Der Wert des europäischen Straßenverkehrsmarktes wird in diesem Jahr um 6,8 Prozent im Vergleich zu 2019 sinken. Dies ergibt sich aus dem aktuellem Bericht des Analyseunternehmens Transport Intelligence (TI). Es besteht kein Zweifel daran, dass als Hauptverursacher des Rückgangs die Covid-19-Pandemie gilt.

Nach Schätzungen von TI wird der Wert des europäischen Marktes Ende dieses Jahres voraussichtlich 322,8 Mrd. EUR, gegenüber über 350 Mrd. EUR im Vorjahr, erreichen. Der Wertverlust des Sektors ist hauptsächlich auf den durch die Covid-19-Pandemie verursachten wirtschaftlichen Abschwung zurückzuführen. Grenzschließungen, Produktions- und Handelsbeschränkungen haben zu einem Rückgang des Transportvolumens auf dem gesamten Kontinent geführt.

Der Rückgang des Marktwerts betrifft keine ausgewählten Länder, sondern ist eher ein weit verbreitetes Phänomen. Davon zeugt die Tatsache, dass sich an der Spitze der größten Straßenverkehrsmärkte Europas nichts geändert hat – genau wie vor einem Jahr gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien mit insgesamt 60,1 Prozent Marktanteil zu den Marktführern.

Der internationale Verkehr wird besonders stark betroffen sein

Die Beschränkungen betrafen hauptsächlich den grenzüberschreitenden Handel und Transport. Nach Schätzungen von TI werden die Nationalmärkte im Jahr 2020 insgesamt um 6,2 Prozent an Wert verlieren, während der internationale Verkehrsmarkt höchstwahrscheinlich um ca. 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen wird.

Der nationale Verkehrt macht nach neuesten Daten 70,1 Prozent des gesamten Transportsektors aus, während bei 29,9 Prozent handelt es sich internationale Beförderungen. .

Unterschiedlichen Schätzungen zufolge könnte der Wert des Binnenmarktes bis 2020 226,3 Mrd. EUR erreichen. Der in den meisten europäischen Ländern verhängte Lockdown hat zu einem deutlichen Rückgang von Verbrauch und Produktion auf dem gesamten Kontinent geführt. Die größten Marktwertverluste waren in Italien und Spanie, den von der Pandemie am stärksten betroffenen europäischen Ländern, zu verzeichnen. TI schätzt, dass der Wert des Transportmarktes auf der Apenninenhalbinsel in diesem Jahr um bis zu 9,4 Prozent im Vergleich zu dem Vorjahr sinken wird.

Der internationale Markt soll einen Wert von 96,4 Milliarden Euro erreichen. Der Rückgang, der tiefer als im Falle der nationalen Märkte ist, lässt sich auf den starken Rückgang des Gesamtwerts der Exporte in ganz Europa zurückführen. Verantwortlich dafür waren: der europaweite Nachfragerückgang, der Zusammenbruch des Automobilmarktes, die anhaltenden Arbeiten am Brexit und die Beschränkungen im Zusammenhang mit Grenzkontrollen, die während der Pandemie eingeführt wurden.

Obwohl im dritten Quartal dieses Jahres einige Verluste aus dem ersten Halbjahr wieder aufgeholt wurden und das BIP-Wachstum im Euroraum einen Rekordwert von Prozent erreichte, hat die zweite Pandemie-Welle den Rebound-Effekt unterdrückt, so die Autoren des Berichts.

Aus diesem Grund sind die Prognosen für die nahe Zukunft alles andere als optimistisch. Nach Angaben der deutschen Investmentbank Berenberg wird die Wirtschaft des Euroraums erst Mitte 2022 das Vorkrisenniveau erreichen. Obwohl es erwartet wird, dass sich Frankreich und Deutschland früher von der Krise erholen, wird z. B. das BIP-Niveau in Italien den Stand von 2019 möglicherweise erst 2023 erreichen.

Foto: pixabay

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