Hapag-Lloyd

Kuehne+Nagel kauft Biofuel-Kontingent, eingesetzt wird es auf anderen Schiffen

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Kuehne+Nagel sichert sich bei Hapag-Lloyd ein Kontingent von 1.000 Tonnen maritimem Biokraftstoff für Transporte auf der Relation Ostasien–Nordeuropa. Der Clou: Der Kraftstoff muss nicht zwingend auf genau den Schiffen verbrannt werden, die die Container des Logistikers an Bord haben. Grundlage ist das in der Schifffahrt etablierte Book-and-Claim-Prinzip: Der Einsatz wird an anderer Stelle in der Flotte nachgewiesen, die verifizierten CO2-Einsparungen werden dem Kunden gutgeschrieben.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Konkret setzt Kuehne+Nagel dafür das Produkt Ship Green von Hapag-Lloyd ein. Ab April bis Dezember 2026 sollen damit rund 3.300 TEU Seefracht auf der Verbindung zwischen Ostasien und Nordeuropa abgedeckt werden. Es handelt sich um die erste gemeinsame Vereinbarung der beiden Unternehmen zu nachhaltigen Kraftstoffen – mit Biokraftstoff auf Abfallbasis als Kernbestandteil.

Hapag-Lloyd beziffert die daraus resultierende, unabhängig bestätigte Einsparung auf 2.979 Tonnen CO2 (Well-to-Wake). Der Biokraftstoff stammt aus Abfall- und Reststoffen und erfüllt die Nachhaltigkeitskriterien der EU-Richtlinie Renewable Energy Directive III (RED III).

Gekauft wird heute – genutzt wird dort, wo es passt

Dass der Biokraftstoff nicht zwangsläufig im Tank des „richtigen“ Schiffs landet, ist Teil des Konzepts. Beim Book-and-Claim-Modell setzt Hapag-Lloyd den alternativen Kraftstoff innerhalb der eigenen betriebenen Flotte dort ein, wo Bunkern praktikabel ist. Die Emissionsminderung wird unabhängig geprüft und anschließend Kuehne+Nagel zugeordnet, unter anderem für die Scope-3-Berichterstattung der Kunden.

In der Praxis hat sich dieses Vorgehen in vielen Dekarbonisierungsdeals der Schifffahrt durchgesetzt. Hintergrund: Alternative Kraftstoffe sind in den Häfen noch nicht flächendeckend in ausreichenden Mengen verfügbar. Das Modell bündelt den physischen Einsatz an geeigneten Standorten und verknüpft ihn zugleich finanziell mit einer nachgewiesenen, realen Nutzung.

Entscheidend für die Glaubwürdigkeit ist dabei, dass Kraftstoffeinsatz, Emissionsfaktoren und die Zuordnung der Einsparungen sauber verifiziert werden – und dass es nicht zu Doppelzählungen kommt.

Kleines Volumen, große Signalwirkung

Die abgedeckten 3.300 TEU sind gemessen an den gesamten Seefrachtaktivitäten beider Unternehmen nur ein kleiner Ausschnitt. Relevanter ist das Muster dahinter: Große Spediteure und Reedereien kaufen niedrigere Emissions-Optionen zunehmend vor, um Nachfrage aufzubauen – auch mit Blick auf strengere Regulierung und wachsende Anforderungen an die Emissionsberichterstattung.

Hapag-Lloyd strebt Netto-Null im Flottenbetrieb bis 2045 an. Kuehne+Nagel plant Netto-Null entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2050.

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