Die österreichische Transportbranche schlägt Alarm: Steigende Treibstoff-, Personal- und Mautkosten belasten die Unternehmen massiv und gefährden ihre Existenz. Laut dem Fachverband Güterbeförderungsgewerbe der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sind die Transportkosten im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent gestiegen, was zahlreiche Betriebe an den Rand der Insolvenz treibt.
Rund zwei Drittel aller Güter werden in Österreich auf der Straße transportiert – insbesondere die ersten und letzten 80 Kilometer jeder Lieferung. Ohne eine finanzielle Entlastung drohen laut Fachverbandsobmann Markus Fischer erhebliche Versorgungsengpässe, insbesondere in ländlichen Regionen.
Übergang zu alternativen Antrieben braucht Zeit. Gewerbediesel als Lösung
Fischer fordert die Einführung eines Gewerbediesels, um die durch die CO₂-Bepreisung verursachten Mehrkosten von 14 Cent pro Liter auszugleichen. Eine solche Entlastung wäre essenziell, um die wirtschaftliche Stabilität der Transportbranche zu sichern und eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten.
Während die Branche bereits große Fortschritte in der Reduzierung von Emissionen gemacht hat, sei ein vollständiger Umstieg auf alternative Antriebe derzeit noch nicht realisierbar. Hohe Fahrzeugpreise, fehlende Ladeinfrastruktur und eingeschränkte Verfügbarkeit machen Diesel weiterhin unverzichtbar. Ein stabiler und planbarer Treibstoffpreis sei notwendig, um den Transformationsprozess voranzutreiben.
Diskussion um Gewerbediesel auch in Deutschland
In Deutschland gibt es aktuell keinen Gewerbediesel, wie er in anderen EU-Ländern existiert. Etwa in Frankreich oder Belgien – dort gibt es Möglichkeiten zur Rückerstattung eines Teils der Mineralölsteuer, was faktisch zu Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU führt.
Bestehende Regelungen für Dieselkraftstoff in Deutschland
- Keine Steuererleichterung für gewerblichen Dieselverbrauch: Anders als in Österreich oder Frankreich gibt es in Deutschland keine Erstattung oder Vergünstigung der Energiesteuer für gewerblich genutzten Diesel.
- Hohe CO₂-Kosten: Die CO₂-Abgabe auf Kraftstoffe erhöht den Dieselpreis kontinuierlich. Zum 1. Januar 2025 ist der CO2-Preis von 45 auf 55 Euro pro ausgestoßener Tonne gestiegen.
- Energie- und Umweltsteuern: Der reguläre Energiesteuersatz für Diesel beträgt 47,04 Cent pro Liter – ohne Rabatte für Speditionen.
Verbände wie der BGL (Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung) fordern seit Jahren eine Einführung eines Gewerbediesels, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Transportunternehmen gegenüber ausländischen Speditionen zu stärken. Allerdings lehnt die Bundesregierung den Gewerbediesel bisher ab, da sie ihn als umweltschädlich und nicht vereinbar mit den Klimazielen betrachtet.