Am 27.08.2019 fiel einer Polizeistreife des Regionalen Verkehrsdienstes Hersfeld-Rotenburg ein litauischer Sattelzug ins Auge, dessen Plane einige Beulen aufwies. Aufgrund der offensichtlich mangelhaften Ladungssicherung wurde der LKW angehalten und kontrolliert. Als der weißrussische Fahrer die Plane öffnete, bestätigte sich der Verdacht der Polizisten, denn die auf Paletten stehenden Kartons waren auf der Ladefläche verrutscht. Mittels der vorhandenen, aber bei Fahrtantritt leider nicht angebrachten Spanngurte, konnte der Kraftfahrer diesen Mangel zügig beheben.

Im weiteren Verlauf der Kontrolle wurden die Fahrzeug- und Frachtpapiere überprüft, sowie die digitalen Daten der Fahrerkarte ausgelesen. Im Gegensatz zu den Dokumenten war das Ergebnis der Fahrerkarte nur wenig zufriedenstellend: Hier offenbarte sich, dass der LKW-Fahrer zahlreiche Verstöße gg. die Vorschriften zur Einhaltung der vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten, sowie der täglichen Pausen, begangen hatte. Eine Fahrtdauer von 16 Stunden und mehr, ohne die notwendigen Lenkzeitunterbrechungen, war keine Seltenheit.

Selbst die Beamten staunten nicht schlecht, als der Polizeicomputer mit der Berechnung des Bußgeldes fertig war: Dem bis zuletzt uneinsichtigen 28-jährigen LKW-Fahrer werden Verstöße in einer Größenordnung von über 32.000 Euro vorgeworfen. Für die Transportfirma dürfte die Strafe noch um einiges höher ausfallen. Die ursprünglich festgestellte mangelhafte Ladungssicherung fällt hierbei nicht mehr zusätzlich ins Gewicht. Nachdem der Fahrer die notwendige Ruhezeit eingelegt hatte, konnte er seine Fahrt fortsetzen. Die Polizei leitet dieses Verfahren an das Bundesamt für Güterverkehr weiter, welches die Forderungen einziehen wird.

Foto:publicdomainpictures.net

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