- MSC erhebt ab dem 15. September für ausgewählte Transporte von Asien ins östliche Mittelmeer und ans Schwarze Meer insgesamt 91 US-Dollar pro TEU für Piraterie- und Suezkanalzuschläge.
- Für einen 40-Fuß-Standardcontainer fallen damit 182 US-Dollar zusätzlich an – zuzüglich aller weiteren anwendbaren Frachtkosten und Zuschläge.
- Ab dem 1. Oktober berechnet MSC außerdem 100 US-Dollar pro TEU für ausgewählte Transporte von Europa nach Nordamerika über den Panamakanal.
Ab dem 15. September erhebt MSC einen Pirateriezuschlag von 55 US-Dollar pro TEU sowie einen Suezkanalzuschlag von 36 US-Dollar pro TEU auf Ladung, die von Asien zu verschiedenen Häfen im östlichen Mittelmeer und am Schwarzen Meer verschifft wird.
Zusammen belaufen sich die beiden neuen Gebühren auf 91 US-Dollar pro TEU beziehungsweise 182 US-Dollar für einen 40-Fuß-Standardcontainer. Weitere anwendbare Frachtkosten und Zuschläge sind darin noch nicht enthalten.
MSC begründet die Maßnahme mit der angespannten Sicherheitslage und dem Piraterierisiko rund um die Arabische Halbinsel. Beides wirkt sich weiterhin auf den Schiffsbetrieb und die verfügbaren Transitrouten aus. Die Zuschläge gelten bis auf Weiteres.
Zu den betroffenen Zielhäfen gehören unter anderem Alexandria, Aliaga, Antalya, Batumi, Burgas, Constanța, Istanbul, Izmir, Mersin, Odesa, Poti und Varna.
Neue Gebühr fällt mit vorsichtiger Rückkehr zum Suezkanal zusammen
Die Einführung der Gebühr fällt zeitlich mit der vorsichtigen Rückkehr von MSC zum Suezkanal zusammen. Erst vor Kurzem hatte die Reederei damit begonnen, nach den lang anhaltenden Störungen im Roten Meer ausgewählte Suezverbindungen wieder aufzunehmen.
Am 24. August teilte MSC mit, dass die Reederei nach einer erneuten Bewertung der Sicherheits- und Betriebsbedingungen eine begrenzte Zahl von Ost-West-Diensten wieder durch den Suezkanal führen werde. Dazu zählen ausgewählte Verbindungen von Asien ins Mittelmeer und nach Nordeuropa sowie zwischen Indien und dem Mittelmeer.
MSC betonte zugleich, dass die Rückkehr schrittweise und für jeden Dienst einzeln erfolgen soll. Sollte sich die Sicherheitslage erneut verschärfen, bleiben alternative Notfalllösungen verfügbar.
Die neuen Gebühren zeigen, dass kürzere Routen durch den Suezkanal nicht automatisch von regionalen Zusatzkosten befreien. Ein Teil der daraus entstehenden Kosten für Sicherheits- und Transitrisiken wird nun direkt an die Auftraggeber weitergegeben.
Der ausdrücklich ausgewiesene Zuschlag für Piraterierisiken steht zudem vor dem Hintergrund einer tatsächlichen Zunahme von Piratenaktivitäten vor Somalia und im Golf von Aden.
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) erklärte im Juli, in den vorangegangenen drei Monaten 24 versuchte oder tatsächliche Fälle von Piraterie und bewaffnetem Raub im Roten Meer und im Golf von Aden registriert zu haben. Nach Angaben der Organisation wurden zu diesem Zeitpunkt 44 Seeleute auf drei Schiffen festgehalten, die zwischen April und Mai vor Somalia und im Golf von Aden gekapert worden waren.
Die Zahlen des International Maritime Bureau (IMB) zeichnen für die weltweite Entwicklung ein differenzierteres Bild. Piraterie und bewaffnete Überfälle gingen im ersten Halbjahr 2026 weltweit deutlich zurück. Auf somalische Piraten entfielen jedoch 94 Prozent der Besatzungsmitglieder, die in diesem Zeitraum als Geiseln genommen wurden. Die Organisation warnte außerdem vor einer erneuten Zunahme der Aktivitäten vor Somalia.
Der Begriff „Pirateriezuschlag“ steht damit nicht nur für die Sicherheitsrisiken durch Huthi-Angriffe im Roten Meer. Reedereien sind in der gesamten Region mehreren parallelen Bedrohungen ausgesetzt – von Piraterie vor Somalia bis zu allgemeinen Sicherheitsrisiken vor Jemen und im Roten Meer.
Panama-Routen werden um 100 US-Dollar pro TEU teurer
Parallel überarbeitet MSC seinen Notfallzuschlag für den Panamakanal für Ladung aus dem westlichen Mittelmeer, der Adria, Israel, Nordwesteuropa, Skandinavien und dem Baltikum mit Ziel USA, Kanada oder Mexiko.
Ab dem 1. Oktober beträgt der Zuschlag für alle Ladungsarten 100 US-Dollar pro TEU. Für einen 40-Fuß-Container entspricht das 200 US-Dollar.
Die jüngste Mitteilung der Panamakanal-Behörde weist allerdings auf eine leichte Verbesserung der kurzfristigen Betriebslage hin.
Am 4. September kündigte die Behörde an, eine geplante Absenkung des maximal zulässigen Tiefgangs für Schiffe in den Neopanamax-Schleusen zu verschieben. Die Grenze sollte am 1. Oktober von 14,63 Metern auf 14,48 Meter sinken. Stattdessen bleibt sie nach einer erneuten Prüfung des Wasserstands im Gatunsee und aktualisierten Wetterprognosen zunächst bei 14,63 Metern.
Nach Angaben der Behörde sorgt die Beibehaltung des aktuellen Tiefgangs für mehr Planungssicherheit bei Kunden und bei der Einsatzplanung der Schiffe. Die Wasserbedingungen sollen dennoch weiter überwacht werden. Über künftige Änderungen bei den Tiefgangsvorgaben will die Behörde frühzeitig informieren.
Für Verlader ergibt sich daraus eine bemerkenswerte zeitliche Überschneidung: Der neue Panama-Zuschlag von 100 US-Dollar pro TEU soll weiterhin am 1. Oktober in Kraft treten, obwohl die ursprünglich für diesen Tag angekündigte Einschränkung des zulässigen Tiefgangs verschoben wurde.
Darüber hinaus hat MSC den Panamakanalzuschlag für Transporte aus Südostasien, China, Korea und Japan an die US-Ostküste und die US-Golfküste angepasst. Ab dem 12. September berechnet die Reederei 149 US-Dollar für einen 20-Fuß-Container, 297 US-Dollar für einen 40-Fuß-Container und 376 US-Dollar für einen 45-Fuß-Container.








