- CMA CGM führt für die Schwarzmeerregion einen Kriegsrisikozuschlag von 35 US-Dollar beziehungsweise rund 31 Euro je TEU ein.
- Die Gebühr gilt für alle ab dem 9. November 2026 ausgestellten Konnossemente, vorbehaltlich der auf der jeweiligen Handelsroute erforderlichen behördlichen Meldungen.
- Betroffen sind Constanța, Poti, Varna, Burgas und alle weiteren von CMA CGM bedienten Häfen am Schwarzen Meer.
- Der Zuschlag gilt für sämtliche Ladungsarten – von Trockenladung und Ladung außerhalb der Standardmaße bis hin zu Kühl- und Spezialladung.
- Am 16. September 2026 stufte das Joint War Committee das Schwarze Meer als Kriegsrisikogebiet ein.
35 US-Dollar je TEU für alle Ladungsarten
In der am 28. Oktober veröffentlichten Kundenmitteilung beziffert CMA CGM den Zuschlag auf 35 US-Dollar je TEU. Für einen 40-Fuß-Container, der mit zwei TEU berechnet wird, fallen damit 70 US-Dollar beziehungsweise rund 63 Euro an.
Die Regelung betrifft Transporte aus allen Teilen der Welt in die Schwarzmeeranrainerstaaten ebenso wie Sendungen aus diesen Ländern in andere Regionen der Welt. Sie gilt für:
- Trockenladung einschließlich Ladung außerhalb der Standardmaße,
- Kühlgut,
- Spezialladung.
Neben Constanța, Poti, Varna und Burgas nennt CMA CGM auch jeden weiteren Hafen in der Region, den die Reederei bedient.
Der Zuschlag wird für alle ab dem 9. November 2026 ausgestellten Konnossemente berechnet, vorbehaltlich der jeweils erforderlichen behördlichen Meldungen. Auf Handelsrouten, auf denen Reedereien ihre Frachtraten vorab bei den zuständigen Behörden einreichen müssen, kann sich der tatsächliche Starttermin daher verschieben.
Warum der Zuschlag jetzt kommt
CMA CGM verweist auf eine Verschlechterung der operativen Lage im Schwarzen Meer während der vergangenen Monate. Am 16. September 2026 nahm das Joint War Committee, das den Londoner Versicherungsmarkt berät, die Seefahrtszone des Schwarzen Meeres in die Liste der Kriegsrisikogebiete auf. Für Schiffe in der Region entstehen dadurch zusätzliche Kosten, insbesondere durch höhere Versicherungsprämien.
Nach Angaben von CMA CGM soll die neue Gebühr dazu beitragen, die Dienste in der Region ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten.
Die Entscheidung folgt auf eine Reihe von Drohnenangriffen auf Frachtschiffe, darunter auch in den Gewässern von EU-Mitgliedstaaten. Neue Abwehrmaßnahmen zum Schutz der Handelsroute nach Constanța werden deshalb beschleunigt umgesetzt.
Nicht der einzige zusätzliche Kostenfaktor
Der Kriegsrisikozuschlag kommt zu weiteren Gebühren hinzu. CMA CGM weist darauf hin, dass unter anderem Kraftstoffzuschläge, Terminal-Handling-Gebühren, Hochsaisonzuschläge sowie Gebühren für Sicherheit und Schutz anfallen können. Zusätzlich sind lokale Kosten möglich.
Konfliktbedingte Zuschläge sind im Containerverkehr im Jahr 2026 bereits häufiger eingeführt worden. Reedereien erhoben entsprechende Gebühren für den Nahen Osten. MSC führte außerdem Zuschläge für Piraterierisiken und die Suez-Route ein, als ausgewählte Dienste ins Rote Meer zurückkehrten.
Folgen für den Straßengüterverkehr
Constanța ist der größte Containerhafen am Schwarzen Meer und der wichtigste maritime Zugang Rumäniens. Über den Hafen werden auch Waren für Ungarn, Serbien, Moldau und weitere Binnenmärkte abgewickelt. Ein Großteil der dort eintreffenden Container wird anschließend per Lkw oder Bahn weitertransportiert.
Für Speditionen und Frachtführer fällt der neue Zuschlag im Verhältnis zu den gesamten Transportkosten zwar vergleichsweise gering aus. Er zeigt jedoch, dass Seetransporte über das Schwarze Meer teurer und schwerer kalkulierbar werden. Spediteure sollten prüfen, ob die Gebühr bereits in den Raten enthalten ist, die sie ihren Kunden anbieten. Verlader müssen ab dem angekündigten Starttermin mit dem Zuschlag auf ihren Rechnungen rechnen.
Sollten andere Reedereien dem Beispiel von CMA CGM folgen – bei solchen Gebühren ist das nicht ungewöhnlich –, könnten die Mehrkosten künftig für einen Großteil der Container über Constanța, Varna und Burgas anfallen.









