Bartosz Wawryszuk

InPost-Übernahme: EU gibt grünes Licht

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Die geplante Übernahme von InPost hat in der EU eine wichtige regulatorische Hürde genommen: Die Europäische Kommission hat die Transaktion mit einem Eigenkapitalwert von rund 7,8 Milliarden Euro ohne Auflagen genehmigt. Damit steht voraussichtlich nur noch die wettbewerbsrechtliche Freigabe aus Vietnam aus. Das Konsortium wird von FedEx, Advent International, Rafał Brzoska und PPF Group getragen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Punkte:

  • Die Europäische Kommission hat die Übernahme von InPost am 17. August 2026 ohne Auflagen genehmigt.
  • Das Angebot bewertet jede InPost-Aktie mit 15,60 Euro. Daraus ergibt sich ein gesamter Eigenkapitalwert von rund 7,8 Milliarden Euro.
  • FedEx und Advent International sollen jeweils 37 Prozent an der Erwerbsgesellschaft halten. Auf A&BBR Investments von Rafał Brzoska entfallen 16 Prozent, auf PPF Group 10 Prozent.
  • Als letzte behördliche Freigabe wird noch die Entscheidung der vietnamesischen Wettbewerbsbehörde erwartet.
  • Die Prüfung in Vietnam soll spätestens am 8. September 2026 abgeschlossen sein, obwohl InPost dort nicht tätig ist.
  • Die Annahmefrist wurde bis zum 18. September 2026 verlängert.

Die Übernahme wurde im Februar 2026 vereinbart. Das Konsortium bietet den InPost-Aktionären 15,60 Euro je Aktie in bar. Bei diesem Preis ergibt sich für sämtliche ausgegebenen Aktien des Unternehmens ein Eigenkapitalwert von rund 7,8 Milliarden Euro. Die Annahmefrist begann Ende Mai.

Die Transaktion verzögert sich gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Im Juli wurde die Frist zur Annahme des Angebots vom 27. Juli auf den 18. September verlängert, weil die Prüfungen der Europäischen Kommission und der vietnamesischen Wettbewerbsbehörde zum damaligen Stichtag noch nicht abgeschlossen waren.

EU-Kommission genehmigt Übernahme ohne Auflagen

Am 17. August genehmigte die Europäische Kommission die Transaktion im Rahmen der EU-Fusionskontrolle ohne Auflagen. InPost und die Erwerbsgesellschaft informierten am folgenden Tag über die Entscheidung. Damit steht voraussichtlich nur noch die Zustimmung der vietnamesischen Wettbewerbsbehörde aus. Nach Angaben von InPost soll das Verfahren spätestens am 8. September abgeschlossen sein. Das Unternehmen betonte zudem, dass InPost auf dem vietnamesischen Markt nicht tätig ist.

Mit der Entscheidung der Kommission ist die Übernahme allerdings noch nicht vollzogen. Das Angebot bleibt an die weiteren Bedingungen aus den Transaktionsunterlagen geknüpft. Die Annahmefrist endet nach aktuellem Stand am 18. September um 17:40 Uhr.

FedEx und Advent sollen jeweils 37 Prozent halten

Nach dem Vollzug würde InPost einem Konsortium aus vier Investoren gehören. FedEx und Advent International sollen jeweils 37 Prozent an der Erwerbsgesellschaft halten. Auf A&BBR Investments unter der Kontrolle von Rafał Brzoska würden 16 Prozent entfallen, auf PPF Group 10 Prozent.

PPF soll seine bestehenden InPost-Aktien im Rahmen des Angebots verkaufen und anschließend einen Teil des Erlöses in das Konsortium reinvestieren. Dadurch würde sich die Beteiligung von PPF auf 10 Prozent belaufen. A&BBR Investments soll seine bisherige Beteiligung hingegen in die neue Eigentümerstruktur einbringen.

Rafał Brzoska zieht sich damit nicht aus dem Unternehmen zurück. Nach der Vereinbarung soll er weiterhin als CEO an der Spitze von InPost stehen. Auch die Marke, der polnische Unternehmenssitz und die bestehende Führungsstruktur sollen erhalten bleiben.

15,60 Euro je Aktie

Das Angebot ist vollständig in bar strukturiert. Aktionäre, die das Angebot annehmen, erhalten 15,60 Euro für jede InPost-Aktie.

Der Angebotspreis liegt 50 Prozent über dem Schlusskurs der InPost-Aktie vom 2. Januar 2026. Dieser Kurs diente als Referenz, bevor erste Informationen über eine mögliche Transaktion bekannt wurden. Gegenüber dem volumengewichteten Durchschnittskurs der drei Monate davor beträgt der Aufschlag 53 Prozent.

Das Konsortium strebt letztlich den Erwerb von 100 Prozent der InPost-Aktien an. Für die Zeit nach Ablauf des Angebots sehen die Transaktionsunterlagen abhängig von der Annahmequote unterschiedliche Schritte vor. Werden mindestens 95 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte erreicht, kann ein zwangsweiser Erwerb der verbleibenden Aktien eingeleitet werden. Bei einer Beteiligung von mindestens 80, aber weniger als 95 Prozent könnte eine weitere in den Unterlagen beschriebene Umstrukturierung nach dem Angebot erfolgen.

FedEx will den Zugang zu Abholstationen in Europa ausbauen

Die Beteiligung von FedEx ist für die Logistikbranche relevant. Auch nach der Übernahme sollen FedEx und InPost eigenständige Unternehmen und Wettbewerber bleiben. Gleichzeitig sind Geschäftsvereinbarungen zu marktüblichen Bedingungen vorgesehen.

Laut den Transaktionsunterlagen soll die geplante Zusammenarbeit das weltweite FedEx-Netz mit der Infrastruktur von InPost für Privatkundensendungen und Zustellungen an Abholstationen verbinden. FedEx könnte dadurch einen besseren Zugang zum Paketstationsnetz von InPost und zu dessen europäischen Aktivitäten auf der letzten Meile erhalten. InPost wiederum könnte vom internationalen Transportnetz und den Möglichkeiten von FedEx bei der Zollabfertigung profitieren. Dabei handelt es sich um Pläne der Transaktionsparteien und nicht um Vorteile einer bereits vollzogenen Integration.

InPost hat zuvor weitere Expansionsschritte in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, den Benelux-Staaten und dem Vereinigten Königreich angekündigt. In einer Mitteilung vom Februar erklärte das Unternehmen zudem, dass sich die Paketmengen von 2020 bis 2025 vervierfacht hätten.

Vietnamesische Freigabe steht noch aus

Die Entscheidung der Europäischen Kommission beseitigt ein zentrales regulatorisches Hindernis. Abgeschlossen ist die Übernahme jedoch noch nicht. Zunächst muss voraussichtlich noch die vietnamesische Wettbewerbsbehörde zustimmen. Danach müssen auch die übrigen Angebotsbedingungen erfüllt werden.

Nach dem derzeitigen Zeitplan endet die Annahmefrist am 18. September 2026. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, könnte InPost in der zweiten Jahreshälfte 2026 unter die Kontrolle des Konsortiums gelangen. Die größten Beteiligungen würden dann bei FedEx und Advent International liegen. Auch der ursprüngliche Zeitplan sah einen Abschluss der Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2026 vor.

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