Foto: Hapag-Lloyd

Hapag-Lloyd verliert 256 Millionen Dollar. Frachtraten und Hormuskrise drücken Reederei tief ins Minus

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Hapag-Lloyd ist schwach ins Jahr 2026 gestartet. Die Hamburger Containerreederei hat im ersten Quartal einen Verlust von 256 Millionen US-Dollar verbucht. Hauptgründe waren deutlich gesunkene Frachtraten, wetterbedingte Störungen der Lieferketten und die Folgen der Blockade der Straße von Hormus.

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Das Konzern-EBIT lag nach Unternehmensangaben bei minus 157 Millionen US-Dollar (minus 134 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal hatte Hapag-Lloyd noch ein EBIT von 487 Millionen US-Dollar beziehungsweise 463 Millionen Euro erzielt.

Unter dem Strich verbuchte die Reederei einen Konzernverlust von 256 Millionen US-Dollar (219 Millionen Euro), nach einem Gewinn von 469 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2025.

Frachtraten brechen ein

Der Konzernumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr von 5,3 auf 4,9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise von 5,05 auf 4,2 Milliarden Euro.

Hauptgrund waren deutlich niedrigere Frachtraten. Im Segment Linienschifffahrt fiel die durchschnittliche Rate von 1.471 auf 1.330 US-Dollar je TEU. Die Transportmenge blieb dagegen mit 3,203 Millionen TEU nahezu stabil.

Zusätzlich belasteten schwere Unwetter in Europa und Nordamerika den Terminalbetrieb und die Lieferketten. Hinzu kamen die Auswirkungen der Blockade der Straße von Hormus.

Hapag-Lloyd hatte bereits Ende April erklärt, dass mehrere eigene Containerschiffe im Persischen Golf festsaßen. Konzernchef Rolf Habben Jansen sprach damals von zusätzlichen Belastungen von rund 50 Millionen US-Dollar pro Woche – unter anderem durch höhere Treibstoff- und Versicherungskosten.

Linienschifffahrt deutlich im Minus

Besonders stark traf die Entwicklung das Kerngeschäft der Reederei. Das EBIT im Segment Linienschifffahrt sackte von plus 472 Millionen auf minus 174 Millionen US-Dollar ab. Auch das EBITDA halbierte sich nahezu von 1,067 Milliarden auf 447 Millionen US-Dollar.

„Mit dem Verlauf des ersten Quartals können wir nicht zufrieden sein, denn wetterbedingte Störungen der Lieferketten und der Druck auf die Frachtraten führten zu einem deutlichen Ergebnisrückgang“, erklärte CEO Rolf Habben Jansen.

Gleichzeitig verwies der Konzernchef darauf, dass das neue Gemini-Netzwerk „unter schwierigen Bedingungen seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt“ habe.

Terminalgeschäft entwickelt sich stabiler

Wesentlich robuster entwickelte sich das Segment Terminal & Infrastruktur. Dort stieg der Umsatz von 109 auf 168 Millionen US-Dollar. Das EBIT verbesserte sich leicht von 15 auf 18 Millionen US-Dollar.

Hapag-Lloyd führt dies vor allem auf die erstmalige Vollkonsolidierung des indischen Containergeschäfts von J M Baxi sowie auf Mengenwachstum in Lateinamerika und Indien zurück.

Prognose bleibt unverändert

Trotz des schwachen Jahresauftakts hält Hapag-Lloyd an seiner Prognose für 2026 fest. Der Vorstand erwartet weiterhin ein Konzern-EBITDA zwischen 1,1 und 3,1 Milliarden US-Dollar. Beim EBIT rechnet die Reederei mit einer Bandbreite zwischen minus 1,5 Milliarden und plus 0,5 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf erhebliche Unsicherheiten durch volatile Frachtraten und die geopolitische Lage im Nahen Osten.

Die Zahlen zeigen, wie stark die internationale Containerschifffahrt derzeit unter geopolitischen Krisen, steigenden Betriebskosten und schwacher Marktdynamik leidet.

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