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Rhenus richtet Landkorridor über Jordanien ein

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Mit einem neu aufgebauten Landkorridor über Jordanien erweitert Rhenus seine Verbindungen zwischen Europa beziehungsweise der Türkei und den Märkten am Golf. Der Schritt kommt in einer Phase, in der Störungen im Nahen Osten Luft-, See- und Straßentransporte gleichermaßen unter Druck setzen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Über die neue Verbindung werden Sendungen nach Saudi-Arabien, Kuwait, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Katar, Bahrain und Oman abgewickelt. Zum Einsatz kommt eine Kombination aus Straßentransport und multimodalen Bausteinen. Nach Angaben von Rhenus wurden innerhalb von weniger als einem Monat bereits mehr als 190.000 Kilogramm Fracht über den Korridor bewegt. Für Laufzeiten nennt das Unternehmen 10 bis 13 Tage ab der Türkei sowie 19 bis 22 Tage ab Europa.

Für die Abwicklung stehen Tautliner-Lkw mit einer Nutzlast von bis zu 24 Tonnen sowie Kühlfahrzeuge mit bis zu 23 Tonnen zur Verfügung. Damit lassen sich sowohl Standardgüter als auch temperaturgeführte Waren transportieren.

Als Praxisbeispiel verweist Rhenus auf eine bereits durchgeführte Sendung für den Öl- und Gaszulieferer FTE: Die Lieferung von Frankreich in die Vereinigten Arabischen Emirate traf demnach nach 18 Tagen ein.

Klassische Routen geraten weiter unter Druck

Der Start der neuen Route fällt in eine Zeit, in der die Transportnetzwerke in der Region angespannt bleiben. Einschränkungen im Luftraum, angepasste Flugpläne und kostengetriebene Effekte rund um Treibstoff belasten weiterhin die Luftfrachtkapazitäten. Auch die Seefracht ist betroffen: Rund um die Straße von Hormus und den Suezkanal wurden Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Gleichzeitig entstehen an Ausweichdrehscheiben zusätzliche Staus und Zuschläge.

Wie die Financial Times in dieser Woche berichtete, verlagern einzelne Reedereien Ladung auf Lkw-Verkehre durch den Nahen Osten. Allerdings können Straßentransporte nur einen kleinen Teil der Mengen aufnehmen, die üblicherweise über den Seeweg laufen.

Mehr Ladung auf die Straße: Rhenus ist nicht allein

Rhenus reiht sich damit in einen breiteren Trend ein: Angesichts der Auswirkungen des Konflikts auf den Seeverkehr im Golf setzen immer mehr Anbieter auf Straßen- und multimodale Alternativen.

Im März startete CMA CGM Notfallkorridore im Multimodalverkehr, um die Straße von Hormus zu umgehen. Die Verkehre wurden über alternative Gateways wie Dschidda, Khor Fakkan, Fujairah und Sohar geführt – mit anschließenden Feeder-, Landbridge- und Lkw-Anbindungen unter anderem in die Vereinigten Arabischen Emirate, in den Irak, nach Kuwait, Katar und Bahrain.

Der Druck reicht inzwischen auch bis zu Exporteuren von Massengütern und Rohstoffen. Laut dem Wall Street Journal weitete das saudische, staatlich kontrollierte Bergbauunternehmen Ma’aden eine Notfall-Landoperation auf rund 3.500 Lkw aus, um Düngemittel von der Golfseite Saudi-Arabiens zu Exportwegen am Roten Meer zu bringen. Die Flotte wurde demnach stufenweise von 600 auf 1.600, dann 2.000 und schließlich auf etwa 3.500 Fahrzeuge erhöht – Berichten zufolge im Dauerbetrieb, mit jeweils zwei Fahrern pro Lkw.

Auch der Düngemittelproduzent Fertiglobe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten setzt auf Landlogistik. Vorstandschef Ahmed El-Hoshy erklärte Investoren, das Unternehmen nutze Lkw, um Ware zu Häfen außerhalb der Straße von Hormus zu bringen. Die Financial Times berichtete später, dass höhere Düngemittelpreise dabei helfen, die zusätzlichen Kosten dieser Landlösung abzufedern.

Einordnung erhielt die Entwicklung zudem in einem IRU-Webinar im April. Dort schilderten Vertreter von Behörden und Unternehmen, wie der Konflikt zusätzliche Fracht auf Straßen im Nahen Osten verlagert. Gleichzeitig wurde betont, dass Landrouten die Seefrachtkapazität nicht eins zu eins ersetzen: Sie werden vor allem für zeitkritische, priorisierte oder betrieblich besonders wichtige Güter genutzt – etwa dann, wenn Seewege langsamer, riskanter oder schwerer erreichbar werden.

Nicht zu verwechseln mit dem Transkaspischen Ausbau

Der Jordanien-Korridor ist unabhängig von Rhenus’ im April angekündigter Entwicklung einer transkaspischen Route. Diese zielt auf Europa–Asien-Verkehre über die Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan und Usbekistan ab – vor allem als Umfahrung von Russland, Belarus und der Ukraine.

Die neue Verbindung über Jordanien richtet sich dagegen gezielt an Europa–Golf-Verkehre. Zu den zentralen Zielpunkten zählen unter anderem Riad, Dammam, Jebel Ali und Abu Dhabi. Rhenus zufolge entstand der Korridor in enger Abstimmung zwischen Teams in Deutschland, Italien, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emirate

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