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Diesel wieder unter 2 Euro. Deutschland bleibt trotzdem teurer als viele Nachbarländer

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Die Kraftstoffpreise in Deutschland sinken weiter deutlich. Erstmals seit Wochen liegen sowohl Diesel als auch Super E10 im bundesweiten Durchschnitt wieder unter der Marke von zwei Euro pro Liter. Besonders stark fiel zuletzt der Dieselpreis.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Wie aus der aktuellen ADAC-Auswertung hervorgeht, kostet ein Liter Super E10 derzeit im bundesweiten Mittel 1,973 Euro. Das sind 5,2 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich sogar um 11,2 Cent auf durchschnittlich 1,983 Euro je Liter.

Damit setzt sich die Preisentspannung an den Zapfsäulen fort. Anfang April lagen die Preise noch deutlich höher. Laut ADAC kostete Diesel am 7. April im Wochenvergleich durchschnittlich 2,447 Euro pro Liter. Seitdem fiel der Preis um mehr als 46 Cent. Auch Super E10 erreichte Anfang April mit 2,188 Euro pro Liter seinen bisherigen Höchstwert.

Tankrabatt zeigt Wirkung

Als Hauptgrund für den Preisrückgang nennt der ADAC die seit dem 1. Mai geltende Energiesteuersenkung. Der sogenannte Tankrabatt soll die finanziellen Folgen des Iran-Kriegs abfedern und beträgt laut ADAC rund 17 Cent pro Liter.

Nach Einschätzung des Automobilclubs kommt diese Entlastung inzwischen zwar „großteils“, aber noch nicht vollständig bei den Verbrauchern an. Deshalb sieht der ADAC weiterhin Potenzial für zusätzliche Preissenkungen.

Auch der gesunkene Rohölpreis entlastet den Markt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete laut ADAC vor einer Woche noch rund 110 US-Dollar, aktuell seien es nur noch etwa 105 Dollar.

Dieselpreis sinkt deutlich stärker

Vor allem beim Diesel fiel der Preisrückgang zuletzt spürbar stärker aus als bei Benzin. Während Super E10 binnen einer Woche um gut fünf Cent günstiger wurde, sank der Dieselpreis um mehr als elf Cent.

Für den Straßengüterverkehr bedeutet das zumindest kurzfristig eine gewisse Entlastung bei den Betriebskosten. Viele Transportunternehmen standen in den vergangenen Wochen unter erheblichem Kostendruck, nachdem die Dieselpreise infolge des Nahostkonflikts zeitweise stark gestiegen waren.

Trotz der aktuellen Entwicklung liegt das Preisniveau weiterhin deutlich über dem Jahresanfang. Zudem wirken sich steigende Energiepreise im Transportsektor häufig zeitverzögert auf Frachtraten und operative Kosten aus.

Deutschland bleibt im europäischen Vergleich teuer

Auch nach den jüngsten Preisrückgängen liegt Deutschland beim Tanken weiterhin über dem Niveau mehrerer Nachbarländer. Laut ADAC sind Kraftstoffe derzeit unter anderem in Luxemburg, Österreich, Polen, Slowenien, Kroatien und Tschechien günstiger.

In Österreich gelten weiterhin steuerliche Entlastungen sowie staatliche Eingriffe gegen sogenannte Krisenmargen. Polen senkte die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe bereits Ende März von 23 auf 8 Prozent und legt seither tägliche Höchstpreise fest.

Besonders niedrig bleiben die Preise in Slowenien und Kroatien durch staatliche Preisdeckelungen. In Slowenien kostet ein Liter Diesel laut ADAC derzeit rund 1,73 Euro, in Kroatien etwa 1,72 Euro – jeweils abseits der Autobahnen.

Auch Italien verlängerte den Tankrabatt erneut. Dort bleibt die Steuerentlastung für Diesel deutlich höher als für Benzin. Frankreich setzt dagegen auf freiwillige Preisobergrenzen des Energiekonzerns Total an rund 3.300 Tankstellen.

Teurer als in Deutschland bleibt Tanken laut ADAC vor allem in den Niederlanden, Dänemark und häufig auch in der Schweiz.

ADAC hält Preisniveau weiter für zu hoch

Der ADAC bewertet die Kraftstoffpreise trotz des deutlichen Rückgangs weiterhin als überhöht. Nach Einschätzung des Clubs hätten die Steuersenkung und die gesunkenen Rohölpreise zu noch stärkeren Preisnachlässen führen müssen.

Fahrern empfiehlt der ADAC, möglichst kurz vor 12 Uhr mittags zu tanken. Seit Einführung des sogenannten Österreich-Modells in Deutschland seien die Kraftstoffpreise zu dieser Tageszeit im Durchschnitt am niedrigsten.

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