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Polen verlängert Diesel-Steuervorteile bis Ende Mai

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Polen hält an den reduzierten Steuern auf Diesel und Benzin fest. Die Verlängerung der Entlastungen bis Ende Mai 2026 dürfte vor allem für internationale Transportunternehmen relevant bleiben - in einem weiterhin angespannten Kraftstoffmarkt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Polen lässt die befristeten Steuererleichterungen auf Kraftstoffe weiterlaufen: Die reduzierte Mehrwertsteuer und die abgesenkte Verbrauchsteuer gelten nach Regierungsangaben nun bis Ende Mai 2026. Damit bleibt das Maßnahmenpaket „Fuel Prices Lower“ für Benzin, Diesel sowie ausgewählte Biokomponenten, die als eigenständige Kraftstoffe genutzt werden, weiterhin in Kraft.

Für die Transportbranche bedeutet das zumindest vorübergehend Entlastung bei steigenden Tankrechnungen – in einem Marktumfeld, das zusätzlich durch die Unsicherheit rund um den Konflikt im Nahen Osten geprägt ist.

Auch wenn es sich um eine temporäre Maßnahme handelt, verfolgen Spediteure und Frachtunternehmen Entscheidungen zu Kraftstoffabgaben sehr genau. In einem Geschäft mit engen Margen wirken sich selbst kleinere Dieselpreisbewegungen schnell auf die Rentabilität von Touren aus – und damit auf Frachtraten sowie laufende Flottenkosten.

Mehrwertsteuer bleibt bei 8 Prozent

Nach Angaben des polnischen Finanzministeriums wird der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Benzin, Diesel und die betroffenen Biokomponenten bis Ende Mai beibehalten. Damit liegt die Mehrwertsteuer weiterhin bei 8 Prozent statt beim regulären Satz von 23 Prozent.

Zusätzlich verlängerte die Regierung die befristete Senkung der Verbrauchsteuer. Die Entlastung beträgt weiterhin:

  • minus 29 Groszy je Liter bei Benzin (umgerechnet rund 6 Cent),
  • minus 28 Groszy je Liter bei Diesel (umgerechnet rund 6 Cent).

Die Sätze liegen damit weiterhin auf dem niedrigsten Niveau, das nach EU-Vorgaben zulässig ist.

Die Behörden betonen, dass es sich um eine kurzfristige Reaktion auf die anhaltende Unsicherheit an den Kraftstoffmärkten handelt.

Entlastungen gelten bis Ende Mai

Die entsprechenden Verordnungen traten am Tag ihrer Veröffentlichung in Kraft und sichern die Vorzugssätze bis zum 31. Mai 2026.

Unabhängig davon ermöglicht eine frühere Änderung des Verbrauchsteuergesetzes, die Kraftstoffsteuer per Verordnung befristet bis zum 30. Juni 2026 zu senken. Das betrifft sowohl Benzin als auch Diesel.

Das Paket „Fuel Prices Lower“ wurde Ende März eingeführt. Hintergrund waren Schutzmaßnahmen angesichts der Turbulenzen an den Kraftstoffmärkten sowie der Entwicklungen im Nahen Osten.

Bereits nach Einführung der Maßnahmen hatten deutsche Transportverbände vor möglichen Wettbewerbsverzerrungen innerhalb des europäischen Straßengüterverkehrs gewarnt. Vor allem die deutlich niedrigeren Dieselpreise in Polen wurden damals kritisch bewertet.

Geopolitik hält Energiemärkte unter Druck

Die Regierung brachte das Paket in einer Phase deutlich erhöhter Spannungen im Nahen Osten auf den Weg – verbunden mit der Sorge vor weiteren Preissprüngen bei Energie-Rohstoffen.

Der Konflikt sorgt weiterhin für Unsicherheit an den globalen Öl- und Kraftstoffmärkten, was sich europaweit rasch in höheren Transportkosten niederschlägt.

Für Transportunternehmen bleibt Kraftstoff einer der größten Kostenfaktoren. Neben dem Preisniveau rückt deshalb vor allem die hohe Volatilität in den Fokus – sie erschwert die Planung von Verträgen und die Kalkulation von Transportleistungen.

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