Bei brennenden Themen wie dem Erhalt und dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist aus Sicht des LBS „jeder Tag Verzögerung schädlich“. Unabhängig von den Zuständigkeiten des Bundes müsse sichergestellt werden, dass die in Bayern vorhandene Kompetenz zur Projektierung und Durchführung wichtiger Bauvorhaben auch weiter genutzt wird, beschlossene Ausbauvorhaben zügig in der Planung abgeschlossen und anschließen zeitnah in die Tat umgesetzt werden. „Stillstand oder jahrzehntelange Umsetzungsphasen kann sich Bayern nicht mehr leisten, wenn die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts nicht leiden soll, so der LBS.

Das werde insbesondere dort deutlich, wo politische Unentschlossenheit oder Zögern dafür führen, das zukunftssichere Lösungen im Stau stehen.

Forderungen wie die Verlagerungen von Verkehren auf die Schiene stoßen in unserer Branche aus ökologischen wie aus ökonomischen Gründen auf offene Ohren und breiten Gestaltungswillen, so Lehmann. Verlagerungen finden jedoch nicht im ,Güterzentrum Nirwana‘ statt sondern in der Wirklichkeit: Dazu braucht es zwingend einen Kapazitätsausbau und eine Qualitätsoffensive für den Schienengüterverkehr.

Die anhaltenden Diskussionen um die Begleiterscheinungen z.B. beim Zulauf zum Brenner-Basis-Tunnel seien von den Motiven der Betroffenen her zwar verständlich, das langjährige Ignorieren der mit Verkehr verbundenen Nebenwirkungen ist es nach Auffassung des LBS nicht:

Lasten und Belastungen lösen sich nicht im Nichts auf, sie verlagern sich zusammen mit den Verkehren. Der eine hat anschließend weniger, der andere mehr. Diese Gleichung ist einfach, aber offenbar nicht einfach zu vermitteln, so Lehmann. Aber wenn unsere Gesellschaft einen großzügigeren und vielfältigeren Warenverkehr wünscht, dann muss man sich auch ehrlich damit auseinandersetzen, was es dafür braucht.Ein Beispiel sei der wachsende Bedarf an Terminals zum Güterumschlag zwischen Straße und Schiene: Die bestehenden Terminals stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen, aber Erweiterungen und Neubauten sind nicht in Sicht – oder kämpfen mit massiven Widerständen.

Was für die Schiene gilt, trifft auch im Luftverkehr zu: Wer Ausbau und Optimierung verzögert oder verhindert, löst keine Probleme, sondern verlagert sie nur.

Die wachsende Nachfrage nach Transportleistungen in der Luftfracht ist kein regionales Thema, sondern eine Folge der internationalen Vernetzung der bayerischen Wirtschaft und der globalen Struktur des Warenverkehrs, erläutert Lehmann. Wer sich hier ausklinkt oder seine Potenziale nicht nutzt, muss offen und ehrlich dazu stehen, die Wettbewerbsnachteile in Kauf zu nehmen, die sich daraus entwickeln, so der LBS.  Gute Argumente sprechen daher dafür, teilweise seit Jahren gehaltene, ablehnende Positionen zum Ausbau des Münchner Flughafens zu überdenken und neu zu bewerten. Der LBS ist sich bewusst, dass unter der angekündigten Regierungs-Konstellation der Bau der 3. Startbahn für den Flughafen München weiter fraglich ist, so Lehmann. Gleichwohl fordern wir die politisch Verantwortlichen auf, dieses Thema nicht als Gegenstand politischer Meinung zu behandeln, sondern im Sinne einer dringend gebotenen Daseinsvorsorge für den Wirtschaftsstandort Bayern. Aus Sicht der Speditions- und Logistikbranche muss dringend gehandelt werden, um für den zukünftigen Bedarf eine verlässliche Basis zu schaffen: „Bayern braucht die 3. Startbahn.

Foto: Trans.INFO

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