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Sund & Bælt

Dänemarks Lkw-Maut „funktioniert“, doch Bußgelder verärgern Transportunternehmen, zeigt eine Studie

Lesezeit 6 Min.

Dänemarks kilometergestützte Lkw‑Maut funktioniert nach anfänglichen Startproblemen inzwischen weitgehend wie vorgesehen. Eine unabhängige Bewertung zeigt jedoch: Transportunternehmen kämpfen weiterhin mit Frustrationen, vor allem aufgrund von Benutzerfreundlichkeit, Bußgeldern sowie der Bearbeitung von Einwänden und Einsprüchen. [Aktualisiert am 20. Januar 2026, 13:15 Uhr]

Dieser Text wurde mit Unterstützung eines automatischen Übersetzungstools erstellt. Es kann daher zu inhaltlichen und sprachlichen Ungenauigkeiten kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Die Bewertung wurde von der Implement Consulting Group im Auftrag von Sund & Bælt erstellt. Sie kommt zu dem Schluss, dass das Mautsystem inzwischen Fahrten in der Regel erfasst und Gebühren korrekt berechnet. Gleichzeitig benennt der Bericht mehrere Schwachstellen, die den Arbeitsalltag von Transportunternehmen weiterhin beeinträchtigen.

Dänemark führte am 1. Januar 2025 eine entfernungsbasierte und nach CO₂ differenzierte Straßenmaut für schwere Nutzfahrzeuge ein und ersetzte damit das Eurovignetten-System. Die Bewertung bestätigt, dass die Einführungsphase von „Anlaufschwierigkeiten“ geprägt war, stellt jedoch fest, dass diese Probleme weitgehend behoben wurden.

Laut Bericht gilt das zugrunde liegende technische System zur Erfassung der Strecke und zur Abrechnung gegenüber den Transportunternehmen inzwischen als stabil, und die Maut funktioniert im Allgemeinen wie konzipiert.

Bußgelder bleiben der größte Konfliktpunkt

Trotz dieser technischen Stabilisierung identifiziert die Bewertung die Bußgelder als mit Abstand größte Quelle der Unzufriedenheit unter Transportunternehmen.

Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass das aktuelle Sanktionsmodell nicht ausreichend zwischen vorsätzlicher Nichtbeachtung und unbeabsichtigten Fehlern unterscheidet – etwa technischen Störungen oder administrativen Irrtümern. Dadurch können Unternehmen unabhängig von der Ursache mit derselben pauschalen Strafe belegt werden.

Die Bewertung weist außerdem darauf hin, dass Probleme häufig weder für Fahrer noch für Betreiber sichtbar sind, wenn sie auftreten. Stattdessen werden Fehler oft erst erkennbar, wenn ein Bußgeldbescheid ergeht – typischerweise Tage nach dem Vorfall –, was die Möglichkeit einschränkt, Probleme in Echtzeit zu korrigieren.

Einsprüche und Benutzerfreundlichkeit unter Beobachtung

Über die Bußgelder selbst hinaus hebt die Bewertung breitere Bedenken hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Transparenz hervor. Transportunternehmen berichten von Schwierigkeiten, den Systemstatus zu verstehen, sowie von fehlendem zeitnahem Feedback, wenn etwas schiefläuft.

Auch die Bearbeitung von Einwänden und Einsprüchen gegen Bußgelder wird als problematisch herausgestellt. Laut Bewertung empfinden Betreiber das Beschwerdeverfahren als komplex und ressourcenintensiv, was den administrativen Aufwand erhöht – insbesondere für kleinere Transportunternehmen.

Rechtsstreitigkeiten unterstreichen den Unmut der Branche

Außerhalb des eigentlichen Bewertungsrahmens sind Streitigkeiten über Bußgelder bereits in rechtliche Auseinandersetzungen eskaliert.

Wie Trans.INFO zuvor berichtete, haben mehrere dänische Transportunternehmen die Zahlung von Bußgeldern aus der Straßenmaut verweigert und wurden vor Gericht geladen. Sie argumentieren, dass das pauschale Sanktionsmodell gegen den EU-Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstößt. Der Branchenverband International Transport Danmark (ITD) hat betroffene Unternehmen unterstützt und eine separate Klage gegen den dänischen Staat eingereicht, in der die Rechtmäßigkeit des Bußgeldregimes angefochten wird.

Im aktuellen System führt jeder Verstoß – von technischen Fehlern bis hin zu nicht bezahlten Mautgebühren – zur gleichen Strafe. Die Bußgeldhöhe wurde zunächst auf 4.500 DKK festgesetzt und zum 1. Juli 2025 auf 9.000 DKK pro Verstoß erhöht – unabhängig von den Umständen.

ITD argumentiert, dass dieser Ansatz den Schweregrad einzelner Verstöße nicht angemessen widerspiegelt und im Gegensatz zu Systemen in anderen EU-Ländern steht, in denen Strafen je nach Vorsatz und Schwere abgestuft sind.

Akzeptanz hängt von der Vollzugspraxis ab

Während die Bewertung bestätigt, dass Dänemarks Lkw-Maut aus technischer Sicht inzwischen weitgehend funktioniert, macht sie zugleich deutlich, dass die Akzeptanz unter Transportunternehmen von mehr als einer korrekten Abrechnung abhängt.

Laut Bericht werden eine klarere Kommunikation, schnellere Fehlermeldungen und ein praktikablerer Umgang mit Bußgeldern und Einsprüchen entscheidend sein – insbesondere, da die Straßenmaut in den kommenden Jahren auf eine größere Gruppe von Fahrzeugen und Straßen ausgeweitet werden soll.

Für viele Betreiber legt die Bewertung nahe, dass die zentrale Frage nicht mehr lautet, ob das System funktioniert, sondern ob es so durchgesetzt wird, dass es im täglichen Betrieb vorhersehbar, verhältnismäßig und handhabbar ist.

Kritik aus der Branche: DTL fordert Reformen

Auch der dänische Transportverband DTL meldet sich mit klaren Forderungen zu Wort. Die Organisation drängt auf eine Überarbeitung des Mautgesetzes im Frühjahr, mit Fokus auf niedrigere Bußgelder, mehr Verhältnismäßigkeit und gezielte Straßenkontrollen insbesondere bei ausländischen Fahrzeugen.

DTL weist darauf hin, dass das derzeitige System dazu führt, dass Transportunternehmen mit Bußgeldern in Höhe von 9.000 Dänischen Kronen für unbeabsichtigte Fehler bestraft werden – etwa bei kurzfristigen technischen Störungen der On-Board-Unit. Aus Sicht des Verbandes ist dies eine unangemessene und demotivierend wirkende Lösung für Unternehmen, die ernsthaft in Regelkonformität investieren.

DTL-Direktor Erik Østergaard betont, dass das übereilt eingeführte Kontrollsystem intransparente und ungerechte Sanktionen verhänge, indem es ehrliche Transportunternehmen mit absichtlichen Betrügern gleichsetze. Er weist darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Fälle, die durch hohe Strafen verhindert werden sollten, ausländische Transporteure betreffe.

Die Organisation beruft sich dabei auf die Erkenntnisse der Bewertung durch die Implement Consulting Group, die mildere Sanktionen für kurzfristige und unbeabsichtigte Fehler empfiehlt und pauschale Bußgelder sowie sogenannte „Serienstrafen“ als Ergebnis eines politisch geprägten Vollzugsmodells kritisiert.

DTL fordert zudem, sich an den in Deutschland praktizierten Lösungen zu orientieren, wo bei technischen Problemen zunächst zur Nachzahlung der fehlenden Maut aufgefordert wird und hohe Strafen nur bei vorsätzlichen Verstößen verhängt werden. Darüber hinaus verlangt die Organisation effektive Straßenkontrollen, bei denen Fahrzeuge ohne gültige Mautzahlung bis zur Begleichung des Betrags angehalten werden sollen.

Mitarbeit: Agnieszka Kulikowska-Wielgus

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