Das polnische System SENT ist für viele Transportunternehmen längst Alltag. Wer bestimmte Waren durch oder innerhalb Polens transportiert, muss den LKW in Echtzeit überwachen und Positionsdaten an die Behörden (PUESC) übermitteln. Neu ist nicht die Pflicht, sondern die Art der Umsetzung: Volvo Trucks bietet mit SENT GEO eine Lösung, bei der die Überwachung über die vorhandene Fahrzeugtechnik abgewickelt wird.
Software statt Zusatzgeräte
In der Praxis bedeutete SENT bislang häufig zusätzlichen Aufwand:
- externe GPS-Tracker im Fahrzeug
- zusätzliche Apps auf Fahrer-Smartphones
- Installationsaufwand und laufende Betriebskosten
Nach Angaben von Volvo kommt die Lösung ohne solche Zusatzsysteme aus. Stattdessen nutzt sie die im Fahrzeug vorhandene Telematik, um die erforderlichen Daten zu übermitteln.

Volvo Trucks
So funktioniert das System im Alltag
Nach Angaben von Volvo ist die Lösung in die bestehende Fahrzeugtechnik und die Plattform Volvo Connect integriert. Die Nutzung erfolgt über das Borddisplay im LKW. Beim Einsatz in Polen werden die für SENT erforderlichen Positionsdaten automatisch an die Behörden (PUESC) übermittelt, sofern die Verbindung aktiv ist.
Volvo zufolge erhält der Fahrer Rückmeldungen zum Status der Verbindung direkt im Fahrzeug. Auch Flottenmanager sollen über Volvo Connect einsehen können, ob die SENT-Übertragung aktiv ist.
Auch für bestehende LKW nutzbar – mit Einschränkungen
Ein wichtiger Punkt für die Praxis: Die Lösung ist laut Volvo nicht ausschließlich auf Neufahrzeuge beschränkt. Demnach kann SENT GEO auch in bereits im Einsatz befindlichen Fahrzeugen genutzt werden, allerdings nur unter bestimmten technischen Voraussetzungen. Dazu zählen laut Hersteller:
- LKW ab Baujahr 2021 (ab Produktionswoche 9)
- Fahrzeuge mit Telematiksystem SEM 2.0 oder neuer
Die Aktivierung erfolgt laut Volvo über die Plattform Volvo Connect als zusätzlicher digitaler Dienst. Eine klassische Nachrüstung mit externer Hardware ist in diesen Fällen nicht erforderlich. Für ältere Fahrzeuge ohne entsprechende Telematik bleibt hingegen weiterhin der Einsatz externer Lösungen notwendig.
Mögliche Effekte im Betrieb
Nach Darstellung von Volvo kann die integrierte Lösung bestehende Prozesse vereinfachen.
So entfällt unter anderem:
- die Installation zusätzlicher Geräte
- die Nutzung externer Anwendungen oder Smartphones
Zudem soll die automatisierte Datenübertragung helfen, Fehler im Meldeprozess zu reduzieren.
Hintergrund: Verstöße gegen die SENT-Vorgaben können mit erheblichen finanziellen Sanktionen verbunden sein. In Polen drohen bei fehlender Anmeldung oder fehlerhaften Angaben Geldstrafen von bis zu 46 Prozent des Warenwerts, mindestens jedoch 20.000 Złoty (umgerechnet rund 4.600 Euro).
Mehr zum Thema: Polen erweitert SENT-System: Ab 17. März drohen hohe Bußgelder
In der Praxis kann die Strafe damit den Wert der transportierten Ware deutlich übersteigen. Zusätzlich drohen Maßnahmen wie die Anhaltung des Transports, Lieferverzögerungen sowie vertragliche und reputationsbezogene Risiken für die beteiligten Unternehmen.
AiDEN liefert die Technologie im Hintergrund
Technisch basiert die Lösung auf einer Plattform des Softwareunternehmens AiDEN. Das Unternehmen wurde von ehemaligen Volvo-Ingenieuren gegründet und entwickelt sogenannte „Connected Vehicle Services“. Die Zusammenarbeit entstand über die Volvo-Innovationsplattform CampX.
AiDEN-CEO Niclas Gyllenram sagt:
„Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiger Meilenstein und zeigt, wie schnell sich Lösungen für reale Anforderungen umsetzen lassen. Wir sind in weniger als einem Jahr von der Idee zu ersten Pilotprojekten gekommen.“
Für Anwender bleibt AiDEN im Hintergrund, sichtbar ist ausschließlich die Integration in Volvo Connect.



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