In Deutschland fehlen rund 23.500 LKW-Stellplätze. Bundesverkehrsminister Scheuer hat deshalb  jüngst ein 100-Millionen-Euro-Programm für die Schaffung von LKW-Stellplatzkapazitäten angekündigt. Gefördert werden sollen Privatinvestoren.

Laut dem ADAC, der sich auf eine Studie der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) beruft, fehlen in Deutschland rund 23.500 LKW-Stellplätze. Das heißt , dass ein Drittel der Suchenden leer ausgeht.Besonders schwierig ist die Lage in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Der ADAC vergleicht die Suche nach einem Parkplatz mit dem Gesellschaftsspiel Reise nach Jerusalem, mit dem Unterschied, dass es nicht um Stühle geht, sondern um Stellplätze.  Der Mangel an LKW-Parkplätzen gefährdet aber auch die Verkehrssicherheit.

Ein weiterer zügiger Ausbau der LKW-Stellplatzkapazitäten ist zwingend erforderlich. Zu oft sind LKW-Fahrer gezwungen, ihr Fahrzeug auf dem Standstreifen oder in Ausfahrten von Rastanlagen abzustellen. Dies führt zu einer massiven Gefährdung der Verkehrssicherheit, betont in dem Beitrag ADAC Verkehrsexperte Jürgen Berlitz.

Privatinvestoren sollen helfen

Der ADAC empfiehlt deshalb schon seit langem, die Kapazitäten an bestehenden sowie bei neuen Rastanlagen durch intelligente Parksysteme zu optimieren, aber auch die Schaffung von Plätzen durch Privatinvestoren zu fördern.

Die Idee Privatinvestoren zu engagieren, hat jetzt bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Gefallen gefunden. Dieser hat jüngst ein 100-Millionen-Euro-Programm für die Schaffung von LKW-Stellplatzkapazitäten angekündigt. Bereits Anfang 2021 sollen die Förderrichtlinien vorliegen, berichte die taz. Pro Parkplatz können Investoren mit bis zu 60.000 Euro rechnen. Die neuen Stellplätze müssen sich in privatem Eigentum befinden, sanitäre Anlagen haben und etwa maximal drei Kilometer von einer Autobahnanschlussstelle entfernt sein, heißt es in der taz. Gefördert werden können 70 bis 90 Prozent der Gesamtkosten, den Rest muss der Investor selbst tragen.

Kein einfaches Vorhaben

Doch der Ausbau von LKW-Stellplätzen ist nicht immer einfach. Gegen die Entstehung der Raststätte Havelseen an der A 10 im Potsdamer Norden protestiert seit einiger Zeit die Bürgerinitiative „Gegen den Bau der Raststätte Havelseen“ . Die Einwohner von Uetz-Paaren, Satzkorn, Kartzow und Marquardt haben sich zusammengetan, denn sie befürchten, der Bau könnte  „massive Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen“ haben. In Havelseen sollen Stellplätze für 103 LKW, 10 Busse, 8 Caravan und 183 PKW entstehen. Platz soll es ebenfalls für Großraum- und Schwertransporte geben. Der Landesbetrieb Straßenverkehr hat das Planfeststellungsverfahren bereits beantragt. Der Bau der Rastanlage soll im Jahr 2024 beginnen.

Foto: Flickr

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