Laut den neuesten Eurostat-Zahlen für 2024 stieg der Anteil des Straßentransports seit 2014 um 3,3 Prozentpunkte auf 25,7%, während der Seeverkehr – mit 67% der dominierende Verkehrsträger in der EU – um 2,5 Punkte nachgab. Die Daten zeigen eine kontinuierliche Verschiebung im europäischen Logistikmix: Der Straßengüterverkehr gewann in 21 Mitgliedstaaten an Bedeutung, besonders deutlich in Litauen und Lettland, während Schiene und Binnenschifffahrt Mühe hatten, ihre Positionen zu halten.

Im Vergleich zu 2014 sank der Anteil des Seeverkehrs um 2,5 Prozentpunkte. Die Straße hingegen war der einzige Verkehrsträger mit Wachstum und legte um 3,3 Punkte zu. Die Schiene verlor 0,3 Punkte, die Binnenschifffahrt 0,5 Punkte, der Luftverkehr blieb unverändert.
| Verkehrsträger | Veränderung ggü. 2014 |
|---|---|
| Straße | +3,3 pp |
| Luft | 0,0 pp |
| Schiene | −0,3 pp |
| Binnenschifffahrt | −0,5 pp |
| Seeverkehr | −2,5 pp |
Tabelle 2. Veränderung der Modalanteile, 2014 bis 2024
Für Straßentransporteure deuten die Zahlen auf eine langsame, aber klare Verschiebung im EU-Gütermix hin. Die Schifffahrt bleibt insgesamt dominant – vor allem wegen der im Seeverkehr zurückgelegten Distanzen –, doch der Straßengüterverkehr hat seine Position in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestärkt.
Die Veränderung war in weiten Teilen des Staatenblocks sichtbar. 2024 war die Straße in 11 EU-Ländern der wichtigste Verkehrsträger im Gütertransport, während 21 Mitgliedstaaten im Vergleich zu vor zehn Jahren einen höheren Straßenanteil verzeichneten. Die größten Zuwächse gab es in Litauen, wo die Straße um 22,4 Prozentpunkte zulegte, in Lettland mit +22,0 Punkten sowie in Rumänien mit +14,8 Punkten.

Der Seeverkehr blieb dennoch in 15 der 22 Küstenstaaten der EU der führende Verkehrsträger; in neun davon machte er mehr als 70% des gesamten Gütertransports aus.
| Land | Straßenanteil 2024 |
|---|---|
| Luxemburg | 84,4% |
| Tschechien | 78,0% |
| Ungarn | 68,8% |
Wo der Straßengüterverkehr am stärksten ist
Eurostat hat zudem mehrere wichtige Einschränkungen zu den Daten genannt. Die Güterverkehrsleistung wird nach dem Territorialitätsprinzip berechnet – gezählt wird also nur Transport, der innerhalb des Staatsgebiets eines Landes erfolgt, unabhängig von der Nationalität des Fahrzeugs oder Schiffs. Im Seeverkehr werden Tonnenkilometer anhand der innerhalb der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) jedes Landes zurückgelegten Distanz berechnet, was die außergewöhnlich hohen Seeverkehrsanteile in einigen Küstenstaaten mit erklärt.
Die Behörde wies außerdem darauf hin, dass ein höherer Modalanteil nicht zwangsläufig bedeutet, dass absolut mehr Güter transportiert wurden. Es heißt lediglich, dass ein Verkehrsträger seinen Anteil im Verhältnis zu den anderen erhöht hat.









