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Britische Logistikflächen im Aufwind: Internationale E-Commerce-Anbieter erhöhen den Druck

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Der britische Markt für große Logistikimmobilien zieht wieder an. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen mehr als 80 Prozent des Flächenumsatzes auf Logistikunternehmen und Händler. Auffällig ist vor allem die wachsende Nachfrage internationaler E-Commerce- und Fulfilment-Anbieter mit starkem China-Bezug. Gleichzeitig wird das Angebot moderner Großlager kleiner - und ausgerechnet jetzt schwächt sich die Neubautätigkeit ab.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Der britische Markt für große Lager- und Logistikimmobilien hat im ersten Halbjahr 2026 einen Flächenumsatz von 15,9 Millionen Quadratfuß – rund 1,48 Millionen Quadratmetern – erreicht. Das geht aus aktuellen Marktdaten von BNP Paribas Real Estate hervor. Erfasst werden Industrie- und Logistikgebäude mit mehr als 100.000 Quadratfuß beziehungsweise rund 9.300 Quadratmetern.

Allein im zweiten Quartal wurden 8,4 Millionen Quadratfuß umgesetzt. Das waren 10,7 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 lag der Umsatz zwar 2,8 Prozent niedriger, blieb nach Angaben des Immobilienberaters aber über dem Vergleichswert von 14,8 Millionen Quadratfuß, der die außergewöhnlich starken Pandemiejahre ausklammert.

Bemerkenswert ist vor allem, wer derzeit Flächen sucht: Logistikunternehmen kamen im ersten Halbjahr auf 45,5 Prozent des Flächenumsatzes. Weitere 36,7 Prozent entfielen auf den Einzelhandel. Damit standen beide Nutzergruppen zusammen für gut 82 Prozent der Nachfrage.

Britische Händler investieren wieder stärker in ihre Logistik

Besonders deutlich hat sich der Anteil des Einzelhandels erhöht. Im Gesamtjahr 2025 hatte er laut BNP Paribas Real Estate noch 22,5 Prozent betragen, im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 36,7 Prozent.

Dahinter stehen unter anderem größere Flächenentscheidungen etablierter britischer Händler. Marks & Spencer (M&S) mietete nach Angaben des Immobilienberaters 437.000 Quadratfuß am Standort Fradley 437 in Lichfield. Der britische Elektronikhändler Currys sicherte sich 397.000 Quadratfuß in Nottingham, während der britische Buchhändler Waterstones einen Mietvertrag über 295.000 Quadratfuß im Indurent Park Burton abschloss.

Nach Einschätzung von Ben Wiley, Head of Industrial Agency bei BNP Paribas Real Estate, wird der Markt im bisherigen Jahresverlauf insbesondere von der wieder stärkeren Nachfrage britischer Händler und neuen internationalen Marktteilnehmern geprägt.

Internationale E-Commerce-Logistik gewinnt deutlich an Gewicht

Parallel dazu wächst die Nachfrage internationaler E-Commerce- und Fulfilment-Unternehmen. BNP Paribas Real Estate beziffert den Anteil chinesischer E-Commerce- und Fulfilment-Unternehmen am gesamten Big-Box-Flächenumsatz im zweiten Quartal 2026 auf 12 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 waren es demnach 6,2 Prozent.

Bei der Einordnung der einzelnen Mieter ist allerdings zu differenzieren. Zu den Unternehmen, die zuletzt Flächen übernommen haben, gehören laut BNP Paribas Real Estate Cainiao, J&T Express, TopCloud Logistics und SHEIN. Sie lassen sich nicht durchweg schlicht als chinesische Unternehmen bezeichnen.

Cainiao stammt aus dem Alibaba-Umfeld und ist eng mit der chinesischen E-Commerce-Logistik verbunden. J&T Express wurde dagegen in Indonesien gegründet und hat sein internationales Netzwerk anschließend stark ausgebaut, unter anderem in China. SHEIN ist ein globaler Onlinehändler mit chinesischen Wurzeln. TopCloud Logistics ist als Unternehmen in Großbritannien registriert.

Für den britischen Logistikmarkt ist weniger der Unternehmenspass entscheidend als die Entwicklung dahinter: Internationale E-Commerce-Netzwerke bauen ihre operative Präsenz im Vereinigten Königreich aus und benötigen dafür zunehmend eigene Lager-, Sortier- und Fulfilmentkapazitäten.

Midlands profitieren besonders

Ein Großteil der Nachfrage konzentriert sich bislang auf die Midlands und damit auf das britische Logistik-„Golden Triangle“. Die Region ist aufgrund ihrer zentralen Lage und ihrer Anbindung an wichtige Verkehrsachsen seit Jahren einer der wichtigsten Standorte für landesweite Distributionsnetze.

Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der Flächenumsatz in den Midlands nach Angaben von BNP Paribas Real Estate 10,4 Millionen Quadratfuß, umgerechnet rund 966.000 Quadratmeter. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 58,4 Prozent.

Mehr als drei Millionen Quadratfuß entfielen dabei auf besonders große Abschlüsse mit jeweils mehr als 500.000 Quadratfuß Fläche.

BNP Paribas Real Estate erwartet, dass sich internationale Betreiber mit dem weiteren Aufbau ihrer Distributionsnetze künftig nicht ausschließlich auf die Midlands konzentrieren, sondern auch andere britische Regionen stärker in den Blick nehmen.

Neubau schwächelt, moderne Lager werden knapper

Die steigende Nachfrage trifft allerdings auf ein Angebot, das sich langsam verengt. Im zweiten Quartal sank die verfügbare Big-Box-Fläche laut BNP Paribas Real Estate um 2,5 Prozent auf etwas mehr als 58 Millionen Quadratfuß.

Auf den ersten Blick besteht damit noch kein genereller Flächenmangel: Das verfügbare Angebot liegt weiterhin 63,1 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt. Anders sieht es jedoch bei hochwertigen modernen Immobilien aus. Die Verfügbarkeit von Grade-A-Flächen ging innerhalb eines Quartals um 4,2 Prozent zurück.

Hinzu kommt eine schwächere Neubaupipeline. BNP Paribas Real Estate erwartet für 2026 mindestens 25 Prozent weniger Fertigstellungen als im langfristigen Durchschnitt. Auch für 2027 rechnet der Immobilienberater mit einem begrenzten Angebot neuer Projekte.

Diese Entwicklung verändert bereits die Flächensuche. Gebrauchte Immobilien standen im zweiten Quartal für 33,9 Prozent des gesamten Flächenumsatzes; der rollierende Vierquartalsdurchschnitt liegt bei 28,4 Prozent.

Für Logistikunternehmen und Händler, die große Distributionsstandorte benötigen, dürfte deshalb künftig weniger die Frage entscheidend sein, ob in Großbritannien grundsätzlich Lagerfläche verfügbar ist, sondern ob am benötigten Standort ausreichend große, moderne und für den jeweiligen Betrieb geeignete Objekte zu finden sind. Bleibt die Neubautätigkeit schwach, dürften Bestandsimmobilien und individuell entwickelte Design-and-Build-Projekte weiter an Bedeutung gewinnen.

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