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Bis zu 2 Millionen US-Dollar: Durchfahrt durch Hormus wird zur Kostenfrage

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Ein Bericht von Bloomberg deutet darauf hin, dass einige Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, mit Forderungen von bis zu 2 Millionen US-Dollar pro Durchfahrt konfrontiert sein könnten. Gleichzeitig warnte der CEO von Shell, dass die anhaltenden Störungen rund um die Wasserstraße Europa bereits ab dem kommenden Monat mit Energieengpässen treffen könnten.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Bloomberg berichtete am 24. März, dass der Iran begonnen hat, von einigen Handelsschiffen Transitgebühren zu verlangen, die die Straße von Hormus nutzen – in einigen Fällen mit Zahlungen von bis zu $2 Millionen pro Reise. Dem Bericht zufolge scheint es sich dabei nicht um einen veröffentlichten, standardisierten Tarif für alle Schiffe zu handeln, sondern vielmehr um eine intransparente Regelung, die auf bestimmte Schiffe angewandt wird, die eine sichere Passage durch einen der wichtigsten maritimen Engpässe der Welt anstreben.

Diese Behauptung steht im Zusammenhang mit einer breiteren Veränderung darin, wie Teheran den Zugang zur Meerenge beschreibt. Reuters berichtete am 19. März unter Berufung auf einen iranischen Abgeordneten, dass der Iran erwäge, Transitgebühren für Schiffe zu erheben, die Hormus nutzen. Reuters meldete dann am 24. März, dass der Iran dem UN-Sicherheitsrat und der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation mitgeteilt habe, dass nur „nicht feindliche“ Schiffe passieren dürfen, sofern sie sich mit den iranischen Behörden abstimmen und die iranischen Sicherheitsanforderungen erfüllen.

The Bab al-Mandab Strait and the Strait of Hormuz

Zusammengenommen deuten diese Berichte darauf hin, dass die Durchfahrt durch Hormus weniger vorhersehbar und stärker an Bedingungen geknüpft wird – auch wenn die von Bloomberg beschriebenen konkreten Zahlungsmodalitäten weiterhin außerhalb eines formalen, öffentlichen Tarifsystems liegen.

Reuters berichtete zudem, der Iran habe zuvor erklärt, die Meerenge sei für alle offen – mit Ausnahme von Schiffen, die mit Ländern verbunden sind, die Teheran als feindlich betrachtet. Das verweist erneut auf ein selektives statt vollständig offenes Regime.

Shell warnt: Energieengpässe in Europa möglich

Parallel dazu warnte Shell-CEO Wael Sawan auf der CERAWeek-Konferenz in Houston laut Reuters, dass Europa bereits kurzfristig mit Versorgungsengpässen rechnen müsse, sollte die Lage im Nahen Osten angespannt bleiben.

Demnach ist die Versorgung mit Kerosin bereits beeinträchtigt. In der Folge könnten auch andere Energieträger unter Druck geraten – zunächst Diesel, anschließend Benzin, insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Fahrsaison auf der Nordhalbkugel.

Reuters zufolge ist die Schifffahrt durch die Straße von Hormus derzeit stark eingeschränkt. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten maritimen Engpässen weltweit und wickelt rund ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssigerdgashandels ab.

Auch aus Deutschland kommen warnende Stimmen: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche stellte in Aussicht, dass es bereits Ende April oder im Mai zu Energieengpässen kommen könnte, falls die Krise anhält.

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