Mit dem 1. Juni 2021 tritt in Polen in Kraft eine lang erwartete Novelle der Straßenverkehrsordnung. Mindestabstand auf Schnellstraßen und Autobahnen, Vorrang für Fußgänger am Zebrastreifen, neue Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften sind die wichtigsten Änderungen, die sich aus einem Gesetz ergeben, das Polens Präsident Andrzej Duda neulich unterzeichnet hat.

Das Gesetz konzentriert sich vor allem auf Fußgänger. Menschen, die sich am Fußgängerüberweg befinden, werden Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern haben. Diejenigen, die dagegen ein Zebrastreifen gerade betreten – vor allen mit Ausnahme von Straßenbahnen.

Weiterhin wird Fußgängern beim Überqueren der Straße strengstens untersagt, Mobiltelefone und andere Geräte zu verwenden, die den Sehsinn beeinflussen.

Demnach müssen Fahrer mit Inkrafttreten der Bestimmungen des Gesetzes besonders wachsam sein, wenn sie sich einem Fußgängerüberweg nähern werden.

Langsamer in geschlossenen Ortschaften

Eine weitere Änderung betrifft die zulässige Höchstgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften. Mit der StVO-Novelle wird es in geschlossenen Ortschaften nicht mehr erlaubt sein, schneller als 50 km / h zu fahren. Dies betrifft auch die Nachtstunden.

Endlich wird auch Mindestabstand konkret vorgegeben

Darüber hinaus wird der Abstand zwischen Fahrzeugen auf Schnellstraßen und Autobahnen neu begrenzt. Ab Juni muss die Entfernung zwischen den Fahrzeugen mindestens die Hälfte der erreichten Geschwindigkeit betragen. Wenn ein Fahrer demnach beispielsweise 90 km / h fährt, muss er einen Abstand von 45 Metern einhalten.

Werden neue Vorschriften gefährliches Fahrverhalten polnischer Lkw-Fahrer auch auf deutschen Autobahnen positiv verändern?

Bisher galten für den Mindestabstand in Polen keine konkreten Vorgaben, was sich auch im Fahrverhalten polnischer Lkw-Fahrer auf Europas Straßen widerspiegelte. Das haben mehrere Kontrollen der deutschen Polizei nachgewiesen.

Nur als Beispiel: Im August 2020 hat die Verkehrspolizei Ansbach auf der A6 im Bereich Herrieden die Einhaltung des Mindestabstandes zwei Tage lang kontrolliert. Besonderes Augenmerk legte sie damals auf Schwertransporter. Nur innerhalb von drei Stunden sind bei dieser Kontrollmaßnahme am Mittwoch rund fünfzig Verkehrsordnungswidrigkeiten durch Lkw-Fahrer festgestellt worden. Bemerkenswert dabei: Etwa achtzig Prozent der Beanstandungen betrafen Kraftfahrer aus Osteuropa.

Sollten künftig auch in Polen, oder vielleicht auch anderen osteuropäischen Ländern, der Mindestabstand konsequent kontrolliert sowie die Verstöße dagegen bestraft werden, könnte dies das bisherige Fahrverhalten vieler Trucker positiv beeinflussen und die Verkehrssicherheit auch auf anderen europäischen Straßen steigern.

Foto: Pixabay

 

 

 

 

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