Der Flash PMI für die Industrie stürzte von 45,4 Punkten im Vormonat auf 34,4 im April ab. Dies ist der stärkste gemessene Rückgang seit über elf Jahren. Ausgangssperren und Restriktionen wegen der Corona-Pandemie sorgten dafür, dass sich die Talfahrt der deutschen Wirtschaft im April nochmals enorm beschleunigte.

Die Ergebnisse des neuesten Einkaufsmanager Index für Deutschland lassen kein Zweifel, wie schwerwiegend die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft hierzulande sind. Am stärksten betroffen war erneut der Dienstleistungssektor, wo die Geschäftstätigkeit so dramatisch schrumpfte wie nie zuvor in den letzten zwanzig Jahren. Drei Viertel der Befragten vermeldeten  einen Rückgang.

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Quelle:IHS Markit

Aber auch die Industrieproduktion befindet sich weiterhin auf Talfahrt.  Regelrecht kollabiert ist die Binnen- als auch die Exportnachfrage. Infolge sind die Gesamt-Auftragsverluste im April nochmals erheblich höher ausgefallen als im März.  Ebenfalls im Minusbereich sind die Exportneuaufträge und zwar deutlich.

Die schlechte Konjunktur spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen des ifo wider, die heute veröffentlicht wurden. Demnach spüren 84 Prozent der Firmen einen Umsatzrückgang durch die Corona-Krise, nur 4 Prozent einen Anstieg, 12 Prozent sehen keinen Unterschied. Lieferprobleme bei wichtigen Vorprodukten erleben 41 Prozent in der Industrie und 53 Prozent der Firmen im Handel.

Lage auf dem Arbeitsmarkt ist dramatisch

Auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich ebenfalls ein massiver Schaden ab: Im Dienstleistungssektor wurde ein stärkerer Beschäftigungsrückgang als im Krisenjahr 2009 verzeichnet. Auch die Industrie wurde nicht verschont: auch hier wurde der stärkste gemessene Rückgang seit elf Jahren gemeldet. Einer vorläufigen Umfrage des ifo zufolge haben aufgrund der Corona-Krise bereits 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit eingeleitet, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. 

Schlechte Laune in den Chefetagen

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind zwar im April 2020 um 77,7 Punkte auf einen neuen Stand von 28,2 Punkten gestiegen, doch die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich dramatisch verschlechtert. Der Lageindikator liegt bei minus 91,5 Punkten, dies ist ein Rückgang um 48,4 Punkte gegenüber März und entspricht ungefähr den Werten von 2009 während der Finanzkrise.

Es ist also nicht verwunderlich, dass der Pessimismus in den Chefetagen zunimmt: der Zukunftsausblick bleibt negativ. In der Industrie ist die trübe Laune sogar weiter verbreitet als im Servicesektor.

Foto: IHS Markit

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