Die Unternehmen gaben die Vereinbarung am Mittwoch bekannt. CMA CGM übernimmt dabei die Third-Party-Logistics-Tochter von FedEx Corp. Der Abschluss der Transaktion wird für 2026 erwartet – vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Für CMA CGM ist der Schritt Teil der Strategie, sich stärker als End-to-End-Logistikanbieter aufzustellen und die Abhängigkeit vom Containertransport zu verringern. Nach Angaben des Konzerns würde die Transaktion die Kontraktlogistik-Aktivitäten von CEVA in Nordamerika nahezu verdreifachen.
FedEx Supply Chain bringt rund 10.000 Beschäftigte sowie ein Netzwerk für Lager- und Fulfillment-Services mit. Nach der Integration käme CEVA in Nordamerika auf rund 150 Lagerstandorte. Insgesamt würde die Präsenz in der Region auf mehr als 240 Standorte und rund 20.000 Mitarbeitende wachsen.
CMA CGM betont, dass die Übernahme die langfristigen Investitionen in die US-Lieferkette unterstreiche. Zugleich passe sie zur Ausrichtung des Konzerns, integrierte Leistungen über See, Land und Luft sowie in der Kontraktlogistik aus einer Hand anzubieten.
Rodolphe Saadé, Chairman und CEO der CMA CGM Group, bezeichnete die Akquisition und die geplante Zusammenarbeit mit FedEx als wichtigen Meilenstein für die Entwicklung von CEVA Logistics und für die Logistikaktivitäten des Konzerns in Nordamerika.
„Wir bauen damit unsere Fähigkeit aus, Kunden integrierte Supply-Chain-Lösungen anzubieten“, sagte er.
Langfristige Partnerschaft mit FedEx
Zum Paket gehört zudem eine weitreichende kommerzielle Partnerschaft zwischen CMA CGM und FedEx. Geplant sind mehrjährige Vereinbarungen in der See- und Luftfracht. In der Seefracht soll CMA CGM für FedEx auf nicht exklusiver Basis als bevorzugter Carrier fungieren.
Auch bei ausgewählten Luftfrachtkapazitäten wollen beide Unternehmen zusammenarbeiten. Ziel ist es, Flugzeuge besser auszulasten und zugleich flexiblere Langstreckenkapazitäten anzubieten. Die Vereinbarungen in der Luft- und Seefracht sollen schrittweise bis 2028 umgesetzt werden.
Wie Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtet, könnten die kommerziellen Partnerschaften CMA CGM über einen Zeitraum von zehn Jahren zusätzliche Erlöse von fast 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 3 Milliarden Euro) einbringen.
Für FedEx fügt sich der Verkauf in die Strategie ein, das Unternehmen zu verschlanken und sich stärker auf das Kerngeschäft rund um Zustellung und Transport zu konzentrieren. FedEx-Präsident und CEO Raj Subramaniam erklärte, die Entscheidung ermögliche es, den Fokus auf margenstärkere Segmente wie Healthcare, Automotive, Aerospace und Rechenzentren zu legen.
Der Verkauf folgt zudem auf die jüngste Abspaltung von FedEx Freight, dem Less-than-Truckload-Geschäft (LTL), mit der FedEx sein Portfolio weiter neu ordnet.
Reedereien bauen ihre Logistiknetzwerke aus
Bei CMA CGM reiht sich die Übernahme in eine Serie von Zukäufen ein, mit denen der Konzern CEVA zu einer globalen Logistikplattform ausgebaut hat. Seit der Übernahme der Kontrolle über CEVA Logistics im Jahr 2019 kamen unter anderem Geschäftsbereiche von Ingram Micro (Commerce & Lifecycle Services), GEFCO sowie Bolloré Logistics hinzu.
Die Entwicklung steht zugleich für einen breiteren Branchentrend: Große Reedereien nutzen die Gewinne aus den außergewöhnlich profitablen Jahren im Containergeschäft, um gezielt in Logistik, Luftfracht, Terminals und Hinterlandverkehre zu investieren. Ziel ist es, die Abhängigkeit von den zyklischen Schwankungen der Seefrachtraten zu verringern und einen größeren Anteil an den Supply-Chain-Ausgaben ihrer Kunden zu sichern.
Der Deal um FedEx Supply Chain ist damit weit mehr als der Erwerb zusätzlicher Lagerkapazitäten. CMA CGM stärkt seine Position auf dem nordamerikanischen Markt für Kontraktlogistik, baut das CEVA-Netzwerk deutlich aus und vertieft gleichzeitig die Zusammenarbeit mit einem der weltweit größten Transport- und Logistikunternehmen.









