Die wichtigsten Ergebnisse:
- Deutschland auf Platz 21: Mit einem Median von 3,82 von 5 Punkten liegt Deutschland im europäischen Ländervergleich weit hinten. Schlechter schneiden nur Italien (3,79) und Belgien (3,78) ab.
- Toiletten als größter Kritikpunkt: In Deutschland beziehen sich 33 Prozent aller Beschwerden auf die Sanitäranlagen – der höchste Anteil unter den untersuchten Ländern. Europaweit sind es 22,6 Prozent.
- Polen führt das Ranking an: Mit einem Median von 4,30 liegt das Nachbarland vor Litauen (4,28) und der Slowakei (4,27).
- Sechs der zehn bestbewerteten Rastanlagen Europas befinden sich in Polen. Die Spitzenposition belegt MOP Rudnik Zachód an der S19 mit 4,72 Punkten.
- Auch unter den schlechtesten Rastanlagen ist Deutschland vertreten: Zwei deutsche Standorte gehören zu den zehn am niedrigsten bewerteten Anlagen Europas.
- Europaweit mehr Kritik als Lob für Sanitäranlagen: Toiletten sind mit 22,6 Prozent der häufigste Anlass für negative Kommentare. Die Untersuchung umfasst 5.363 Standorte in 26 Ländern.
Deutschland nur auf Platz 21 – Toiletten besonders häufig bemängelt
Im europäischen Vergleich schneiden deutsche Autobahnraststätten deutlich schlechter ab als die Anlagen vieler Nachbarländer. Mit einem Median von 3,82 von 5 möglichen Punkten belegt Deutschland lediglich Rang 21 unter den 23 Ländern, die für die Länderwertung berücksichtigt wurden.
Besonders groß ist der Abstand zu Polen, das mit 4,30 Punkten den Spitzenplatz erreicht. Aber auch Österreich (4,24), Tschechien (4,14), die Schweiz (4,05), Frankreich (3,91) und die Niederlande (3,88) liegen vor Deutschland. Nur Italien mit 3,79 und Belgien mit 3,78 Punkten schneiden noch schlechter ab.
Ein wesentlicher Kritikpunkt sind die Sanitäranlagen. Laut Untersuchung beziehen sich 33 Prozent aller Beschwerden über deutsche Rastanlagen auf die Toiletten. Das ist der höchste Anteil im gesamten Ländervergleich und liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 22,6 Prozent.
Auch bei den einzelnen Standorten zeigt sich dieses Muster: An acht der zehn am schlechtesten bewerteten deutschen Rastanlagen waren die Toiletten der wichtigste Kritikpunkt.
Allerdings handelt es sich bei dem Ranking nicht um eine technische Bewertung der Raststätteninfrastruktur. Die Ergebnisse basieren auf Google-Nutzerbewertungen und spiegeln damit die Erfahrungen und subjektiven Einschätzungen der Reisenden wider.
Europa-Ranking: Deutschland vor Italien und Belgien
Für die Länderwertung wurde der Median der Google-Bewertungen aller berücksichtigten Rastanlagen eines Landes ermittelt. In die Rangliste kamen nur Länder mit mindestens zehn geeigneten Standorten.
Die vollständige Länderwertung:
| Rang | Land | Median (max. 5) |
|---|---|---|
| 1 | Polen | 4,30 |
| 2 | Litauen | 4,28 |
| 3 | Slowakei | 4,27 |
| 4 | Rumänien | 4,26 |
| 5 | Österreich | 4,24 |
| 6 | Slowenien | 4,24 |
| 7 | Kroatien | 4,21 |
| 8 | Ungarn | 4,15 |
| 9 | Tschechien | 4,14 |
| 10 | Norwegen | 4,11 |
| 11 | Griechenland | 4,11 |
| 12 | Schweden | 4,08 |
| 13 | Bulgarien | 4,07 |
| 14 | Schweiz | 4,05 |
| 15 | Dänemark | 4,02 |
| 16 | Portugal | 3,92 |
| 17 | Vereinigtes Königreich | 3,91 |
| 18 | Frankreich | 3,91 |
| 19 | Niederlande | 3,88 |
| 20 | Spanien | 3,85 |
| 21 | Deutschland | 3,82 |
| 22 | Italien | 3,79 |
| 23 | Belgien | 3,78 |
Auffällig ist das Gefälle zwischen Mittel- und Osteuropa auf der einen und mehreren großen westeuropäischen Ländern auf der anderen Seite. Während Polen, Litauen, die Slowakei und Rumänien die ersten vier Plätze belegen, finden sich Frankreich, die Niederlande, Spanien, Deutschland, Italien und Belgien im unteren Teil der Tabelle.
Die zehn bestbewerteten Rastanlagen Europas: Sechs liegen in Polen
Auch bei der Bewertung einzelner Rastanlagen liegt Polen vorn. Den Spitzenplatz belegt MOP Rudnik Zachód an der S19 in südlicher Fahrtrichtung nahe Kraśnik. Auf Grundlage von 244 Google-Bewertungen erreichte die Anlage durchschnittlich 4,72 von 5 Punkten.
Auf Platz zwei folgt Moeve Castañeda an der spanischen A-8 bei Puente Viesgo. Auch diese Rastanlage erhielt 4,72 Punkte, allerdings auf Basis einer geringeren Zahl von Bewertungen.
Dahinter folgen zwei weitere polnische Standorte: MOP Zbójecka Góra an der S7 mit 4,71 Punkten und MOP Małoszów, ebenfalls an der S7, mit 4,70 Punkten.
Die zehn bestbewerteten Anlagen im Überblick:
| Rang | Rastanlage | Land | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 1 | MOP Rudnik Zachód, S19 | Polen | 4,72 |
| 2 | Moeve Castañeda, A-8 | Spanien | 4,72 |
| 3 | MOP Zbójecka Góra, S7 | Polen | 4,71 |
| 4 | MOP Małoszów, S7 | Polen | 4,70 |
| 5 | FAR Petroleum Benkovski, A1 | Bulgarien | 4,68 |
| 6 | Parcare Unirea, A10 | Rumänien | 4,67 |
| 7 | Rastplatz Novo Delchevo, A3 | Bulgarien | 4,67 |
| 8 | Stacja paliw Pieprzyk, S7 | Polen | 4,66 |
| 9 | MOP Dąbrowa Wielka Wschód, S8 | Polen | 4,66 |
| 10 | MOP Kamień Południe, S6 | Polen | 4,65 |
Sechs der zehn bestbewerteten Anlagen befinden sich somit in Polen. Bulgarien ist mit zwei Standorten vertreten, Spanien und Rumänien mit jeweils einem.
Bemerkenswert ist, dass ein umfangreiches Serviceangebot offenbar keine Voraussetzung für hohe Nutzerbewertungen ist. Sechs der zehn bestplatzierten Standorte sind vergleichsweise einfach ausgestattet und bieten hauptsächlich Parkplätze und Toiletten statt eines breiten Dienstleistungsangebots.
Zwei deutsche Rastanlagen unter Europas zehn Schlusslichtern
Während die besten Einzelstandorte vor allem in Polen liegen, konzentrieren sich die am schlechtesten bewerteten Rastanlagen auf einige westeuropäische Länder.
Den letzten Platz unter allen untersuchten Standorten belegt die Area di parcheggio Costa Gaia Nord an der sizilianischen A29 bei Alcamo. Sie erreicht lediglich 2,15 von 5 Punkten. Laut Auswertung enthalten nahezu alle jüngeren schriftlichen Bewertungen Beschwerden, insbesondere über Müll und den Zustand der Toiletten.
Auf den nächsten Plätzen folgen zwei französische Rastanlagen: die Aire de la Coulerouze an der A20 und die Aire d’Entrange an der A31.
Insgesamt befinden sich sechs der zehn am schlechtesten bewerteten Rastanlagen Europas in Frankreich. Deutschland ist mit zwei Standorten vertreten, Italien und Spanien mit jeweils einem.
Die Untersuchung nennt damit nicht nur deutliche Unterschiede zwischen den Ländern, sondern zeigt auch, dass einzelne Rastanlagen wesentlich schlechter bewertet werden als der jeweilige Landesmedian vermuten lässt.
Toiletten, Service und Preise: Worüber sich Reisende beschweren
Neben den Sternebewertungen analysierten die Studienautoren mehr als 300.000 schriftliche Rezensionen aus den vergangenen zwei Jahren. Europaweit enthielten 45 Prozent der ausgewerteten Bewertungen mindestens eine Beschwerde, während 50 Prozent wenigstens einen positiven Kommentar aufwiesen.
Die mit Abstand häufigste Ursache für Kritik waren die Toiletten. Sie wurden in 22,6 Prozent der negativen Kommentare erwähnt.
Die wichtigsten Beschwerdekategorien im europäischen Vergleich:
| Kritikpunkt | Anteil an negativen Kommentaren |
|---|---|
| Toiletten | 22,6 % |
| Personal und Service | 13,8 % |
| Preise | 10,1 % |
| Sauberkeit außerhalb der Sanitärbereiche | 9,3 % |
| Sicherheit | 5,7 % |
| Parkplätze | 5,6 % |
| Tanken und Laden von Fahrzeugen | 3,7 % |
| Duschen | 3,5 % |
Bei positiven Bewertungen zeigt sich ein etwas anderes Bild. Am häufigsten wurden Personal und Service gelobt. Auf diesen Bereich entfielen 17,8 Prozent der positiven Kommentare. Danach folgten Toiletten mit 15,4 Prozent, allgemeine Sauberkeit mit 12,8 Prozent und Parkplätze mit 11,9 Prozent.
Die Sanitäranlagen sind somit nicht nur der häufigste Anlass für Beschwerden, sondern spielen auch bei positiven Erfahrungen eine wichtige Rolle.
Polen punktet bei der Sauberkeit – Kritik gibt es an den Duschen
Beim Spitzenreiter Polen fällt vor allem die positive Bewertung der Sauberkeit auf. An sieben der zehn bestbewerteten polnischen Rastanlagen gehörte sie zu den am häufigsten gelobten Eigenschaften.
Ein Schwachpunkt sind dagegen die Duschen. Sie waren Gegenstand von 9 Prozent aller Beschwerden über polnische Rastanlagen. Europaweit liegt dieser Anteil bei lediglich 3,5 Prozent.
Auch innerhalb Polens bestehen deutliche Unterschiede. Die am schlechtesten bewertete Anlage ist Parking Kostomłoty an der A4 in westlicher Fahrtrichtung mit durchschnittlich 3,10 Punkten.
Fünf der zehn am schlechtesten bewerteten polnischen Rastanlagen befinden sich an der A4 – einer wichtigen Ost-West-Verbindung, die auch für den internationalen Güterverkehr zwischen Deutschland und Polen von Bedeutung ist.
Unter den zehn bestbewerteten polnischen Anlagen ist dagegen die S7 besonders stark vertreten: Vier Standorte liegen entlang dieser Strecke.
So wurde das europäische Raststätten-Ranking erstellt
Für die Untersuchung wurden zunächst Autobahnrastanlagen in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie im Vereinigten Königreich, in der Schweiz und in Norwegen erfasst.
Die Autoren nutzten offizielle Verzeichnisse nationaler Straßenbehörden und ergänzten diese mit Daten von OpenStreetMap. Anschließend wurden die Standorte entsprechenden Einträgen in Google Maps zugeordnet.
Dabei galten folgende Kriterien:
- Jede Autobahnfahrtrichtung wurde als eigenständiger Standort behandelt.
- Anlagen, die nur über eine Autobahnabfahrt und abseits der Strecke erreichbar sind, wurden nicht berücksichtigt.
- Für die Aufnahme in das Ranking waren mindestens 100 Google-Bewertungen je Standort erforderlich.
- Das endgültige Standort-Ranking umfasst 5.363 Rastanlagen in 26 Ländern und basiert auf mehr als 7 Millionen Bewertungen.
- In die Länderwertung flossen nur Länder mit mindestens zehn geeigneten Rastanlagen ein. In Estland, Lettland, Malta und Zypern erfüllte keine Anlage die Aufnahmekriterien.
Für die Analyse der Beschwerden und positiven Rückmeldungen wurden zusätzlich mehr als 300.000 schriftliche Bewertungen aus den vorangegangenen zwei Jahren ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei nur Standorte mit mindestens zehn schriftlichen Rezensionen. In diesem Teil der Analyse wurde jede Rastanlage gleich gewichtet.
Die Daten wurden im Oktober 2026 erhoben. Datenquelle: Czechvignette.cz – The European Motorway Stop Index, Auswertung von Google-Maps-Bewertungen, Oktober 2026.









