusionen und Übernahmen soll bei etwa 3 Milliarden Euro liegen.

GEODIS hält die Marge trotz schwachen Straßentransports

GEODIS meldete für das erste Halbjahr eine verhaltene Umsatzentwicklung. Ausschlaggebend waren vor allem die besonders schwierigen Bedingungen im Straßengüterverkehr. Der französische Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 5,34 Milliarden Euro und ein EBITDA von 534 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge stieg dennoch von 9,9 auf 10,0 Prozent. Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis und Wechselkurse sank der Umsatz um 76 Millionen Euro beziehungsweise 1,4 Prozent.

Die Straßentransportaktivitäten in Frankreich, anderen europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten litten weiterhin unter einer schwachen Nachfrage im Straßentransport. Eine Ausnahme bildete das Teilladungsgeschäft in Polen. Dort profitierte GEODIS nach eigenen Angaben von der industriellen Aktivität in der Region.

Distribution & Express wuchs dank höherer Mengen in Frankreich sowie der Weitergabe gestiegener Treibstoffkosten. In der Kontraktlogistik blieb das Geschäft auf vergleichbarer Basis stabil. Dazu trugen die Gewinnung neuer Aufträge und die Erneuerung des Kundenportfolios bei.

Zugleich baute GEODIS seine Präsenz im europäischen Straßengüterverkehr weiter aus. Im März schloss der Konzern die Übernahme von Transports Malherbe ab und stärkte damit seine Position auf dem französischen Komplett- und Teilladungsmarkt.

Konzernchefin Marie-Christine Lombard erklärte, die Ergebnisse belegten die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells in einem volatilen Markt. Dieser wird unter anderem von der Rückverlagerung von Produktion, der Digitalisierung und der Energiewende geprägt.

GXO füllt die Auftragspipeline, während die Kontraktlogistik wächst

Der auf Kontraktlogistik spezialisierte Anbieter GXO erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 3,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 4,3 Prozent im Jahresvergleich. Das organische Umsatzwachstum lag bei 3,4 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg von 212 Millionen auf 219 Millionen US-Dollar. Der ausgewiesene Nettogewinn ging dagegen leicht von 28 Millionen auf 27 Millionen US-Dollar zurück.

Für die weitere Geschäftsentwicklung ist vor allem die Auftragspipeline relevant. Im Berichtsquartal gewann GXO neue Geschäfte im Wert von rund 410 Millionen US-Dollar – 34 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rund 40 Prozent dieser Aufträge entfielen auf strategische Wachstumsfelder des Unternehmens: Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, Technologie, Industrie und Life Sciences.

GXO hat nach eigenen Angaben bereits zusätzliche Umsätze von etwa 1 Milliarde US-Dollar für 2026 und 353 Millionen US-Dollar für 2027 gesichert. Die Auftragspipeline wuchs von 2,3 Milliarden US-Dollar am Quartalsende auf rund 2,7 Milliarden US-Dollar im Juli.

Konzernchef Patrick Kelleher nannte die Umsetzung im Vertrieb, das Betriebsmodell „GXO Way“ sowie die KI- und Automatisierungsplattform GXO IQ als die drei wichtigsten Prioritäten des Unternehmens.

Für das Gesamtjahr erwartet GXO ein organisches Umsatzwachstum zwischen 4 und 5 Prozent sowie ein bereinigtes EBITDA von 945 bis 965 Millionen US-Dollar.

C.H. Robinson steigert den Gewinn stärker als die Frachtmengen

Die Zahlen von C.H. Robinson unterstreichen eine weitere Entwicklung, die für Logistikunternehmen an Bedeutung gewinnt: Produktivität ist zunehmend wichtiger als reines Mengenwachstum. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 19,3 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Bruttogewinn erhöhte sich dagegen nur um 6,5 Prozent auf 738,0 Millionen US-Dollar. Das operative Ergebnis wuchs um 18,4 Prozent auf 255,7 Millionen US-Dollar, der Nettogewinn um 22,5 Prozent auf 186,8 Millionen US-Dollar.

Das Geschäft im nordamerikanischen Landtransport entwickelte sich nach Unternehmensangaben weiterhin besser als der Gesamtmarkt. Der Umsatz des Geschäftsbereichs North American Surface Transportation legte um 23,1 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar zu. Der bereinigte Bruttogewinn wuchs um 8,6 Prozent, das operative Ergebnis um 15,8 Prozent auf 189,8 Millionen US-Dollar.

Die kombinierten Volumina im Komplettladungs- und Teilladungsgeschäft lagen jedoch nur 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Das zeigt, dass die finanzielle Verbesserung vor allem auf Preise, höhere Produktivität und eine striktere Kostenkontrolle zurückging – nicht auf eine breit angelegte Erholung der Nachfrage.

C.H. Robinson zufolge lagen die durchschnittlichen Linehaul-Raten, die den Kunden im Komplettladungsgeschäft berechnet wurden, rund 25,5 Prozent höher. Die entsprechenden Transportkosten stiegen um 29,0 Prozent. Im Teilladungsgeschäft erhöhte sich der bereinigte Bruttogewinn um 21,7 Prozent.

Gleichzeitig sank die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im nordamerikanischen Landtransport gegenüber dem Vorjahr um 11,6 Prozent.

Konzernchef Dave Bozeman verwies auf die „Lean AI“-Strategie des Unternehmens. Die Produktivität im nordamerikanischen Landtransport und bei Global Forwarding habe sich seit Ende 2022 um mehr als 60 Prozent verbessert. Global Forwarding steigerte den Quartalsumsatz um 12,4 Prozent auf 896,6 Millionen US-Dollar. Das operative Ergebnis wuchs um 18,8 Prozent, obwohl der bereinigte Bruttogewinn nur um 0,7 Prozent zunahm.

Effizienz wird zum gemeinsamen Erfolgsfaktor

Die Ergebnisse sprechen nicht für eine breite Rückkehr zu starkem Wachstum am Frachtmarkt. GEODIS beobachtet in mehreren wichtigen Märkten weiterhin eine schwache Nachfrage im Straßentransport. C.H. Robinson beschreibt den nordamerikanischen Frachtzyklus nach wie vor als Talsohle. Auch Kuehne+Nagel verwies auf die verhaltene europäische Exporttätigkeit.

Die führenden Anbieter setzen daher andere Hebel ein, um ihre Ergebnisse zu verbessern. DSV profitiert vom Zusammenschluss mit Schenker. DHL setzt höhere Umsätze mithilfe von Kapazitäts- und Ertragsmanagement in ein deutlich schnelleres Gewinnwachstum um. Kuehne+Nagel profitiert vom starken Luftfrachtgeschäft und von Effizienzmaßnahmen, während C.H. Robinson stark auf Automatisierung und Produktivitätssteigerungen setzt.

Die wachsende Auftragspipeline von GXO und die von mehreren Konzernen gemeldeten Zuwächse in der Kontraktlogistik zeigen zugleich, dass Auslagerung, Automatisierung und spezialisierte Lieferkettendienstleistungen auch bei verhaltener Nachfrage nach klassischen Transportleistungen wichtige Wachstumsquellen bleiben.

Für Speditionen und Frachtführer außerhalb der großen Konzerne lautet die wichtigste Erkenntnis aus den Quartalszahlen deshalb nicht, dass eine klare Erholung der Transportmengen bevorsteht. Vielmehr verschärft sich der Wettbewerb um die Marge. Größe bleibt 2026 ein Vorteil – ebenso wichtig sind jedoch eine präzise Kapazitätssteuerung, automatisierte Prozesse und die Fähigkeit, Erträge konsequent zu sichern.

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