Hafen von Rotterdam: Sechs Millionen Euro für ein geflopptes Projekt?

Hafen von Rotterdam: Sechs Millionen Euro für ein geflopptes Projekt?
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Es sollte das größte, modernste Container-Austausch-System seiner Art werden. Doch das Vorzeige-Projekt scheint sich zu einem Flop zu entwickeln.

Der Hafen von Rotterdam aspiriert seit einiger Zeit zum „ smarten Hafen“ . Ein Beispiel für die Ambitionen ist die Realisierung der Container Exchange Route (CER). Um die fünf unabhängigen Deepsea-Containerterminals im Hafen zu verbinden, hat der Hafenbetrieb ein spezielles Straßennetz eingeführt, dass alle Terminals, Containerdepots, Distributionszentren und Zolleinrichtungen verbindet.  Das Tüpfelchen auf dem „i” sollten unbemannte Fahrzeuge sein, die auf der CER zum Einsatz kommen sollten. In die Realisierung der Container Exchange Route wurden bis dato sechs Millionen Euro investiert, doch jetzt hat der Hafen überraschenderweise beschlossen, das Projekt vorerst auszusetzen.

Wie Nieuwsblad Transport berichtet, soll der Hafenbetreiber bereits im Mai die Ausschreibung für die autonomen Fahrzeuge storniert haben, da zu viele Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Projekts waren. Vor allem bestand das Risiko, dass die Herstellung eines entsprechenden Fahrzeugmodells sich über Jahre hinziehen könnte und die Route in dieser Zeit unbenutzt bleiben würde. Das Projekt hat auch viel Kritik seitens der Gewerkschaften ausgelöst. Diese befürchten, dass der Einsatz von autonomen Fahrzeugen eine signifikante Reduzierung von Arbeitsplätzen zur Folge haben wird.  Schätzungen zufolge könnten sogar 70 Stellen gestrichen werden.

Die Frist für die Durchführung des Projekts endet Mitte Dezember. Der CEO des Hafens, Allard Castelein, wollte sich nicht dazu äußern, wie es mit der CER weitergeht.

Foto: Wikiemdia_Zairon

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