Droht in Europa ein erneuter Zusammenbruch der Versorgungsketten? Der BGL hält das für möglich und kritisiert die neuen Quarantäneregeln.

Am vergangen Freitag hat die Bundesregierung eine neue Musterquarantäneverordnung erlassen. Diese sieht vor, Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, die elektronische Einreiseanmeldung (DEA) unter www.einreiseanmeldung.de nutzen müssen. Darüber hinaus müssen Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben,spätestens 48 Stunden nach Einreise  ein negatives Testergebnis oder ein entsprechendes ärztliches Zeugnis vorlegen. Darüber hinaus müssen Einreisende aus einem Risikogebiet, in dem besonders hohe Fallzahlen bestehen oder besonders ansteckende Virusvarianten verbreitet sind, bereits vor der Einreise nachweisen können, dass keine Infektion mit dem Coronavirus besteht.

Laut dem BGL gefährden diese neuen Quarantäneregeln die Lieferketten. Zwar ist der Warenverkehr von den Regeln teilweise ausgenommen, aber oft nur unter der Voraussetzung, dass der Aufenthalt des LKW-Fahrers in den Risikogebieten kürzer als 72 Stunden ist.

Diese 72-Stunden-Regel sieht der BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt kritisch, denn laut Angaben der Bundesanstalt für Arbeit sind aktuell etwa 100.000 ausländische Fahrer in Deutschland angestellt. Da diese sich meist nach ihren Touren länger als 72 Stunden im Heimatland aufhalten, wären sie nach ihrer Rückkehr zum Arbeitsplatz in Deutschland zur Quarantäne verpflichtet.

Die Versorgungsketten würden zusammenbrechen, weil uns schlicht die Fahrer fehlen, warnt BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt.

Der Transportverband fordert daher vehement, LWK-Fahrer von  Test-Pflicht zu befreien sowie das Konzept der „Green Lanes“ für den Güterverkehr so schnell wie möglich umzusetzen.

Foto: Pixabay

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