Im zweiten Quartal 2018 sind die Transportpreise im europäischen Markt gestiegen. Gründe dafür waren rückläufige Transportkapazitäten sowie die gestiegenen Kraftstoffkosten. Das zeigt die 36. Ausgabe des Transport Market Monitors (TMM), herausgegeben von Transporeon und Capgemini Consulting.

Ralph Schneider-Maul, Leiter des Bereichs Supply Chain Management bei Capgemini Consulting in der DACH-Region, erklärt: Unsere Einschätzung hinsichtlich der Entwicklung der Transportpreise hat sich bewahrheitet. Im 2. Quartal erreichten diese den Rekordwert von Q4 2017. Entscheidender ist aber, dass die Transportkosten in der zweiten Jahreshälfte auf eine neue Rekordhöhe steigen könnten. Der Grund sind stetig steigenden Kraftstoffpreise und Fahrerkosten beziehungsweise die Knappheit der Kapazitäten bei Fahrern – bei einer zeitgleich über alle Branchen hinweg noch immer steigenden Transportnachfrage. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Lockerung der EU-Kabotage-Verordnung positiv auf die Transportkapazität auswirken wird. Auch ist noch nicht klar, ob die vorhergesagte verhaltene Konsumnachfrage eintritt und sich die Wirtschaftsentwicklung abkühlt – so wie von einigen Instituten prognostiziert. Das würde definitiv eine Veränderung im Transportmarkt bewirken.

Transportkapazität pendelt um ein historisch niedriges Niveau

Der Transportpreisindex stieg in Q2 2018 auf 107,9 Punkte, was einer Steigerung von 17,2 Prozent gegenüber dem 1. Quartal entspricht (Index 92,1). Der Preisindex liegt damit 6,6 Prozent über demjenigen von Q2 2017. Auch der Dieselpreisindex zeigt eine steigende Tendenz ist gegenüber dem 1. Quartal 2018 um 9,3 Prozent gestiegen. Zugleich könnte aber Prognosen zufolge das Handelsvolumen in Europa gegenüber dem 1. Quartal in Q2 2018 um 11,6 Prozent auf 2.060 Mrd. Euro zurückgehen (Q1 2018: 2.330 Mrd. Euro).

Oliver Kahrs, Director Strategic Initiatives bei Transporeon, ergänzt: Die verfügbare Transportkapazität pendelt um ein historisch niedriges Niveau, was die Transportpreise nach oben treibt. Eine aktuelle Umfrage von Transporeon hat ergeben, dass für die Spediteure 2018 der Fahrermangel und Engpässe beim Frachtraum die größten Herausforderungen sind. In diesem Zusammenhang sehen zwei Drittel der Transportdienstleister den Ausbau digitaler Prozesse als Chance, um Kunden für Anschlussladungen zu gewinnen und Leerkilometer zu reduzieren. Ein Großteil der fehlenden Kapazitäten könnte tatsächlichdurch bessere Vernetzung der Verlader und höhere Auslastung der eingesetzten LKW gewonnen werden.

Foto:Pixabay.com

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