Polisen Södermalm/Facebook (Symbolfoto)

Millionenstrafe wegen Lenkzeitverstößen, teure Lektion für Familien-Spediteur

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Eine familiengeführte Transportgruppe aus der schwedischen Region Västra Götaland wurde wegen Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeitvorschriften mit Geldbußen von insgesamt mehr als 1,3 Millionen schwedischen Kronen (rund 115.000 Euro) belegt. Das Management des Unternehmens hat darauf reagiert und umfassende organisatorische Änderungen umgesetzt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Kontrollen der schwedischen Verkehrsbehörde (Transportstyrelsen) deckten schwerwiegende Unregelmäßigkeiten in zwei Unternehmen derselben Gruppe auf. Der Gesamtwert der Verstöße lag bei über 2 Millionen schwedischen Kronen (rund 175.000 Euro), was zu Geldbußen von mehr als 1,3 Millionen schwedischen Kronen (ca. 115.000 Euro) führte.

Die erste Kontrolle betraf eine Tochtergesellschaft mit fast 100 Beschäftigten und einer Flotte von mehr als 170 Fahrzeugen. Dabei wurden Verstöße im Wert von über 1,1 Millionen schwedischen Kronen (rund 96.000 Euro) festgestellt. Aufgrund des hohen Umsatzes (rund 154 Millionen schwedische Kronen, etwa 13,5 Millionen Euro) wurde die maximal mögliche Geldbuße verhängt – 800.000 schwedische Kronen (ca. 70.000 Euro).

Die Prüfer registrierten insgesamt 108 Verstöße, darunter:

  • Nutzung der Fahrerkarte einer anderen Person – 24 Fälle
  • unsachgemäße Nutzung der Fahrerkarte – 18 Fälle
  • Entnahme der Tachographenkarte zu einem unzulässigen Zeitpunkt – 14 Fälle
  • fehlende Tachographendaten

Probleme auch beim Mutterunternehmen festgestellt

Eine weitere Kontrolle betraf das Mutterunternehmen mit knapp 20 Beschäftigten und rund 120 Fahrzeugen. Dort belief sich der Wert der Verstöße auf mehr als 900.000 schwedische Kronen (rund 79.000 Euro), die Geldbuße auf über 500.000 schwedische Kronen (ca. 44.000 Euro).

Auch hier wurden insgesamt 97 Verstöße festgestellt, darunter erneut Fälle der Nutzung fremder Fahrerkarten sowie Manipulationen im Zusammenhang mit deren Entnahme.

„Familienangehörige haben ausgeholfen“

In den gegenüber der Behörde eingereichten Erklärungen argumentierte das Unternehmen, dass ein Teil der Verstöße darauf zurückzuführen sei, dass Familienangehörige der Fahrer bei Transportaufgaben mitgeholfen hätten. Auch die Nutzung von Duplikatkarten wurde bestätigt allerdings, wie das Unternehmen versicherte, ohne Wissen der Geschäftsleitung.

Interessant ist, dass eine der verwendeten Karten einem nahen Verwandten des damaligen CEO des Unternehmens gehört haben soll.

Rasantes Wachstum zulasten der Kontrolle

Der aktuelle CEO räumte ein, dass die Hauptursache der Probleme das rasante Wachstum des Unternehmens gewesen sei, mit Verwaltung und Compliance-Kontrolle nicht Schritt halten konnten.

„Heute haben wir völlig andere Verfahren und eigene Mitarbeitende, die für diesen Bereich verantwortlich sind“, betonte er gegenüber dem schwedischen Portal trailer.se.

Als Beleg für die Änderungen verweist er darauf, dass eine dritte Gesellschaft der Gruppe bei einer späteren Kontrolle ohne Beanstandungen blieb (abgesehen von vereinzelten Fällen von Überladung).

Neue Strategie und Kurswechsel

Nach der Kontrolle entschied sich eines der Unternehmen zudem, dem Programm Fair Transport beizutreten. Dies soll Teil einer neuen Strategie sein, die auf Compliance und Transparenz basiert.

Die Entscheidungen in beiden Fällen sind inzwischen rechtskräftig.

Zur Einordnung: In Schweden gilt:

  • Für Unternehmen mit einem Umsatz von über 80 Millionen schwedischen Kronen (rund 7 Millionen Euro) beträgt die maximale Geldbuße 800.000 schwedische Kronen (ca. 70.000 Euro)
  • Für kleinere Unternehmen liegt die Obergrenze bei 1 Prozent des Jahresumsatzes
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