Wichtige Informationen:
- Diesel kostet in Deutschland durchschnittlich 2,253 Euro je Liter – 5,3 Cent mehr als in der Vorwoche.
- Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz weisen derzeit die höchsten Preise auf.
- In Nordrhein-Westfalen kostet der Liter Diesel im Schnitt 2,254 Euro.
- Der Abstand zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland beträgt teilweise mehr als 8 Cent je Liter.
- Nach Angaben des ADAC erschweren die niedrigen Rheinpegel die Kraftstofflogistik und treiben vor allem im Westen Deutschlands die Preise nach oben.
- Der Automobilclub sieht die niedrigen Wasserstände und den höheren Rohölpreis jedoch nur als Teil der Erklärung für das aktuelle Dieselpreisniveau.
Für Transportunternehmen, die in Deutschland tanken, ist nicht nur der allgemeine Preisanstieg relevant. Auch der Standort der Tankstelle kann die Kosten deutlich beeinflussen: Zwischen den Bundesländern klaffen die Preise derzeit ungewöhnlich weit auseinander. Besonders hoch sind sie in den westlichen Bundesländern.
Der ADAC führt die Entwicklung vor allem auf die logistischen Folgen der niedrigen Rheinpegel zurück. Zugleich betont der Automobilclub, dass weder die schwierigen Bedingungen auf dem Fluss noch der höhere Rohölpreis das aktuelle Preisniveau an deutschen Tankstellen vollständig erklären.
Diesel binnen einer Woche 5,3 Cent teurer
Die jüngste Wochenanalyse des ADAC zeigt: Ein Liter Diesel kostet in Deutschland derzeit durchschnittlich 2,253 Euro. Damit ist der Preis innerhalb von nur sieben Tagen um 5,3 Cent gestiegen.
Für Spediteure fällt die Mehrbelastung deutlich stärker aus als bei einem Pkw. Für 800 Liter Diesel fallen inzwischen rund 42 Euro mehr pro Tankvorgang an als eine Woche zuvor. Bei 1.000 Litern summieren sich die zusätzlichen Kosten auf 53 Euro.
Zum Vergleich: Super E10 kostet im bundesweiten Durchschnitt 2,162 Euro je Liter und ist damit binnen einer Woche um 3,7 Cent teurer geworden.
Der ADAC nennt zwei wesentliche Einflussfaktoren. Zum einen erschweren die niedrigen Rheinpegel den Transport von Kraftstoffen. Zum anderen ist der Preis für Brent-Rohöl gestiegen: Ein Barrel kostet derzeit rund 91 US-Dollar und damit etwa 2 US-Dollar mehr als vor einer Woche.
Westdeutschland führt beim Dieselpreis
Die Preise der einzelnen Bundesländer zeigen, dass Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz derzeit die teuersten Tankregionen sind. Nordrhein-Westfalen liegt an der Spitze: Dort kostet Diesel durchschnittlich 2,254 Euro je Liter.
Nach Einschätzung des ADAC sind die westlichen Bundesländer stärker auf Lieferungen angewiesen, die über den Rhein transportiert werden. Sinkt der Wasserstand, können Binnenschiffe den Fluss nur eingeschränkt befahren und weniger Ladung aufnehmen.
Dadurch steigen die Kosten für die Kraftstofflogistik. Diese Mehrkosten können sich letztlich an den Tankstellenpreisen niederschlagen.
Preisabstand zwischen Bundesländern: 8,2 Cent
Am günstigsten ist Diesel derzeit in Mecklenburg-Vorpommern. Dort liegt der Durchschnittspreis bei 2,172 Euro je Liter. Berlin und Bayern folgen mit jeweils 2,175 Euro je Liter.
Zwischen Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern liegen 8,2 Cent je Liter. Bei einer Abnahme von 800 Litern entspricht das einem Unterschied von rund 65,6 Euro, bei 1.000 Litern sind es bereits 82 Euro.
Nicht jeder Transportunternehmer kann den Tankstopp frei wählen. Dennoch wird die ungewöhnlich große Preisspanne bei Fahrten quer durch Deutschland zu einem wichtigen Faktor bei der Routen- und Tankplanung.
Warum Bayern günstiger tankt
In den günstigeren Regionen sind Raffinerien und Lagerstandorte laut ADAC weniger stark auf Transporte über den Rhein angewiesen.
Bayern profitiert zudem von Lieferwegen wie der Transalpinen Pipeline, über die Rohöl aus dem Süden in die Region gelangt. Dadurch wirken sich niedrige Rheinpegel dort weniger stark auf die Versorgung aus.
In Berlin drückt außerdem der intensive Wettbewerb zwischen zahlreichen Tankstellen auf das Preisniveau.
Niedrige Rheinpegel verteuern die Kraftstofflogistik
Der ADAC sieht die durch niedrige Rheinpegel verursachten Transportprobleme als einen der Hauptgründe für die aktuellen regionalen Preisunterschiede. Der Rhein ist eine zentrale Verkehrsader für Mineralölprodukte und versorgt zahlreiche Kraftstofflager im Westen Deutschlands. Bei niedrigem Wasserstand können Frachtschiffe nicht mehr mit voller Auslastung fahren. Deshalb sind zusätzliche Fahrten nötig oder es müssen andere Verkehrsträger einspringen.
Diese Einschränkungen können laut ADAC nicht nur die Preise in den Bundesländern am Rhein erhöhen, sondern auch den bundesweiten Durchschnitt um mehrere Cent nach oben treiben.
ADAC: Spritpreise an Tankstellen zu hoch
Der Automobilclub weist allerdings darauf hin, dass weder die niedrigen Rheinpegel noch der aktuelle Rohölpreis das derzeitige Dieselpreisniveau an deutschen Tankstellen vollständig erklären. In den vergangenen Monaten war Rohöl teilweise deutlich teurer, ohne dass die Kraftstoffpreise immer das heutige Niveau erreichten.
Aus Sicht des ADAC ist das Tanken in Deutschland gemessen an den wichtigsten preisbestimmenden Faktoren weiterhin zu teuer.









