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Spediteure wehren sich gegen Umleitungsverbot auf der A2

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Eine neue Beschränkung für Lkw auf Ausweichstrecken an der A2 in Sachsen-Anhalt stößt auf Kritik: Der LVSA fordert die sofortige Aufhebung der Einschränkungen. Der Verband warnt, dass fehlende Ausweichmöglichkeiten bei Staus die Parkplatzsuche, die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten sowie die Versorgung von Industrie und Handel erschweren könnten.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Punkte:

  • Der LVSA fordert, die Einschränkungen auf Ausweichstrecken an der A2 unverzüglich aufzuheben.
  • Der Verband bezeichnet die neuen Vorgaben als Benachteiligung des Lkw-Verkehrs.
  • Spediteure befürchten Probleme bei der Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten sowie beim Zugang zu Parkplätzen, Tankstellen und Werkstätten.
  • Die Regelung gilt seit dem 1. September für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen.
  • Betroffen sind regionale Straßen rund um fünf A2-Anschlussstellen im Bördekreis. Das Verbot soll bis zum Ende der Bauarbeiten Mitte Dezember 2026 gelten.

Seit dem 1. September gilt rund um die A2 ein neues Lkw-Verbot für Ausweichstrecken. Schwere Nutzfahrzeuge dürfen die Autobahn bei Staus nicht mehr verlassen, um bestimmte regionale Straßen als Ausweichstrecken zu nutzen. Der Landesverband des Verkehrsgewerbes Sachsen-Anhalt (LVSA) bezweifelt, dass sich die überlasteten Orte entlang der Autobahn damit entlasten lassen. Nach Ansicht des Verbands wird die Belastung stattdessen auf Fahrer und Transportunternehmen verlagert.

LVSA kritisiert Benachteiligung des Lkw-Verkehrs

Der LVSA spricht von einer Benachteiligung des Lkw-Verkehrs. Wenn schwere Fahrzeuge auch bei stockendem Verkehr auf der Autobahn bleiben müssen, könnten sich die Probleme weiter verschärfen. Entlang der A2 gibt es bereits jetzt zu wenige Lkw-Parkplätze. Gerät ein Fahrer in einen Stau, kann es schwieriger werden, rechtzeitig einen sicheren Stellplatz für eine vorgeschriebene Pause oder Ruhezeit zu finden. Das kann die Einhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten erschweren.

Die Branche verweist zudem auf die Infrastruktur, die im täglichen Betrieb unverzichtbar ist. Tankstellen und Werkstätten müssen auch bei Verkehrsbehinderungen erreichbar bleiben, erklären die Transportunternehmen.

Tobias Hinze, Geschäftsführer des LVSA, kritisiert, dass die Branche erhebliche Maut- und Steuerzahlungen leiste, zugleich aber kaum noch praktische Möglichkeiten habe, Staus zu umfahren.

Branche warnt vor Folgen für die Lieferketten

Nach Einschätzung des LVSA könnten die neuen Einschränkungen die Versorgung von Industrie und Handel beeinträchtigen und Lieferketten stören.

Der Verband warnt außerdem vor zusätzlichen Sicherheitsrisiken auf der A2. Die Beschränkungen würden die bestehenden Verkehrsprobleme nicht lösen und könnten die Situation sogar verschärfen.

Umleitungsverbot gilt rund um fünf A2-Anschlussstellen

Die Regelung trat am 1. September im Bördekreis westlich von Magdeburg in Kraft. Bei Staus auf der A2 dürfen Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen bestimmte regionale Straßen nicht als Ausweichstrecken nutzen.

Das Verbot gilt im Umfeld von fünf Anschlussstellen:

  • Alleringersleben
  • Eilsleben
  • Bornstedt
  • Irxleben
  • Magdeburg-Kannenstieg/Ebendorf

An den Ausfahrten wurden neue Schilder aufgestellt, die auf die Einschränkung hinweisen. Für Lkw sind die örtlichen Straßen nicht grundsätzlich gesperrt. Betroffen ist vor allem der Versuch, die Autobahn bei einem Stau zu verlassen und die Verkehrsbehinderung zu umfahren.

Offiziell ausgewiesene Umleitungsstrecken dürfen weiterhin genutzt werden.

Behörden: Kommunen können Lkw-Verkehr nicht länger bewältigen

Der Bördekreis und die Behörden in Sachsen-Anhalt begründen die Einschränkungen mit dem starken Verkehr, der von der Autobahn auf das regionale Straßennetz ausweicht. Auslöser sind Bauarbeiten auf der A2 zwischen Bornstedt und Alleringersleben. Sie führen regelmäßig zu Staus, woraufhin einige Lkw-Fahrer durch die umliegenden Ortschaften fahren.

Nach Angaben der Behörden hat dies zu mehr Lärm und Abgasen geführt und zugleich die Verkehrssicherheit verschlechtert.

Der Landrat des Bördekreises, Martin Stichnoth, hatte bereits zuvor auf Gefahren für Fußgänger und Radfahrer, Behinderungen für Feuerwehr und Rettungsdienste sowie Schäden an Straßen und Verkehrsinfrastruktur hingewiesen. Aus Sicht des Kreises ist das Ausmaß der Belastung inzwischen nicht mehr hinnehmbar.

Auf diesem Abschnitt entfallen 30 % des Verkehrs auf Lkw

Im Mittelpunkt des Streits steht eine der wichtigsten Güterverkehrsachsen der Region. Zwischen Bornstedt und Irxleben sind täglich rund 74.500 Fahrzeuge unterwegs, darunter etwa 22.300 Lkw. Damit machen schwere Nutzfahrzeuge auf diesem A2-Abschnitt rund 30 % des gesamten Verkehrs aus.

Die Autobahn ist eine zentrale Ost-West-Verbindung. Sie wird sowohl vom innerdeutschen Verkehr als auch für internationale Transporte zwischen Polen, Berlin, Hannover und dem Ruhrgebiet genutzt. Bei einem derart hohen Verkehrsaufkommen können selbst begrenzte Einschränkungen bei der Stauumfahrung die Planung von Ferntransporten erschweren.

Regelung soll bis Mitte Dezember 2026 gelten

Vorerst sind die Einschränkungen im Bördekreis befristet. Sie sollen gelten, bis die Bauarbeiten auf der A2 zwischen Bornstedt und Alleringersleben abgeschlossen sind. Nach dem aktuellen Zeitplan werden die Arbeiten bis Mitte Dezember 2026 andauern. Die Behörden erklären, die Maßnahmen seien notwendig, um die Anwohner entlang der Ausweichstrecken zu schützen.

Am Ende geht es um den Ausgleich zweier Interessen: Der Durchgangsverkehr soll aus den Ortschaften entlang der A2 herausgehalten werden. Gleichzeitig müssen Transportunternehmen auf Staus entlang einer der wichtigsten Verkehrsachsen Deutschlands reagieren können.

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