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Tesla Semi startet 2027 in Europa – das ist bekannt

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Nach Jahren ohne festen Zeitplan nennt Tesla erstmals ein Jahr für den Europa-Start seines Elektro-Lkw: 2027. Die technische Auslegung ist dabei besonders interessant. Tesla nimmt bei der Reichweite gewisse Abstriche in Kauf, um das Fahrzeug leichter zu halten und eine höhere Nutzlast zu ermöglichen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Auf einen Blick:

  • Tesla will den europäischen Semi ab 2027 an Kunden ausliefern.
  • Die Standard-Range-Version soll bei einem Gesamtzuggewicht von 40 Tonnen rund 550 km Reichweite bieten.
  • Das Leergewicht der Zugmaschine soll laut Tesla unter 9,1 Tonnen liegen – das könnte eine konkurrenzfähige Nutzlast ermöglichen.
  • Geladen wird mit bis zu 800 kW. Nach Herstellerangaben lassen sich in 30 Minuten bis zu 60 Prozent der Reichweite nachladen.
  • Für Europa plant Tesla ein Netz aus Megachargern, Servicezentren und zertifizierten Reparaturbetrieben.

Tesla hatte bereits angekündigt, den europäischen Semi auf der IAA Transportation vorzustellen und weitere Details zum Marktstart zu nennen. Auf der britischen Tesla-Website war im August bereits eine Standard-Range-Konfiguration mit rund 550 km Reichweite, einem Verbrauch von 1,0 kWh/km und einem zulässigen Gesamtzuggewicht von 40 Tonnen zu sehen.

Neu ist vor allem der Zeitplan. In den europäischen Presseinformationen von Tesla, die Electrive ausgewertet hat, heißt es, dass die Auslieferung an Kunden 2027 beginnen soll. Damit liegt nach den wiederholten Ankündigungen der vergangenen Jahre erstmals ein konkreterer Fahrplan für den europäischen Markt vor.

Zum Start ist in Europa offenbar ausschließlich die Standard-Range-Version vorgesehen. Die Sattelzugmaschine verfügt über drei unabhängig arbeitende Motoren an den beiden angetriebenen Hinterachsen. Zusammen liefern sie bis zu 800 kW. Zusätzlich steht ein elektrischer Nebenabtrieb mit einer Leistung von bis zu 25 kW zur Verfügung. Das Leergewicht gibt Tesla mit weniger als 9,1 Tonnen an.

Für Spediteure ist dieser Wert entscheidend. Je nach Gewicht des Aufliegers und abhängig davon, ob die übliche Grenze von 40 Tonnen oder die zusätzliche Gewichtszulassung für emissionsfreie Lkw genutzt wird, errechnet Electrive eine mögliche Nutzlast von etwa 24,6 bis 26,6 Tonnen. Tesla setzt bei der ersten europäischen Variante also offenbar eher auf Nutzlast als auf die größtmögliche Batteriekapazität.

550 km Reichweite – aber nicht ohne Einschränkungen

Die von Tesla genannten 550 km Reichweite bei einem Verbrauch von 1,0 kWh/km gelten für einen 40-Tonnen-Zug bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h und einer Temperatur von 20 °C auf ebener Strecke.

Für die Testkonfiguration wurden außerdem ein Aerodynamikpaket und ein nach kalifornischen Vorgaben gefertigter Kofferauflieger verwendet. Tesla weist selbst darauf hin, dass Reifen, Dachverkleidungen und die Ausführung des Aufliegers den Energieverbrauch deutlich beeinflussen können.

Damit liegt der Semi bei der Reichweite auf dem Papier nicht an der Spitze der elektrischen Fernverkehrs-Lkw in Europa. Bereits angekündigte Modelle etablierter europäischer Hersteller sollen eine größere Reichweite erreichen. Der Volvo FH Aero Electric soll beispielsweise rund 700 km schaffen.

Tesla verfolgt offenbar einen Kompromiss zwischen Reichweite und Fahrzeuggewicht. Eine wichtige Rolle spielt dabei das schnelle Nachladen, das die tägliche Einsatzzeit verlängern kann.

Laden mit bis zu 800 kW

Der europäische Semi nutzt das Megawatt Charging System (MCS) und kann mit bis zu 800 kW geladen werden. Tesla zufolge lassen sich in 30 Minuten bis zu 60 Prozent der Reichweite nachladen. Bei passenden Einsatzprofilen könnte der Ladevorgang damit in die gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerpausen integriert werden.

Zusätzlich will Tesla ein Ladenetz für den Semi in Europa aufbauen und schrittweise erweitern. Neben den leistungsstarken Megachargern dürfte es auch langsamere Ladeoptionen für längere Standzeiten auf Betriebshöfen und über Nacht geben.

Zur europäischen Markteinführung gehört nach Teslas Plänen mehr als nur die Ladeinfrastruktur. Vorgesehen sind eigene Semi-Servicezentren, mobile Wartung sowie von Tesla zertifizierte Reparaturwerkstätten. Ersatzteile sollen in Verteilzentren vorgehalten werden, um Standzeiten möglichst kurz zu halten.

Flottenbetreiber sollen außerdem Zugang zu Teslas Plattform für das Fuhrparkmanagement erhalten. Dort sollen unter anderem Fahrzeugstatus, Ladeinformationen, Energieverbrauch und Servicefunktionen abrufbar sein.

Der Semi ist auf der IAA Transportation in Hannover zu sehen. Tesla bietet dort auch Demonstrationsfahrten an. Äußerlich orientiert sich der Lkw an dem für Europa ausgelegten Prototypen, den das Unternehmen bereits bei der IAA 2024 gezeigt hatte. Einen verbindlichen Termin für den Verkaufsstart hatte Tesla damals jedoch noch nicht genannt.

Mit dem für 2027 angekündigten Marktstart rücken für europäische Transportunternehmen nun andere Fragen in den Vordergrund: Wie viel wird der Semi kosten, in welchen Ländern beginnt die Auslieferung und wie schnell kann Tesla das notwendige Lade- und Servicenetz aufbauen?

Mehr dazu: DAF und Einride planen autonome Elektro-Lkw – Tests sollen 2026 beginnen

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