In einem gemeinsamen Schreiben haben Vertreter des Straßen-, Luft-, See- und Schienenverkehrs sowie des verarbeitenden Gewerbes die EU-Gesetzgeber aufgefordert, einen Rechtsrahmen für die Verwaltung von Business-to-Business (B2B)-Daten zu schaffen.

Um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Akteure zu schaffen, haben sich jüngst Vertreter des Straßen-, Luft-, See- und Schienenverkehrs sowie des verarbeitenden Gewerbes in einem gemeinsamen Schreiben an die EU-Gesetzgeber mit der Forderung gewandt, einen Rechtsrahmen für die Verwaltung von Business-to-Business (B2B)-Daten zu schaffen.

Nach den jüngsten Innovationen ist der Verkehrssektor zunehmend auf den Austausch großer Mengen persönlicher und nicht- persönlicher Daten zwischen diversen Akteuren angewiesen. Zu diesen Innovationen gehören die Entwicklung automatisierter Funktionen von Fahrzeugen, vernetzter Fahrzeuge, intelligenter Städte und digitaler Mobilitätsplattformen. Dies hat aber zur Folge, dass mehr Daten generiert werden. Wobei Transportunternehmen in der Regel Daten generieren und Technologieunternehmen diese verarbeiten. Ein entsprechender Rechtsrahmen würde klare Regeln für den Datenaustausch einführen mitunter das Prinzip der freiwilligen Bereitstellung von Daten einführen, so dass die Wettbewerbsbedingungen sowohl für Datenerzeuger und Datensammler gleich sind.

Verkehrsunternehmen sind wichtige Daten-Erzeuger, ihr Datenwissen und ihre Datenbereitschaft befinden sich jedoch noch in einem sehr frühen Stadium. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht im Vergleich zur Fachkenntnis und Datenkraft der Daten-Sammlern. Die Zuständigkeiten der Daten-Sammler und die Rechte derer, die Daten generieren, müssen in einem EU-Rahmen geklärt werden, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Akteure zu gewährleisten, sagt Raluca Marian, IRU-Generaldelegierte bei der EU.

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf Unternehmen sollten insbesondere bei KMU nicht unterschätzt werden. Für eine erfolgreiche digitale Transformation müssen Unternehmen das Personal weiter ausbilden und benötigen finanzielle Unterstützung, um von den Möglichkeiten der Datenwirtschaft zu profitieren.

Der Straßenverkehrssektor in der EU bietet direkt über fünf Millionen Arbeitsplätze, von denen 80 Prozent in KMUs angesiedelt sind. Diese Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter ausbilden, ihre Infrastruktur modernisieren und ihre Prozesse anpassen. Ohne Unterstützung wird dieser lebenswichtige Teil der europäischen Wirtschaft auf dem Weg zu einer stärker digitalisierten Wirtschaft zurückbleiben, so Marian.

Gleichzeitig hat der Verkehrssektor auch die Bereitschaft erklärt, mit EU-Institutionen in Fragen der Digitalisierung zusammenzuarbeiten zu wollen, um durch faire und transparente EU-Regulierung Chancengleichheit für alle Geschäftspartner in der digitalen Wirtschaft zu schaffen.

Foto: Wikimedia

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