Nachdem Hellmann Worldwide Logistics für seine Abschlagforderung seitens der Frachtführer und Branchenverbände mächtig Kritik geerntet hat, hat der Logistikdienstleister jetzt davon abgesehen und den ganzen Vorfall als Versehen bezeichnet.

Für heftige Kontroversen hat letztens in der Transportbranche ein Schreiben von Hellmann Worldwide Logistics gesorgt. Laut dem Schreiben mit der Überschrift „Coronavirus: Maßnahmen zur Netzsicherung“, das trans aktuell vorliegt, soll der Logistikdienstleister von seinen Frachtführern anlässlich der Corona-Krise einen Abschlag von der Nettofracht gefordert haben. Als Gegenleistung sollten die Unternehmen als bevorzugt gelistet werden.

Das Schreiben hat für großen Wirbel in der Branche gesorgt, sowohl Unternehmen als auch Branchenverbände zeigten sich empört über die Forderung des Logistikers. Schließlich hat Hellman ein Rückzieher gemacht und offiziell informiert, dass das Schreiben als gegenstandlos zu betrachten ist.

Der Fall Hellmann kann aber symptomatisch für die Logistikbranche, die momentan angesichts der Corona-Krise vor einer Herausforderung und vielleicht sogar vor einer Neuordnung steht.  Die Lage auf dem Transportmarkt ist dynamischer denn je und die Zukunft nicht absehbar. Ähnliche Abschlagforderungen können in naher Zukunft häufiger vorkommen.Glaubwürdige Prognosen für die Entwicklung der Frachtraten sind momentan nicht noch möglich, aber prinzipiell müssen Frachtführer aufgrund der turbulenten Lage auf dem Transportmarkt auf einen Ratenverfall vorbereitet sein.

Sprit so günstig wie zuletzt im August 2016

Ein Trost für die Transportbranche können die Benzinpreise sein, die laut einer jüngsten Marktauswertung des ADAC in Deutschland im Monatsdurchschnitt so günstig wie zuletzt im August 2016 sind. .

Der Kraftstoffmarkt steht damit weiterhin im Zeichen der Corona-Krise. Die Angst vor einer globalen Rezession und die zurückgehende Nachfrage sowie das große Ölangebot am Weltmarkt lassen die Rohölnotierungen weiter sinken. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell knapp 23 Dollar, das sind noch einmal vier Dollar weniger als vor einer Woche. Rohöl ist damit so billig wie zuletzt im Jahr 2002. Ein  weiterer Rückgang der Spritpreise ist möglich.

Digitalisierung ist die Antwort

Deutsche Telekom hat Ende 2019 den Bericht „Index der Digitalisierung mittelständischer Unternehmen 2019/2020” veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass der Digitalisierungsgrad in der deutschen Logistik höher ist als in vielen anderen Branchen. Wie die Studie zeigt, ist die Digitalisierung in der Logistik für die zukünftige Geschäftsentwicklung von großer BedeutungÜber die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) hat dieses Thema bereits fest in ihrer Geschäftsstrategie verankert. 

Gerade jetzt sollten die Digitalisierung und Plattformisierung zwingende Voraussetzung sein für Firmen, die während der Krise wettbewerbsfähig bleiben wollen. Besonders Speditionen können massiv profitieren. Der Anfang muss gar nicht schwer sein, oft ist er mit der Nutzung  von Online-Frachtmarktplätzen gemacht.

Foto: Hellmann

 

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