Vlantana Norge

Vlantana Norge: Ex-Chef wegen zu niedriger Löhne verurteilt

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Der frühere Geschäftsführer von Vlantana Norge, Vladas Stončius junior, ist in Norwegen zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Hintergrund sind zu geringe Lohnzahlungen an rund 200 Beschäftigte. Zudem soll er etwa 1,7 Millionen norwegische Kronen, umgerechnet rund 160.000 Euro, als Entschädigung zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vladas Stončius junior wurde zu acht Monaten Haft verurteilt.
  • Im Verfahren ging es um zu geringe Lohnzahlungen an rund 200 Beschäftigte.
  • Der frühere Geschäftsführer von Vlantana Norge soll außerdem etwa 1,7 Millionen norwegische Kronen beziehungsweise rund 160.000 Euro Entschädigung zahlen.
  • Bereits zuvor war Vlantana Norge zur Zahlung von insgesamt rund 20 Millionen norwegischen Kronen an 52 Fahrer verpflichtet worden. Einschließlich Zinsen entsprach dies etwa 1,84 Millionen Euro.

Der Fall Vlantana Norge beschäftigt die norwegischen Behörden und Gerichte seit mehreren Jahren. Nach einer schnellen Expansion zu einem der größeren Transportunternehmen des Landes geriet der Umgang mit den aus Litauen stammenden Fahrern in den Fokus. Das Unternehmen verlor schließlich seine Betriebslizenz und wurde 2020 für insolvent erklärt. Nun liegt auch ein Urteil gegen den früheren Geschäftsführer vor.

Acht Monate Haft für den früheren Geschäftsführer

Norwegische Medien berichten, dass das Bezirksgericht Romerike og Glåmdal Vladas Stončius junior am 18. August wegen Verstößen gegen mehrere gesetzliche Bestimmungen verurteilt hat. Laut NRK ging es um zu geringe Lohnzahlungen an rund 200 Beschäftigte. Der frühere Geschäftsführer von Vlantana Norge muss dafür acht Monate ins Gefängnis.

Darüber hinaus verpflichtete das Gericht ihn, den betroffenen Beschäftigten rund 1,7 Millionen norwegische Kronen zu zahlen. Das entspricht etwa 160.000 Euro. Wie Frifagbevegelse.no berichtet, ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.

Wachstum und Verlust der Betriebslizenz

Vlantana Norge nahm 2012 den Betrieb auf dem norwegischen Markt auf und baute das Transportgeschäft innerhalb kurzer Zeit stark aus. Zwischenzeitlich war das Unternehmen der zehntgrößte Transportanbieter Norwegens und zählte zu den schnell wachsenden Speditionen des Landes. Spätere Kontrollen brachten Unregelmäßigkeiten bei der Erfassung der Arbeitszeiten und der Bezahlung litauischer Fahrer ans Licht. Nach Angaben von NRK wurden Arbeitszeitaufzeichnungen manipuliert und den Fahrern wiederholt nicht alle ihnen zustehenden Beträge ausgezahlt.

Daraufhin verlor das Unternehmen seine Lizenz und wurde 2020 für insolvent erklärt. Bereits 2019 und 2020 hatten norwegische Medien über polizeiliche Ermittlungen wegen des Verdachts auf die Ausbeutung von Beschäftigten berichtet. Die Ermittler durchsuchten die Unternehmensräume, froren Konten ein und beschlagnahmten sieben Lastwagen.

52 Fahrer erhielten zuvor rund 1,84 Millionen Euro

Das aktuelle Urteil ist nicht die erste Entscheidung eines norwegischen Gerichts im Zusammenhang mit Vlantana Norge. 2021 wurde das Unternehmen in erster Instanz dazu verpflichtet, 52 Fahrer zu entschädigen. Das Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung später.

Vlantana Norge musste den Fahrern 13,4 Millionen norwegische Kronen zuzüglich Zinsen zahlen. Einschließlich der Zinsen belief sich die Gesamtsumme auf rund 20 Millionen norwegische Kronen beziehungsweise etwa 1,84 Millionen Euro. Im Durchschnitt entfielen damit knapp 36.000 Euro auf jeden Fahrer.

Das norwegische Berufungsgericht stellte außerdem fest, dass Vladas Stončius als Geschäftsführer persönlich für die Zahlungen an die Fahrer verantwortlich war. Zusätzlich musste er rund 630.000 Euro an Verfahrenskosten übernehmen.

In der Urteilsbegründung beschrieb das Gericht ein weitreichendes System zur Erstellung falscher Aufzeichnungen über die Arbeitszeiten der Fahrer. Diese Unterlagen dienten anschließend als Grundlage für eine Lohnberechnung anhand von Mindestvergütungen.

Verbindung zum litauischen Unternehmen Vlantana

Vlantana Norge war über seinen alleinigen Anteilseigner Vladas Stončius senior mit dem litauischen Unternehmen Vlantana verbunden. Das norwegische Unternehmen beschäftigte etwa 160 Personen. Den im Bericht genannten Zahlen zufolge erzielte Vlantana in Litauen im jüngsten Berichtszeitraum einen Umsatz von 360 Millionen Euro. Zuvor waren es 316 Millionen Euro gewesen – ein Plus von 13,9 Prozent.

Gleichzeitig sank der Nettogewinn um 16 Prozent von 7,5 Millionen auf 6,3 Millionen Euro. Vladas Stončius senior wird als wirtschaftlich Berechtigter des Unternehmens geführt.

Trans.info bat Vlantana um eine Stellungnahme zum Urteil gegen den früheren Geschäftsführer von Vlantana Norge sowie zu den Feststellungen der norwegischen Gerichte zu Arbeitszeitaufzeichnungen und Lohnzahlungen.

Sabina Chochrina, die Geschäftsführerin von Vlantana, betonte, dass das litauische Unternehmen und Vlantana Norge rechtlich getrennte Firmen mit unabhängigen Führungsteams und eigenen Fahrzeugflotten seien. Außerdem sei Vlantana Norge keine Tochtergesellschaft von Vlantana gewesen, sondern habe einem ihrer Anteilseigner gehört.

Das litauische Unternehmen war nicht Partei des Verfahrens in Norwegen. Daher kann ich das Urteil des Gerichts nicht kommentieren”, sagt Chochrina.

Zu den Feststellungen über die Arbeitszeitaufzeichnungen erklärte die Geschäftsführerin, sie könne nur die Abläufe des litauischen Unternehmens seit ihrem Amtsantritt 2021 beurteilen.

Seit meinem Amtsantritt 2021 haben wir die Geschäfts- und Managementprozesse des Unternehmens umfassend überprüft, unsere Kontroll- und Compliance-Verfahren verstärkt und die Abläufe digitalisiert. Ich bin überzeugt, dass diese Arbeit ordnungsgemäß umgesetzt wurde. Auch die Rückmeldungen unserer Partner und die Ergebnisse unabhängiger Prüfungen stützen diese Einschätzung: Dabei seien keine Unregelmäßigkeiten oder Lücken in den Verfahren festgestellt worden”, sagt Chochrina.

Sie ergänzte, dass die Systeme zur Arbeitszeiterfassung und Lohnabrechnung bei Vlantana in Litauen inzwischen digital und automatisiert arbeiten.

Das heutige litauische Unternehmen ist gegen eine Situation geschützt, wie sie vor mehreren Jahren in Norwegen berichtet wurde. Unsere Systeme für Arbeitszeit und Lohnabrechnung sind digital und automatisiert. Dadurch können wir mit einem hohen Maß an Transparenz arbeiten”, sagt sie.

Chochrina stellte außerdem klar, dass sie die vor 2021 geltenden Abläufe und Geschäftspraktiken nicht bewerten wolle. Dafür sei ihrer Ansicht nach das damalige Management des Unternehmens zuständig.

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