Die wichtigsten Punkte
- InPost bearbeitete im zweiten Quartal 2026 insgesamt 380,9 Millionen Pakete – 16 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
- In der Eurozone stieg das Paketvolumen um 30 %, im Vereinigten Königreich und in Irland um 16 % sowie in Polen um 9 %.
- Zum Quartalsende betrieb InPost 68.925 Paketautomaten – 29 % mehr als ein Jahr zuvor.
- Das bereinigte EBITDA im Vereinigten Königreich und in Irland sank trotz höherer Mengen und Umsätze um fast 40 %.
- InPost hat seine EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr gesenkt und rechnet nun mit einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich.
InPost bearbeitete im zweiten Quartal 2026 insgesamt 380,9 Millionen Pakete – 16 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz legte im Jahresvergleich um 18,2 % auf 4,18 Milliarden Złoty beziehungsweise rund 965 Millionen Euro zu. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 4,4 % auf 1,04 Milliarden Złoty, was etwa 241 Millionen Euro entspricht. Das internationale Geschäft trug 54 % zum Konzernumsatz bei, während 46 % in Polen erwirtschaftet wurden.
Die Zahlen beziehen sich auf die Aktivitäten von InPost in Polen, im Vereinigten Königreich und in Irland sowie in sieben Ländern des Eurozonen-Segments: Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Spanien, Portugal und Italien. Am stärksten wuchs das Geschäft in der Eurozone. Dort erreichte das Paketvolumen im zweiten Quartal 101 Millionen Sendungen – 30 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz in der Region stieg um 37,9 % auf 1,22 Milliarden Złoty beziehungsweise rund 282 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA wuchs um 39,8 % auf 202,5 Millionen Złoty beziehungsweise etwa 46,8 Millionen Euro.
Das über Paketautomaten abgewickelte Sendungsvolumen wuchs noch stärker. In der Eurozone stieg es um 45 %. Gleichzeitig baute InPost sein Netz um 52 % auf 23.385 Automaten aus. Der Anteil der Sendungen, die über Paketstationen und andere Abhol- und Abgabestellen außerhalb des eigenen Zuhauses abgewickelt wurden, erhöhte sich binnen eines Jahres von 40 auf 47 %. Damit holen immer mehr Kunden ihre Pakete außerhalb der eigenen vier Wände ab oder geben sie dort auf.
Polen blieb dennoch gemessen am Sendungsvolumen der größte Markt von InPost. Im zweiten Quartal wurden dort 198 Millionen Pakete bearbeitet, 9 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Der polnische Umsatz stieg um 12,7 % auf 1,91 Milliarden Złoty beziehungsweise rund 441 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 3,5 %. Die Marge war jedoch niedriger, weil InPost Veränderungen im Produktmix verkraften und weiterhin in neue Projekte investieren musste.
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Mehr Pakete im Vereinigten Königreich, doch der Umbau belastet die Ertragslage
Im Vereinigten Königreich und in Irland entwickelte sich das Geschäft uneinheitlich. Im Vereinigten Königreich bearbeitete InPost im zweiten Quartal 81,8 Millionen Pakete – ein Plus von 16 % im Jahresvergleich. Das B2C-Volumen stieg um 27 %, während das Volumen über Paketautomaten um 29 % zulegte. Der Umsatz im Segment Vereinigtes Königreich und Irland erhöhte sich um 9,8 % auf 1,05 Milliarden Złoty beziehungsweise etwa 242 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA sank dagegen um 39,9 %: von 48,4 Millionen Złoty, rund 11,2 Millionen Euro, auf 29,1 Millionen Złoty beziehungsweise etwa 6,7 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge ging von 5,1 auf 2,8 % zurück.
Als Grund für die schwächere Profitabilität nannte InPost den fortlaufenden Umbau seines Paketgeschäfts im Vereinigten Königreich. Dadurch sollen die Kosten je Paket sinken, das Logistiknetz konsolidiert und die Effizienz im mittleren Transportabschnitt verbessert werden. Im Juli 2026 ersetzte InPost die Marke Yodel. Das Geschäft wird damit unter einem gemeinsamen Namen und über eine einheitliche App gebündelt.
Parallel dazu baute InPost sein physisches Netzwerk weiter zügig aus. Zum Ende des zweiten Quartals umfasste das britische Netz 15.628 Paketautomaten – 41 % mehr als ein Jahr zuvor. Pro Woche kamen dort etwa 80 weitere Automaten hinzu. Konzernweit installierte InPost allein im zweiten Quartal mehr als 4.200 Automaten und erhöhte den Bestand auf insgesamt 68.925. Einschließlich betreuter Abhol- und Abgabestellen verfügte das Unternehmen in seinen Märkten über 98.206 Standorte außerhalb des eigenen Zuhauses.
Der Ausbau soll weitergehen. InPost will im Laufe von 2026 rund 19.000 zusätzliche Paketautomaten aufstellen: etwa 11.000 in der Eurozone, 5.000 im Vereinigten Königreich und in Irland sowie 3.000 in Polen. Rund 60 % der für das Jahr geplanten Investitionsausgaben von 2,1 Milliarden Złoty, ungefähr 485 Millionen Euro, sollen in die Produktion und Aufstellung der Automaten fließen.
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InPost senkt EBITDA-Prognose trotz kräftigem Mengenwachstum
Trotz der positiven Umsatz- und Volumenentwicklung hat InPost seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Rückgang des bereinigten EBITDA im mittleren einstelligen Prozentbereich. Zuvor war es von einer weitgehend stabilen Entwicklung ausgegangen. Auch die geplanten Investitionsausgaben wurden reduziert: von 2,4 Milliarden Złoty, rund 554 Millionen Euro, auf etwa 2,1 Milliarden Złoty beziehungsweise 485 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA dürfte zum Jahresende zudem über dem Wert von 2025 liegen.
Das Wachstum dürfte sich im dritten Quartal ebenfalls verlangsamen. InPost erwartet konzernweit nur noch ein Mengenplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Als Gründe nennt das Unternehmen Änderungen bei den EU-Zollgebühren, die internationale Marktplatzsendungen in Polen und der Eurozone beeinflussen, sowie eine anspruchsvollere Vergleichsbasis im Vereinigten Königreich und in Irland.
Darüber hinaus kündigte InPost für September einen weiteren Schritt an: Im Rahmen einer zunächst als Pilotprojekt geplanten Zusammenarbeit will das Unternehmen künftig die Zustellung auf der letzten Meile für FedEx im Vereinigten Königreich und in Polen übernehmen. Grundlage ist eine kommerzielle Vereinbarung, die derzeit zwischen beiden Unternehmen ausgehandelt wird.
(Die Umrechnungen in Euro sind Näherungswerte und basieren auf einem Wechselkurs von 1 Złoty = 0,23096 Euro am 1. September 2026.)









