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In Brandenburg werden 330 neue Stellplätze entstehen. Das ist aber nur ein Tropfen im Ozean der dringenden Bedürfnisse. Es wird Jahrzehnte dauern, bis es in Deutschland eine ausreichende Infrastruktur gibt. Schon jetzt fehlen 31.000 Parkplätze, das Transportvolumen steigt aber von Jahr zu Jahr.

An den stark befahrenen Autobahnen A24 und A10 sollen bis Ende 2022 330 LKW-Stellplätze entstehen, berichtet die Märkische Allgemeine. Zufolge der Aussage des brandenburgischen Verkehrsministeriums sollen an der A2, A10, A13 und A24 zudem die Autohöfe um zusätzliche 700 Stellplätze erweitert werden. Diese Maßnahmen werden jedoch nicht bevor 2022 oder 2023 beginnen.Zu Beginn dieses Jahres kündigte das Verkehrsamt in Nordrhein-Westfalen zudem Pläne für den Ausbau von Autohöfen an.

Ein Tropfen im Ozean der Bedürfnisse

Allein in Brandenburg fehlen derzeit rund 1.500 Parkplätze für LKW. Derzeit sind 3.800 verfügbar. Weitere 300 sollen innerhalb von vier Jahren entstehen, da die Bedürfnisse der Branche rasant wachsen. Zufolge einer Analyse der Vereinigung Deutscher Autohöfe VEDA fehlen in Deutschland 31.000 Stellplätze für LKW. Die Analyse basiert auf Angaben von Behörden und Zählungen auf bestimmten Strecken. Jedes Jahr werden durchschnittlich bis zu 1500 neue Parkplätze geschaffen. Diese Zahl ist zurückgegangen, weil sich das Potential der vereinfachten Rechtsprozeduren für solche Investitionen ausgeschöpft hat „Meistens entstehen nur kleine Autohöfe”, bedauern die Vereinsmitglieder.

Fahrer zwischen Hammer und Amboss

Wenn der Tacho nach einer Pause ruft, müssen Kraftfahrer aufgrund des Mangels einer geeigneten Infrastruktur entscheiden, ob sie die Vorschriften in Bezug auf Lenk- und Ruhezeiten brechen oder im Parkverbot stehen bleiben (z. B. am Straßenrand oder in einer Ein- oder Ausfahrt).

Die Situation wird eskalieren

Das Transportvolumen steigt, gleichzeitig steigt aber die Zahl der Stellplätze nicht.  Nach Schätzungen des Bundesverkehrsministeriums aus dem Jahr 2010 sollte das Volumen bis 2030 um 17% steigen. Unterdessen wurde das für 2030 prognostizierte Niveau schon im Jahr 2017 erreicht. Die Bundesregierung erwartet einen deutlichen Anstieg des LKW-Verkehrs. In den nächsten 12 Jahren soll die Zahl der LKW noch um ein Drittel steigen.

Strategie muss sich ändern

Laut VEDA ist es notwendig, die Strategie zu ändern. Auch außerhalb der Autobahnen sollten Autohöfe geschaffen werden. Andernfalls wird die Situation hierzulande eskalieren. Mitglieder des Vereins betonen, dass Parkhöfe außerhalb von Autobahnen im Durchschnitt um 50.000 Euro billiger sind.

Es entstehen auch immer mehr Pilotprogramme, die LKW-Fahrern helfen sollen, einen geeigneten Stellplatz zu finden. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat beispielsweise ein intelligentes Steuerungsverfahren entwickelt. „Telematisch gesteuertes Kompaktparken” heißt das Projekt, mithilfe dessen die Kapazitäten von Raststätten erhöht und die Zahl von gefährlichen Parkmannövern bei Einhaltung der vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer reduziert werden sollen.

Foto:Wikimedia.org

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