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Europas Lkw-Markt stabilisiert sich. E-Antriebe legen deutlich zu

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Europas Markt für schwere Nutzfahrzeuge zeigt im ersten Halbjahr 2026 weitere Anzeichen einer Stabilisierung. Daimler Truck steigerte die Auslieferungen im zweiten Quartal, MAN legte im Lkw-Geschäft zweistellig zu, Scania verbesserte Umsatz, Profitabilität und Auftragseingang deutlich, und Volvo hob seine Prognose für Europa an. Insgesamt sprechen die Ergebnisse für eine vorsichtige Erholung der Nachfrage.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Bild bleibt jedoch uneinheitlich. Die Unternehmen verweisen weiterhin auf Kostendruck, geopolitische Unsicherheiten und unterschiedliche Flottenerneuerungszyklen je nach Land. Gleichzeitig wachsen batterieelektrische Lkw und Busse zwar deutlich, starten aber von einem niedrigen Niveau – ihr Anteil am Gesamtmarkt bleibt entsprechend begrenzt.

Daimler Truck: Q2 legt zu, das Halbjahr bleibt knapp unter Vorjahr

Daimler Truck hat im zweiten Quartal 2026 insgesamt 86.707 Fahrzeuge abgesetzt. Das entspricht einem Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahresquartal (80.607).

Den größten Beitrag lieferte Mercedes-Benz Trucks: In Q2 kamen 38.970 Auslieferungen zusammen – 10 % mehr als im gleichen Zeitraum zuvor. Im ersten Halbjahr 2026 setzte Mercedes-Benz Trucks 73.456 Fahrzeuge ab, ein Zuwachs von 11 % im Jahresvergleich.

Trotz dieser Entwicklung lag der Konzern nach sechs Monaten leicht unter dem Vorjahr: Der Konzernabsatz sank um 1 % auf 155.556 Fahrzeuge (156.365). Belastend wirkten ein schwächerer Jahresauftakt in Nordamerika sowie ein Rückgang bei Daimler Buses um 16 %.

Ab dem 1. April 2026 beziehen sich die ausgewiesenen Zahlen nur noch auf fortgeführte Aktivitäten, nachdem die Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation in die ARCHION-Struktur überführt wurde.

Bei den elektrischen Auslieferungen zeigte sich ein stärkeres Wachstum als im Gesamtvolumen: In Q2 lieferte Daimler Truck 1.405 batterieelektrische Lkw und Busse aus – 21 % mehr als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr kamen 2.147 Einheiten zusammen, ein Plus von 23 %.

Scania steigert Umsatz, Auslieferungen und Profitabilität

Auch Scania hat das zweite Quartal 2026 mit einer deutlichen Verbesserung abgeschlossen. Der schwedische Hersteller steigerte den Umsatz um 6 % auf 53,1 Milliarden schwedische Kronen (rund 4,7 Milliarden Euro) nach 49,9 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum.

Die Auslieferungen stiegen um 7 % auf 26.274 Fahrzeuge, während der Auftragseingang sogar um 41 % auf 28.743 Fahrzeuge zulegte.

Auch die Profitabilität verbesserte sich. Die bereinigte operative Marge erhöhte sich von 9,8 % auf 11,6 %.

Nach Angaben des Unternehmens wurde das Ergebnis vor allem durch höhere Lkw-Auslieferungen, einen günstigeren Produktmix, Kostensenkungsmaßnahmen und das wachsende Servicegeschäft getragen. Diese Faktoren glichen die höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie die Anlaufkosten des neuen Produktionsstandorts in China vollständig aus.

Besonders stark entwickelte sich der Auftragseingang in Brasilien, unterstützt durch das Finanzierungsprogramm Move Brazil. Darüber hinaus zog der Absatz der neuen NEXT-ERA-Sattelzugmaschinen in China schrittweise an. Gleichzeitig konnte Scania nach eigenen Angaben die Lieferkettenprobleme überwinden, die das Unternehmen zu Jahresbeginn noch belastet hatten.

Scania hat im zweiten Quartal sehr starke Ergebnisse erzielt. Das ist besonders erfreulich angesichts der makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten sowie des zunehmenden Wettbewerbs auf den globalen Märkten“, erklärte Christian Levin, CEO von Scania und der TRATON Group.

Elektrofahrzeuge wachsen dynamisch – bleiben aber Nische

Auch bei den Zero-Emission-Fahrzeugen verzeichnete Scania ein starkes Wachstum. Im zweiten Quartal lieferte der Hersteller 265 emissionsfreie Fahrzeuge aus – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum (117 Einheiten).

Der Auftragseingang stieg von 156 auf 321 Fahrzeuge. Trotz des hohen Wachstums bleibt das Segment klein: Emissionsfreie Fahrzeuge machten im zweiten Quartal lediglich rund ein Prozent aller Scania-Auslieferungen aus.

MAN wächst bei Trucks zweistellig

MAN Truck & Bus beendete das erste Halbjahr 2026 mit einem Absatzplus von 8 % und rund 51.000 ausgelieferten Fahrzeugen. Den größten Anteil daran hatten Lkw: Rund 32.000 Trucks bedeuten für MAN ein Plus von 10 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Auch die übrigen Sparten legten zu: Die Auslieferungen von Vans stiegen um 6 % auf knapp 16.000 Einheiten, Busse um 2 % auf rund 3.300 Fahrzeuge. Der Motorenabsatz lag 17 % über Vorjahr.

MAN berichtet von einer anziehenden Nachfrage in vielen europäischen Märkten, während Deutschland hinter dieser Entwicklung zurückblieb. Gleichzeitig betont das Unternehmen weiterhin große Unterschiede zwischen den Ländern.

Am dynamischsten wuchs das Segment der vollelektrischen Fahrzeuge: Der Absatz stieg um 37 % auf etwa 1.100 Einheiten – darunter rund 600 elektrische Lkw und mehr als 500 elektrische Busse.

Die Absatzentwicklung zeigt, dass unser breites Produktportfolio auch in einem herausfordernden Marktumfeld gut funktioniert. Gleichzeitig gewinnen batterieelektrische Fahrzeuge für unsere Kunden zunehmend an Bedeutung, sagte Friedrich Baumann, Vorstand bei MAN Truck & Bus für Vertrieb und Kundenlösungen.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 kündigt MAN weitere elektrische Varianten für den Stadt- und Regionalverkehr an.

Die schweren Baureihen eTGX und eTGS sollen in einer typischen 4×2-Sattelzugmaschinen-Konfiguration auf rund 570 Kilometer Reichweite kommen. Der eTGM, ausgerichtet auf urbane und regionale Distribution, soll bis zu 500 Kilometer erreichen. Gegen Jahresende sollen außerdem die Auslieferungen des elektrischen Reisebusses MAN Lion’s Coach E starten, der bis zu 650 Kilometer Reichweite bieten soll.

Volvo steigert Ergebnis und hebt Europa-Ausblick an

Die Volvo Group hat im zweiten Quartal 2026 operativ deutlich zugelegt: Der Betriebsgewinn stieg um 35 % auf 13,5 Milliarden schwedische Kronen, nach 9,96 Milliarden schwedischen Kronen im Vorjahresquartal.

Der organische Umsatz wuchs um 7 %; Fahrzeug- und Servicegeschäft entwickelten sich in ähnlichem Tempo.

Unterstützt wurde das Ergebnis durch geringere Ausgaben – unter anderem durch reduzierte Forschungs- und Entwicklungskosten. Das half, die Effekte von Zöllen in den USA sowie höhere Transport- und Materialkosten abzufedern.

Für Europa besonders relevant: Volvo hat seine Markterwartung nach oben angepasst. Der Konzern rechnet für 2026 nun mit 315.000 neuen Lkw-Zulassungen in Europa – nach 310.000, die im April prognostiziert wurden.

CEO Martin Lundstedt erklärte, dass die Nachfrage in Europa und Südamerika weiter schrittweise zulegt, während Nordamerika einen besonders starken Anstieg beim Auftragseingang verzeichnete.

Europa bleibt Schlüsselregion für die Hersteller

In Summe zeigen die Updates, wie wichtig Europa für die großen Nutzfahrzeughersteller bleibt – und dass die Region im ersten Halbjahr 2026 vergleichsweise solide Ergebnisse geliefert hat.

Mercedes-Benz Trucks steigerte den Absatz um 11 %, MAN um 10 %, und Volvo erhöhte seine Prognose für die Zahl neuer Lkw-Zulassungen in Europa.

Die Nachfrage verbessert sich, doch der Trend ist alles andere als einheitlich. Die Hersteller verweisen weiterhin auf deutliche Unterschiede zwischen Ländern und Segmenten. Deutschland liegt weiterhin unter dem Tempo, das in Teilen Europas zu sehen ist. Zudem bleiben die Unternehmen vorsichtig – wegen Kostendruck, Veränderungen in der Handelspolitik und anhaltender geopolitischer Risiken.

Elektrofahrzeuge wachsen deutlich, bleiben aber ein Nischensegment

Ein gemeinsamer Nenner bei Daimler Truck, MAN und Scania ist das starke Wachstum batterieelektrischer Fahrzeuge. Daimler Truck steigerte die Auslieferungen elektrischer Nutzfahrzeuge im ersten Halbjahr um 23 %, MAN meldete ein Plus von 37 %. Scania verdoppelte im zweiten Quartal sowohl die Auslieferungen als auch den Auftragseingang bei emissionsfreien Fahrzeugen. Bei allen Herstellern wächst das Elektrosegment deutlich schneller als das Gesamtgeschäft.

Dennoch bleiben die Stückzahlen gering. Bei Daimler Truck machten batterieelektrische Fahrzeuge im ersten Halbjahr rund 1,4 % der Konzernverkäufe aus. MAN lieferte rund 600 elektrische Lkw aus, während Scania im zweiten Quartal 265 emissionsfreie Fahrzeuge auslieferte – etwa 1 % aller Fahrzeugauslieferungen des Herstellers.

Weiteres Wachstum hängt von den Anschaffungspreisen der Fahrzeuge, der Ladeinfrastruktur, den Energiekosten und davon ab, ob sich einzelne Transportanwendungen wirtschaftlich darstellen lassen.

Nordamerika bleibt volatiler

Bei der Volvo Group sprangen die Lkw-Bestellungen in Nordamerika im zweiten Quartal um 122 % nach oben – nach mehreren Jahren mit schwächerer Nachfrage.

Volvo weist jedoch darauf hin, dass sich das stärkere Orderbuch bislang noch nicht vollständig in den Verkäufen an Endkunden widerspiegelt: Diese lagen im zweiten Quartal weiterhin unter dem Vorjahresniveau.

Daimler Truck steigerte die Verkäufe im Segment Trucks North America im zweiten Quartal um 8 % auf 41.687 Fahrzeuge, schloss das erste Halbjahr insgesamt jedoch mit einem Minus von 8 % ab.

Die Zahlen sprechen zwar für eine mögliche Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte 2026 – insgesamt bleibt der Markt aber weniger berechenbar als Europa.

Ausblick auf H2: Verhalten optimistisch

Die Ergebnisse aus dem zweiten Quartal und dem ersten Halbjahr zeigen Fortschritte, aber noch keine vollständige Erholung des Marktes.

Daimler Truck gewann im zweiten Quartal an Schwung, obwohl das Halbjahr insgesamt leicht niedriger ausfiel. MAN wuchs sowohl insgesamt als auch im Lkw-Geschäft. Volvo verbesserte die Profitabilität und schraubte den Europa-Ausblick nach oben.

Am deutlichsten zeigt sich die Verbesserung in den europäischen Aktivitäten der Hersteller – auch wenn die Entwicklung je nach Markt weiterhin ungleich verläuft.

Gegenüber dem Vorjahr liefert das erste Halbjahr 2026 mehr Gründe für Zuversicht. Wie stark sich die Erholung fortsetzt, hängt jedoch von der finanziellen Lage der Transportunternehmen, dem Zugang zu Finanzierung und dem Tempo der Flottenerneuerung ab.

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