Die Krone Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 2,3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Ertrag bei etwa 2,4 Mrd. Euro. Damit setzt sich, wenn auch moderat – der Umsatzrückgang der vergangenen Jahre fort.
Laut Unternehmensangaben sind die politischen Rahmenbedingungen weiterhin ein maßgeblicher Belastungsfaktor:
„Das Phänomen, dass das Kaufverhalten der Kunden kurzfristig und unmittelbar mit der gesamtwirtschaftlichen Situation verknüpft ist, kennen wir bereits seit vielen Jahren aus dem Nutzfahrzeugbereich“, erklärte Bernard Krone, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Krone Gruppe. So reagiere insbesondere das Landtechniksegment „sehr sensibel auf politische und wirtschaftliche Unsicherheiten und hält sich bei Neuinvestitionen zurück.“
Hauptursachen für diese Zurückhaltung sieht das Management demnach in geopolitischen Unsicherheiten wie dem Krieg in der Ukraine sowie anhaltenden Handelshemmnissen.
Investitionen trotz Unsicherheiten
Entgegen der schwächeren Nachfrage hat Krone nach eigenen Angaben auch im vergangenen Geschäftsjahr an sämtlichen Standorten in Optimierung, Digitalisierung und Automatisierung investiert. Ziel sei es, höchste Produktqualität mit maximaler Flexibilität zu gewährleisten.
Zu den wichtigen Investitionsprojekten zählen:
- Zusätzliche Fertigungslinie für eTrailer im Fahrzeugwerk Werlte – Trailer mit elektrifizierter Antriebsachse.
- Bremsbackenproduktion bei Gigant in Dinklage – Auf- und Ausbau eigener Komponentenfertigung.
- KI‑gestützter Leitstand in der Komponentenfertigung für Kühlauflieger in Lübtheen.
- Neue Montagehalle am GTS‑Standort in Ibbenbüren.
Die Arbeiten an diesen Standorten stehen in direktem Zusammenhang mit der angestrebten Effizienzsteigerung in Produktion und Service.
Schätzungen für 2026: Stabilität im Fokus
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Krone Gruppe mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau, heißt es in den offiziellen Aussagen. Hintergrund sei die anhaltende globale Unwägbarkeit:
„Wir müssen akzeptieren, dass langfristige wirtschaftliche Handelsabkommen nicht mehr die gewohnte Stabilität zeigen“, so Dr. David Frink, Vorstandsvorsitzender der Bernard Krone Holding SE & Co. KG.
Insbesondere die gruppenweite Planung von Produktion, weltweiter Distribution und Serviceaktivitäten sei unter diesen Bedingungen eine Herausforderung.
Branchenentwicklungen als Wachstumsindikatoren
Trotz der vorsichtigen Erwartungshaltung sieht Krone erste positive Impulse: So sei aktuell eine „leichte Erholung des deutschen Landtechnikmarktes“ erkennbar, und auch in einigen europäischen Nutzfahrzeugmärkten – etwa Belgien, Dänemark oder Estland, zeichne sich eine Belebung ab. Zudem will das Unternehmen seine Präsenz in Zukunftsmärkten wie Asien und Indien ausbauen.
Frink betont:
„Unser breites Produktprogramm und unsere Entwicklungen in Landtechnik wie bei Nutzfahrzeugen erhalten sehr wertschätzendes Feedback.“
Er zeigt sich grundsätzlich optimistisch: Mit wachsender Weltbevölkerung dürften Bedarf an Nahrungsmitteln und Transport weiter steigen.
Digitale Hebel: eTrailer und Automatisierung im Fokus
Im Nutzfahrzeugsegment setzt Krone auf digitale und nachhaltige Lösungen. Elektrifizierte Trailer mit E-Achse sollen laut Unternehmen den Dieselverbrauch und die CO2-Emissionen im Zugbetrieb um 20 bis 40 Prozent senken. Auch KI-gestützte Leitstände und automatisierte Fertigungslinien sollen die Effizienz steigern.
Stabilisierung als strategisches Ziel
Trotz Umsatzrückgang setzt Krone auf Investitionen in Technologie, um Produktion und Marktpräsenz zukunftsfähig zu machen. Ob dieser Kurs im laufenden Jahr zu neuer Dynamik führt, hängt stark von Konjunktur, Nachfrageentwicklung und geopolitischer Lage ab.








