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Straße von Hormus: Iran setzt zwei Containerschiffe fest. Pentagon warnt vor monatelanger Störung

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Die Festsetzung zweier Containerschiffe durch den Iran in der Straße von Hormus verschärft die Lage - mit spürbaren Folgen für die weltweiten Lieferketten. Nach Einschätzung von Hapag-Lloyd bleibt der Containerverkehr selbst dann noch sechs bis acht Wochen aus dem Takt, wenn sich die Situation rasch beruhigt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

In der Straße von Hormus sind zwei Containerschiffe aufgebracht und in Richtung Bandar Abbas gebracht worden. Für Reedereien, die ohnehin mit Umleitungen, steigenden Kosten für Kriegsrisiken und unsicheren Anläufen in den Golfhäfen kämpfen, ist das eine weitere Eskalationsstufe. Gleichzeitig warnte das Pentagon gegenüber US-Abgeordneten, dass eine mögliche Minenräumung in der Meerenge bis zu sechs Monate dauern könnte. Der Ölpreis zog erneut an – und damit auch der Druck auf die Treibstoffkosten.

Wie Reuters berichtet, handelt es sich bei den von den iranischen Revolutionsgarden festgesetzten Schiffen um die unter Panama-Flagge fahrende MSC Francesca sowie die unter Liberia-Flagge registrierte Epaminondas. An Bord befanden sich laut Bericht rund 40 Seeleute; die Besatzungen sollen in Sicherheit sein.

Für den Linienschifffahrtsmarkt geht es damit nicht nur um die Frage, ob eine Passage möglich ist – sondern zu welchen Bedingungen. Jede weitere Festsetzung macht die Route schwieriger kalkulierbar: Versicherungen werden komplizierter, Zeitpläne unsicherer, und insbesondere Reedereien mit weiterhin geplanten Golf-Anläufen geraten unter zusätzlichen Druck.

Die Einschätzung aus dem Pentagon deutet auf einen deutlich längeren Zeithorizont hin, als viele Marktteilnehmer zuletzt einkalkuliert hatten. Laut AP erklärten US-Verteidigungsvertreter in einem vertraulichen Briefing vor dem Verteidigungsausschuss des Repräsentantenhauses, dass die Minenräumung in der Meerenge bis zu sechs Monate beanspruchen könnte.

Das liegt deutlich über dem Zeitfenster, das die Reedereien selbst für die Stabilisierung ihrer Netzwerke nennen. Reuters meldete am 8. April, dass Hapag-Lloyd nach einer Beruhigung der Lage im Nahen Osten weiterhin sechs bis acht Wochen veranschlagt, um wieder zu einem normalen Verkehrsfluss zurückzukehren. Zudem bezifferte die Reederei die laufenden Belastungen auf fünfzig bis sechzig Millionen US-Dollar pro Woche – ein Teil davon dürfte an Kunden weitergegeben werden.

Selbst wenn die sichere Durchfahrt früher wieder möglich sein sollte, bleibt die wirtschaftliche Aufräumarbeit: Fahrpläne, Umläufe und die Verfügbarkeit von Equipment müssen nach Wochen der Störungen neu austariert werden.

Am schnellsten reagiert der Energiemarkt. Reuters berichtete am Freitag, dass Brent auf rund 107 US-Dollar je Barrel stieg – ein Plus von 18 Prozent innerhalb einer Woche. WTI kletterte auf 96.61 und lag im selben Zeitraum 15 Prozent höher. Außerdem verwies Reuters darauf, dass die Meerenge zuvor etwa 20 Prozent der weltweiten Rohöl- und LNG-Ströme abgewickelt hatte.

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