Die Europäische Kommission hat letzte Woche eine neue Initiative vorgeschlagen, die es den an der Warenabfertigung beteiligten Behörden erleichtern soll, von Wirtschaftsbeteiligten übermittelte elektronische Informationen auszutauschen.

Die Wirtschaftsbeteiligten sollen künftig die für die Ein- oder Ausfuhr von Waren erforderlichen Informationen nur einmal übermitteln müssen. Mit der sogenannten „Single-Window-Umgebung der EU für den Zoll“ soll die Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen den verschiedenen Behörden verbessert und die automatische Überprüfung von Nichtzollformalitäten für Waren, die in die oder aus der EU verbracht werden, erleichtert werden.

Der neue Vorschlag reiht sich in das Vorhaben ein,  die Zollunion auszubauen, dadurch dass Grenzkontrollen und  Sicherheits- und Compliance-Kontrollen modernisiert und der Verwaltungsaufwand für Unternehmen verringert wird.Mit dem Single Window sollen die Verfahren digitalisiert und gestrafft werden, damit Unternehmen Dokumente künftig nicht mehr über verschiedene Portale bei mehreren Behörden einreichen müssen.

Die Digitalisierung, die Globalisierung und der Wandel des Handels bergen sowohl Risiken als auch Chancen, was die Verbringung von Waren über die EU-Grenzen hinweg angeht. Damit diese Herausforderungen bewältigt werden können, müssen die Zollbehörden und sonstigen zuständigen Behörden an einem Strang ziehen und bei den vielen Kontrollen und Verfahren, die für einen reibungslosen und sicheren Handel erforderlich sind, einen ganzheitlicheren Ansatz verfolgen. Der heutige Vorschlag ist der erste Schritt hin zu einer vollständig papierlosen und integrierten Zollumgebung und einer besseren Zusammenarbeit zwischen allen Behörden an unseren Außengrenzen. Ich appelliere an alle Mitgliedstaaten, ihren Teil dazu beizutragen, dass diese Zollumgebung zu einem großen Erfolg wird, sagt Paolo Gentiloni, EU-Kommissar für Wirtschaft.

Jedes Jahr ermöglicht die Zollunion den Handel mit Waren im Wert von mehr als 3,5 Billionen Euro. Eine effiziente Zollabfertigung und effiziente Zollkontrollen sind deshalb elementar. Das Single Window wird es Unternehmen und Händlern ermöglichen, Daten in ein einziges Portal in einem bestimmten Mitgliedstaat einzugeben, wodurch ein doppelter Arbeitsaufwand vermieden sowie Zeit und Kosten eingespart werden. Die Zoll- und anderen Behörden können dann diese Daten gemeinsam nutzen, wodurch ein vollständig koordinierter Ansatz für die Abfertigung von Waren und ein besserer Überblick auf EU-Ebene über die Waren ermöglicht wird, die in die oder aus der EU gebracht werden.

Foto: Pixabay/hpgruesen/public domain

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