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Europas tiefer Januar-Frost legte Schwachstellen in Verkehrsnetzen offen

Lesezeit 6 Min.

Die schwere Kältewelle, die Europa im Januar 2026 erfasste, brachte die Verkehrsnetze in mehreren Ländern durcheinander und unterstrich die Anfälligkeit europäischer Lieferketten gegenüber extremen Winterbedingungen. Da Straßen-, Luft- und Seeverkehr gleichzeitig betroffen waren, eskalierten lokale Störungen schnell zu systemweiten Verzögerungen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Laut Branchendaten und Logistikdienstleistern, darunter „Girteka“, zeigte das Ereignis, dass extreme Kälte als wiederkehrendes strukturelles Risiko für den europäischen Güterverkehr und nicht als Ausnahmeszenario betrachtet werden sollte.

Der Januar 2026 brachte eine der härtesten Kälteperioden Europas seit über einem Jahrzehnt. In Nordschweden und Finnland fielen die Temperaturen unter –30 °C, in Teilen Skandinaviens näherten sie sich –40 °C. Litauen verzeichnete –34,3 °C, den niedrigsten Wert seit 30 Jahren. Auch West- und Mitteleuropa erlebten verbreitet Schnee und Frost; Wetterwarnungen wurden unter anderem in Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien und den Niederlanden herausgegeben.

Entscheidend ist, dass Störungen in mehreren Regionen gleichzeitig auftraten und damit Verzögerungen entlang miteinander verknüpfter Transportkorridore verstärkten.

Begrenzte Kapazitäten in der Luftfracht und in Häfen

Auch Luft- und Seeverkehr standen unter Einschränkungen und erhöhten damit den Druck auf die Binnenverkehre. Am Flughafen Amsterdam Schiphol wurden innerhalb einer einzigen Woche mehr als 2.400 Flüge gestrichen, während mehrere mitteleuropäische Flughäfen ihren Betrieb vorübergehend reduzierten. Laut „Girteka“ trug die verringerte Luftfrachtkapazität zu Verzögerungen bei zeitkritischen Sendungen bei.

In großen Nordseehäfen wie Rotterdam, Hamburg und Antwerpen verlangsamten die Minusgrade die Terminalabläufe, verlängerten die Containerverweilzeiten und erhöhten die Umschlag- bzw. Durchlaufzeiten für Lkw. Auch wenn diese Störungen gegenüber dem Straßentransport nachrangig waren, verschärften sie die Überlastung im Hinterland zusätzlich.

Straßentransport am stärksten betroffen

Die Straßennetze verzeichneten die weitreichendsten Störungen. In Frankreich überschritt der Stau in der Region Île-de-France 1.000 Kilometer, was Beschränkungen für schwere Nutzfahrzeuge nach sich zog, um Schneeräumarbeiten zu ermöglichen. Italien aktivierte auf wichtigen Autobahnen nationale Winter-Notfallprotokolle, darunter kontrollierte Einfahrtsverfahren und Fahrstreifenbeschränkungen.

Europaweit trafen Fahrer auf reduzierte Tempolimits, lokale Sperrungen und Verzögerungen von Stunden bis hin zu Tagen. „Girteka“ weist darauf hin, dass, wenn extreme Kälte mehrere Netzknoten gleichzeitig betrifft, Transportsysteme strukturelle Störungen erleben und nicht nur vereinzelte Verlangsamungen.

Die wirtschaftlichen Kosten von Kältewetter

Extreme Wetterlagen verursachen messbare Kosten im europäischen Transport. Das EU-finanzierte EWENT-Projekt schätzt, dass wetterbedingte Ereignisse in Europa jährlich mindestens 15 Milliarden Euro an Verlusten im Verkehrssystem verursachen, wobei der Straßentransport aufgrund von Zeitverzögerungen und Unfallrisiken besonders exponiert ist.

Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur verursachten wetterbedingte Extreme zwischen 1980 und 2024 in der EU wirtschaftliche Schäden von rund 822 Milliarden Euro, wobei etwa 25 % der Verluste seit 2021 entstanden. Während Überschwemmungen und Stürme die Gesamtzahlen dominieren, machen temperaturbedingte Gefahren – wie Kälteperioden und Frost – dennoch rund 8 % der Gesamtverluste aus.

Warum extreme Kälte zu abrupten Ausfällen führt

Kälte wirkt sich anders auf Verkehrssysteme aus als Hitzewellen. Während hohe Temperaturen die Leistungsfähigkeit tendenziell schrittweise beeinträchtigen, führt Kälte zu Schwellenwerteffekten: Systeme fallen abrupt aus, wenn die Temperaturen unter kritische Grenzwerte sinken.

Auf Basis von Wartungsdaten aus dem eigenen Betrieb berichtet „Girteka“, dass kältebedingte Fahrzeugausfälle am häufigsten eine begrenzte Anzahl von Systemen betreffen:

  • Elektrische Systeme: Die Batteriekapazität kann bei –20 °C auf 40–50 % sinken, was das Risiko von Startproblemen erhöht.
  • Kraftstoffsysteme: Versulzter Diesel und gefrorenes AdBlue können den Kraftstofffluss einschränken oder den Motorstart verhindern.
  • Luft- und Bremssysteme: Feuchtigkeit in Luftbehältern kann gefrieren und die Bremsleistung beeinträchtigen.
  • Reifen und Traktion: Geringere Elastizität und Haftung erhöhen die Bremswege und das Risiko, liegen zu bleiben.
  • Hilfssysteme: Gefrorenes Scheibenwaschwasser reduziert die Sicht bei Schneefall und Spritzwasser.

Laut „Girteka“ treten diese Ausfälle bei schnellen Temperaturabfällen häufig gleichzeitig auf und verstärken so die Störungen über ganze Flotten hinweg. Viele Probleme lassen sich durch saisonale Vorbereitung vor dem Winter abmildern.

Risiken für die Ladung steigen bei längeren Verzögerungen

Extreme Kälte wirkt sich je nach Produkttyp und Temperaturanforderungen unterschiedlich auf die Ladung aus. Frische Lebensmittel sind anfällig fürs Einfrieren, während Tiefkühlware operative Herausforderungen mit sich bringt, etwa festgefrorene Türdichtungen und längere Entladezeiten. Getränke und Flüssigkeiten sind durch Einfrieren anfällig für Verpackungsschäden; Pharmazeutika reagieren äußerst empfindlich selbst auf kurze Temperaturabweichungen; und Elektronik ist bei Temperaturwechseln Kondensation ausgesetzt.

„Girteka“ merkt an, dass anhaltende Winterverzögerungen die Schadensanfälligkeit in allen Ladungskategorien erhöhen – insbesondere dort, wo Monitoring und Echtzeit-Transparenz begrenzt sind.

Flottenalter und Winterresilienz

Auch der Zustand der Flotte beeinflusst die Winterperformance. Laut ACEA liegt das Durchschnittsalter der Lkw in der EU bei rund 14 Jahren, womit schwere Nutzfahrzeuge zu den ältesten Flotten im europäischen Transportsektor zählen. Ältere Fahrzeuge sind in der Regel anfälliger für kältebedingte mechanische Belastungen, was das Risiko von Pannen und Verzögerungen erhöht.

Einige Betreiber, darunter „Girteka“, berichten von deutlich niedrigeren durchschnittlichen Flottenaltern. Neuere Fahrzeuge bieten typischerweise eine höhere mechanische Zuverlässigkeit und eine bessere Integration in Monitoring-Systeme, auch wenn das Flottenalter nur einer von mehreren Faktoren ist, die die Winterresilienz prägen.

Kältewellen sind keine Ausnahme mehr

Die Kältewelle im Januar 2026 zeigte, dass extreme Winterbedingungen keine isolierten Anomalien mehr sind. Wenn niedrige Temperaturen in mehreren Regionen anhalten, hängt die Zuverlässigkeit des Transports von der Infrastruktur-Readiness, dem Zustand der Flotte und einer winterspezifischen operativen Planung in der gesamten Branche ab.

Mit zunehmender Klimavolatilität dürfte extreme Kälte für den europäischen Straßentransport und die Lieferketten eher eine wiederkehrende Herausforderung bleiben als ein Ausnahmeereignis.

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