Foto: Raben-Group (Symbolbild)

Raben wächst gegen den Markttrend und Deutschland wird strategischer Schlüsselmarkt

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Trotz schwacher Nachfrage und steigender Kosten baut die Raben Group ihr Netzwerk weiter aus. Besonders in Deutschland investiert der Logistiker gezielt in neue Standorte und Kapazitäten.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Raben Group hat im Geschäftsjahr 2025 trotz eines angespannten Marktumfelds zugelegt. Wie das Unternehmen mitteilt, stieg der Umsatz um mehr als 6 Prozent auf über 2,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig wuchs das Sendungsvolumen um 5,1 Prozent.

„Niedrigere Volumina und steigender Kostendruck haben auch uns betroffen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte“, erklärte CEO Ewald Raben laut Unternehmensangaben.

Dennoch habe die Gruppe ihre Position in einem insgesamt rückläufigen Markt ausgebaut. Besonders in Mittel- und Osteuropa sei die operative Entwicklung stark gewesen.

Expansion in neue Märkte

Parallel zum Wachstum hat das Unternehmen seine geografische Präsenz erweitert. 2025 war die Gruppe erstmals in 17 Ländern aktiv.

Zu den wichtigsten Schritten zählen laut Raben:

  • der Markteintritt in die Schweiz durch die Integration von Sieber Transport
  • die Gründung einer eigenen Gesellschaft in der Türkei
  • die Übernahme des niederländischen Unternehmens DGO Express

Mit dem Einstieg in die Türkei stärkt der Logistiker gezielt seine Verbindungen zwischen Europa und Asien. Der Markt gilt als strategischer Knotenpunkt für internationale Lieferketten.

Deutschland im Fokus der Investitionen

Ein klarer Schwerpunkt lag 2025 auf dem deutschen Markt. Hier feierte Raben zugleich 20 Jahre Präsenz – und nutzte das Jubiläum für umfangreiche Investitionen.

So wurde das Depot in Garching bei München an einen deutlich größeren Standort verlegt. Die neue Anlage bietet rund 8.500 Quadratmeter Cross-Docking-Fläche sowie zusätzliche Logistikflächen und liegt verkehrsgünstig nahe der Autobahn.

Nahezu zeitgleich nahm das Unternehmen ein neues Logistikzentrum in Baden-Baden in Betrieb. Der Standort umfasst mehr als 30.000 Quadratmeter und ist unter anderem mit 51 Verladerampen sowie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ausgestattet.

Mit diesen Projekten baut Raben seine Kapazitäten in einem der wichtigsten Logistikmärkte Europas gezielt aus.

Straßentransport bleibt Kerngeschäft

Der Straßentransport bleibt das dominierende Segment im Portfolio der Gruppe. Er machte 2025 rund 67 Prozent des Geschäfts aus.

Weitere Bereiche sind:

  • Kontraktlogistik (ca. 13 Prozent)
  • FTL-Verkehre (über 7 Prozent)
  • Fresh Logistics (7 Prozent)

Damit bleibt Raben stark vom klassischen Landverkehr abhängig, baut aber parallel ergänzende Dienstleistungen aus.

Netzwerk wird dichter

Auch operativ hat die Gruppe ihr europäisches Netzwerk weiter verdichtet. Insgesamt betreibt Raben nach eigenen Angaben rund 700 tägliche Verbindungen auf über 150 Routen.

Neue Linien wurden unter anderem zwischen Südosteuropa und Mitteleuropa eingerichtet. Zudem bestehen regelmäßige Verkehre zwischen Polen und der Ukraine.

Damit stärkt das Unternehmen gezielt Ost-West-Verbindungen – ein Bereich, der in der aktuellen Marktphase zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Investitionen belasten kurzfristig Ergebnis

Die umfangreichen Investitionen wirkten sich laut Unternehmen bewusst auf die Profitabilität aus. Dennoch erzielte Raben eine EBITDA-Marge von über 5 Prozent sowie einen operativen Cashflow von rund 100 Millionen Euro.

„Wir betrachten diese Ergebnisse als bewusste, zukunftsorientierte Investitionen“, so CEO Ewald Raben.

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