Das sind keine guten Nachrichten für die Belegschaften von UPS Germany und Fedex: Beide Unternehmen haben diese Woche massive Stellenstreichungen angekündigt.

Der zweitgrößte Paketdienstleister in Deutschland UPS will rund 500 Arbeitsplätze in den Zentralen in Neuss und Monheim in Nordrhein-Westfalen abbauen.  Über seine Pläne hat das Unternehmen bereits Arbeitnehmervertreter informiert.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die  Stellenstreichung sofort kritisiert, da die Betroffenen gerade in Zeiten der Pandemie vor große Schwierigkeiten gestellt würden, neue Arbeitsplätze zu finden.

Der geplante Stellenabbau kommt zur Unzeit und ohne jede wirtschaftliche Not. Bei steigenden Paketmengen und Gewinnen kommt es UPS allein auf eine weitere Gewinnmaximierung an, kritisierte Stefan Thyroke, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Speditionen, Logistik und KEP.

Kritikwürdig sei auch die Informationspolitik des Unternehmens, so Thyroke weiter. Die zuständigen Betriebsräte, der Gesamtbetriebsrat und der Wirtschaftsausschuss seien erst wenige Minuten vor der Betriebsöffentlichkeit informiert worden.

Dies ist kein guter Umgang mit langjährigen Beschäftigten, die gerade auch in Zeiten der Pandemie Außerordentliches geleistet haben, sagt er.

ver.di werde nun die Betriebsräte bei den anstehenden Verhandlungen zu einem Sozialplan unterstützen.

Der geplante Stellenabbau muss deutlich reduziert und ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden, sagt Thyroke.

UPS habe bereits in den vergangenen Jahren in den Zentralen die Zahl der Beschäftigten von 1.600 auf 1.000 reduziert. Nun wolle UPS offenbar weitere Kompetenzen von Deutschland zu UPS Europe nach Brüssel verlagern.

Fedex will europaweit bis über 6000 Stellen streichen

Eine noch massivere Stellenstreichung plant der Paketdienst FedEx Express. Das Unternehmen hat diese Woche seine Pläne zur Umstrukturierung bekannt gegeben.

FedEx hat im Jahr 2016 das Unternehmen TNT  im Rahmen seiner europäischen Expansionspläne übernommen. Seit der Übernahme wurden IT-Systeme und wichtige Teile des Luftfracht- und Straßennetzwerks erfolgreich integriert und Investitionen in Technologien und Infrastruktur getätigt. Nun will das Unternehmen Doppelstrukturen beseitigen, die sich aus dem Betrieb zweier großer europäischer Netzwerke ergeben, die ähnliche geografische Gebiete miteinander verbinden, heißt es in einer Pressemeldung des Paketdienstes.

Insgesamt sollen zwischen  5500 und 6300 Stellen in den operativen Teams und im Back-Office abgebaut werden.

Derartige Veränderungen sind nie leicht, weil sie unsere Mitarbeiter betreffen. Sie sind jedoch unerlässlich, um die Vorteile der Integration zu sichern und unsere Wettbewerbsfähigkeit in einem sich schnell verändernden Markt zu steigern. Nichts davon ändert unsere Unternehmenswerte. Hierfür arbeiten wir eng mit unseren Betriebspartnern zusammen und werden diesen Prozess mit äußerster Sorgfalt und dem größtmöglichen Respekt für unsere betroffenen Teammitglieder abschließen, sagt Karen Reddington, President von FedEx Express Europe.

Foto:Pixabay

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