Das ifo Institut hat seine Konjunkturprognose für das kommende Jahr wegen des erneuten Shutdowns gesenkt. Die Forscher gehen nun für 2021 von einem Wachstum der deutschen Wirtschaft in Höhe von 4,2 Prozent aus.

Zuvor hatten die Forscher des ifo Instituts für 2021 ein Wachstum von 5,1 Prozent prognostiziert. Da sich die Erholung der Wirtschaft wegen des erneuten Shutdowns nach hinten verschieben wird, wurde die Konjunkturprognose nun auf 4,2 Prozent nach unten korrigiert. Dafür wurde aber die Vorhersage für das Jahr 2022 auf plus 2,5 Prozent von plus 1,7 Prozent angehoben.

Wegen des neuerlichen Shutdowns bei uns und in anderen Ländern verschiebt sich die Erholung nach hinten. Erst Ende 2021 wird die Produktion von Waren und Dienstleistungen ihr Vorkrisenniveau erreichen. Das laufende Jahr dürfte als Folge des Shutdowns mit einem abermaligen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts enden, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Insgesamt erwartet das ifo Institut, dass die Wirtschaftsleistung des Jahres 2020 um 5,1 Prozent geschrumpft sein dürfte, zuvor hatten die Forscher minus 5,2 Prozent angenommen. Allerdings wurde in der Prognose die am vergangenen Sonntag beschlossene Schließung von Teilen des Einzelhandels nicht berücksichtigt.

Unter dieser Annahme wird die Zahl der Arbeitslosen von 2,3 Millionen im Jahr 2019 (5,0 Prozent) auf 2,7 Millionen im Jahr 2020 steigen (5,9 Prozent) und im kommenden Jahr stabil bleiben. Die Exporte werden nach minus 9,7 Prozent im Jahr 2020 im kommenden Jahr um 8,8 Prozent und im Jahr 2022 um 6,1 Prozent wachsen. Die Importe werden nach minus 8,7 Prozent dann im Jahr 2021 um 6,8 Prozent und im Jahr 2022 sogar um 7,1 Prozent steigen. Damit nimmt der viel kritisierte Überschuss der Leistungsbilanz von 235,2 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 281,1 Milliarden Euro im Jahr 2022 zu. Das Loch in der Staatskasse schrumpft von 160,5 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 133,0 Milliarden im kommenden Jahr und auf 84,3 Milliarden im Jahr 2022.

Jedoch geht das ifo Institut davon aus, dass das Schließen des stationären Nichtlebensmittel-Einzelhandels zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 10. Januar 2021 den Konjunktureinbruch am Ende dieses Jahres verstärken wird,einen bedeutenden Teil der Umsatzausfälle dürfte aber der Online-Handel kompensieren.

Foto:Pixabay/Gerd Altmann

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