Schweiz: Ukrainische LKW-Fahrer dürfen Theorieprüfung mit einem Dolmetscher ablegen

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Die Schweizer Fachbehörde ASTRA hat die Forderung einiger Transportunternehmern zurückgewiesen, Lastwagenchauffeure aus der Ukraine automatisch ans Steuer zu lassen. In Anbetracht der Situation der geflüchteten Fahrer und aufgrund des Fachkräftemangels in der Schweiz hat der Bund jedoch eine Kompromisslösung gefunden: ukrainische Trucker können die erforderliche Theorieprüfung mit einem Dolmetscher ablegen.

Schweiz: Ukrainische LKW-Fahrer dürfen Theorieprüfung mit einem Dolmetscher ablegen
Quelle: Jag9889, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Über die neue Änderung der Regeln, die inmitten des Wachstums Straßenverkehrssektors in der Schweiz erfolgt, berichtet die Online-Zeitung tagesanzeiger.ch.

Aktuell ist aufgrund der konjunkturellen Entwicklung ein starker Anstieg der Transportleistungen und damit der freien Arbeitsstellen zu beobachten”, so Vizedirektor des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes Astag gegenüber der Zeitung.

Um einige der offenen Stellen aufgrund des Fahrermangels in der Schweiz zu besetzen, wollen dortige Transportunternehmen nach Arbeitskräften aus dem Ausland suchen. Ukrainische Führerscheine werden aber im Land, wie auch in anderen europäischen Staaten, nicht akzeptiert.

Die aus der Ukraine kommenden Lkw-Fahrer müssen eine theoretische Prüfung in einer der schweizerischen Amtssprachen ablegen, was für die meisten von ihnen ein großes Problem darstellt, weil sie keine dieser Sprachen ausreichend beherrscht haben und nicht in der Lage sind, den Test abzulegen, um in der Schweiz fahren zu dürfen. Dies führte dazu, dass sich einige Spediteure für die Abschaffung der bisherigen Anforderung einsetzten. Doch der Vorschlag stieß auf heftige Kritik, unter anderem seitens des Berufsverbandes der Lastwagenfahrerinnen und -fahrer, Les Routiers Suisses.

Bis zum Krieg war die Ukraine in ganz Europa bekannt für äußerst günstige Chauffeure, deren Fähigkeiten nicht immer über alle Zweifel erhaben waren”, erklärt Generalsekretär David Piras.

Überdies befürchtete das Bundesamt für Strassen in der Schweiz, dass es gegenüber Personen aus anderen Drittstaaten unfair wäre, wenn nur ukrainische Staatsangehörige über einen Sonderstatus verfügen würden. Weitere Bedenken der Fachbehörden betrafen auch die Verkehrssicherheit.

Unter Berücksichtigung all dessen hat das Bundesamt für Straßen entschieden, dass ukrainische Flüchtlinge zwar die Theorieprüfung absolvieren müssen, aber die Hilfe eines Dolmetschers in Anspruch nehmen können.

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