Die DHL Group hat im ersten Quartal 2026 ihren operativen Gewinn gesteigert. Der Umsatz lag bei 20,4 Milliarden Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 20,8 Milliarden Euro. Grund sind laut Unternehmen insbesondere negative Währungseffekte.
Auf organischer Basis ergibt sich ein Wachstum von 2,0 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 8,3 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 7,3 Prozent nach 6,6 Prozent im Vorjahr.
CEO Tobias Meyer erklärte, gerade in Zeiten geopolitischer Verwerfungen zeige sich die Stärke der globalen Aufstellung.
„Trotz blockierter Seewege und gesperrter Lufträume halten wir die Lieferketten unserer Kunden am Laufen.“
Express: Ergebnis deutlich über Vorjahr
Im Expressgeschäft verbessert DHL die Profitabilität deutlich:
- Umsatz: 6,0 Mrd. Euro (–1,9 %)
- EBIT: 799 Mio. Euro (+20,6 %)
- Marge: 13,3 % (Vorjahr: 10,8 %)
Laut Unternehmen resultiert die Entwicklung aus aktivem Kapazitätsmanagement, Kostendisziplin und Preisanpassungen. Zusätzliche Kosten infolge geopolitischer Spannungen würden über Zuschläge weitgehend ausgeglichen.
Global Forwarding: Frachtraten belasten
In der Speditionssparte zeigt sich das aktuell schwächste Bild:
- Umsatz: 4,53 Mrd. Euro (–5,0 %)
- EBIT: 164 Mio. Euro (–18,5 %)
- Marge: 3,6 %
Als Hauptgrund nennt DHL gesunkene Frachtraten. Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz laut Unternehmen um 2,3 Prozent zurückgegangen.
Die transportierten Mengen entwickeln sich dagegen positiv: Das Luftfrachtvolumen stieg um 3,8 Prozent, die Seefracht um 2,0 Prozent, insbesondere auf Routen von Asien nach Europa.
Supply Chain: kontinuierliches Wachstum
Die Kontraktlogistik legt weiter zu:
- Umsatz: 4,50 Mrd. Euro (+2,8 %)
- EBIT: 276 Mio. Euro (+3,1 %)
- Marge: 6,1 % (unverändert)
Organisch betrug das Wachstum 5,7 Prozent. Treiber sind laut DHL neue Verträge, Vertragsverlängerungen sowie das E-Commerce-Geschäft.
Das Ergebnis profitiert nach Unternehmensangaben von Produktivitätsgewinnen durch Automatisierung und Standardisierung.
eCommerce: Rückgang durch Sondereffekte
Die Sparte DHL eCommerce verzeichnet einen Umsatzrückgang:
- Umsatz: 1,56 Mrd. Euro (–11,1 %)
- EBIT: 50 Mio. Euro (–4,9 %)
Hintergrund ist vor allem der Wegfall des UK-Geschäfts aus der Berichterstattung nach dem Zusammenschluss mit Evri.
Bereinigt ergibt sich laut Unternehmen ein organisches Wachstum von 4,9 Prozent. Das operative Ergebnis bleibt nahezu stabil.
Post & Paket Deutschland: struktureller Druck bleibt
Im deutschen Geschäft ergibt sich ein gemischtes Bild:
- Umsatz: 4,50 Mrd. Euro (+1,7 %)
- EBIT: 264 Mio. Euro (–5,8 %)
- Marge: 5,9 %
Steigende Paketmengen und Preisanpassungen stützen den Umsatz. Gleichzeitig belasten rückläufige Briefmengen sowie höhere Personal- und Transportkosten das Ergebnis.
Das Paketwachstum konnte diese Effekte nicht vollständig kompensieren, heißt es.
Prognose bestätigt
DHL hält an seiner Jahresprognose fest und erwartet weiterhin:
- ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro
- einen Free Cashflow (ohne M&A) von rund 3 Milliarden Euro
Der Konzern geht dabei von anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten aus.









