Rauchverbot am Steuer. Hohe Geldstrafen und Führerscheinentzug für Wiederholungstäter

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Qualm hin Qualm her, doch Italien nimmt es ernst mit dem Rauchen am Steuer. Und in Spanien gilt zusätzlich ein strenges Rauchverbot und es geht der Regierung nicht um die Gesundheit.

Rauchverbot am Steuer. Hohe Geldstrafen und Führerscheinentzug für Wiederholungstäter
Foto: Pixinio/Paolo Neo CCO

[Update] Das italienische Parlament berät derzeit über einen neuen Entwurf zur Reform der Straßenverkehrsordnung StVO (Il Codice della Strada – CdS), der eine Verschärfung der Vorschriften vorsieht. Er sieht unter anderem ein absolutes Rauchverbot in Fahrzeugen und härtere Strafen für Fahrer vor, die während der Fahrt telefonieren.

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Einführung strengerer Strafen für diejenigen, die das Telefon oder andere Geräte wie Tablets, Laptops, Notebooks usw. benutzen, bei denen sie die Hände vom Steuer nehmen müssen. Dies gilt sowohl für PKW- als auch für LKW-Fahrer.

Die Änderung sieht eine Erhöhung der Geldbußen für diesen Verstoß um 150 % vor. Die derzeitige Spanne von 167 bis 661 Euro wird auf 422 bis 1697 Euro erhöht. Aber das ist noch nicht alles, denn die neuen Vorschriften sehen für diesen Verstoß den Führerscheinentzug vor. Die Fahrerlaubnis kann für einen Zeitraum von 7 Tagen bis 2 Monaten entzogen werden und 5 Punkte gibt es dazu. Im Falle eines erneuten Verstoßes innerhalb von zwei Jahren, wird die Geldstrafe höher ausfallen und fängt bereits ab 644 Euro an und kann sogar 2588 Euro betragen. Wiederholungstätern wird außerdem der Führerschein für einen Zeitraum von einem bis drei Monaten entzogen und man erhält 10 Strafpunkte.

Darüber hinaus wird mit der Änderung ein Rauchverbot am Steuer eingeführt, da diese Tätigkeit eine Quelle der Ablenkung darstellt. Derzeit gilt das Verbot in Italien nur, wenn sich Minderjährige oder Schwangere im Fahrzeug befinden. Der Bußgeldrahmen beträgt 50 bis 500 Euro, wenn sich Schwangere oder Kinder unter zwölf Jahren im Fahrzeug befinden. Sind Kinder im Alter von zwölf bis 17 Jahren als Beifahrer dabei, gilt ein Bußgeldrahmen von 25 bis 250 Euro. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens des absoluten Rauchverbots im Fahrzeug ist noch nicht bekannt.

In Deutschland erlaubt, im Ausland teils verboten

Rauchen hinterm Steuer ist in Deutschland nicht verboten, das gilt auch dann, wenn Kinder mit an Bord sind. Trotzdem kann es aus verschiedenen Gründen sehr teuer werden. Jeder Fahrer ist verpflichtet sich voll und ganz auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, denn Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr kann drastische Folgen haben. Dabei kann eine Zigarette am Steuer entscheidend ablenken.

Kommt es zum Unfall, kann das für Raucher teuer werden, denn dann muss man sich wegen grober Fahrlässigkeit verantworten. Und wer eine Zigarette leichtsinnig aus dem Fahrzeug wirft, verschmutzt damit nicht nur die Umwelt, wofür es ein Verwarnungsgeld von 20 bis 50 Euro gibt, sonder stellt eine Gefahr dar. Bei schneller Fahrt kann es dazu kommen, dass ein Motorradfahrer erschrickt, stürzt und sich verletzt, so macht sich der Raucher einer fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Im Sommer hingegen können dadurch im schlimmsten Fall sogar Waldbrände verursacht werden. Und hier handelt es sich um eine Straftat, die eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung nach sich ziehen kann.

Rauchverbot in Spanien – 2000 Euro Strafe

Spanien hat bereits jetzt eines der strengsten Rauchergesetze weltweit. Seit letztem Jahr ist das Rauchen in Innenräumen ausnahmslos untersagt. Doch wer nach Spanien seine Fahrt oder seinen Urlaub plant, sollte wissen wo man in Spanien zusätzlich nicht qualmen sollte.

Auf den Kanaren oder auf Mallorca gilt bereits ein Rauchverbot am Strand. Das könnte nun ausgeweitet werden, wegen eines neuen Abfallgesetzes. Durch die Verordnung werden lokale Behörden dazu aufgerufen, alle Strände zur rauchfreien Zone zu machen und hier geht es nicht um die Gesundheit, sondern um die Natur, denn Problematisch sei nicht der Zigarettenkonsum an sich, sondern das Hinterlassen der Zigarettenstummel am Strand.

Dies forderten Bürgerinnen und Bürger selbst, denn mehr als 283.000 Spanier hatten sich mit ihrer Unterschrift und einer Petition an die Regierung gewandt, um ein Rauchverbot in Spanien am Strand durchzusetzen.

Das absolute Rauchverbot in Spanien gilt somit nicht nur in Innenräumen, sondern auch an den Stränden. Bevor man den Strand betritt, sollte man die Warnschilder beachten, denn nicht alle Gemeinden führen die Verbotszonen ein.

Wer gegen das Verbot verstößt und am Strand raucht, kann mit einem Bußgeld von bis zu 2000 Euro rechnen, berichten „The Times“ und „Daily Mail“.

 

Zusammenarbeit: Agnieszka Kulikowska – Wielgus

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